0 Goldener Windbeutel für FERRERO
Milch-Schnitte – die dreisteste Werbelüge 2011

Verbraucher küren die Milch-Schnitte von Ferrero zur dreistesten Werbelüge 2011 und Foodwatch verleiht dafür den Goldenen Windbeutel 2011!  Ferrero lehnt die Entgegennahme des Preises ab. Warum wohl?

„Ein wichtiger Teil unserer Kommunikationsstrategie ist die Darstellung der Produktqualität.“, sagt Ferrero auf der Unternehmenshomepage und wirbt um Vertrauen in die Produktqualität. Und im CSR – Bericht spricht Ferrero von „Verantwortungsbewusster Kommunikation“ und sagt: „Zu diesem Zweck werden wir bis Januar 2012 eine weltweite Selbstregulierungspolitik für an Kinder gerichtete Werbung umsetzen.“

Wir berichten über Hintergründe zum Preisträger.

Wer solch ein Kommunikationsziel für sich selbst formuliert, der dürfte selbst festgestellt haben, dass es Defizite hinsichtlich Wahrheit und Klarheit in der Produktwerbung gibt. Ein solches Defizit bestand wohl in besonderem Maße für die Ferrero Milch-Schnitte, deren Namensänderung von ehemals „Kinder Milch-Schnitte“ auf jetzt „Milch-Schnitte“ wohl in diesen Kontext passt. Bereits in der Vergangenheit wurde nämlich sowohl die Werbung wie auch das Produkt selbst massiv kritisiert. So berichtet z.B. Focus Gesundheit am 15.09.2010 über  sogenannte „Kinderlebensmittel“, die schön beworben und als „kleine Milchmahlzeit“ angepriesen werden, in Wirklichkeit aber einen sehr hohen Zucker- und Fettgehalt haben und dabei weniger Calcium als ein kleines Glas Milch.
Im November 2009 führt der Verbraucherzentrale Ampelcheck die Milch-Schnitte unter den „Aktuellen Top-10 der Nährwert-Fallen“.
Interessant auch die Website des Lebensmittelchemikers Bernd Leitenberger, der sich intensiv mit der „Molkeschnitte“ als Zwischenmahlzeit auseinandersetzt.

Was Ferrero jetzt als „den leichten Geschmack für zwischendurch“ empfiehlt und mit einem Anteil von „40 % Milch“ durch die Huber-Buam oder Susi Kentikian anpreisen lässt, das enthält außerdem 27,3 g Fett, 16,6 g ungesättigte Fettsäuren und 29,2 g Zucker (Quelle: codecheck) und dürfte damit immer noch recht wenig mit einem „leichten Genuss“ im Sinne gesunder Ernährung zu tun haben.

Alles in allem ist die Milch-Schnitte auch aus Sicht der diebuergelobby ein würdiger Preisträger und hat den Goldenen Windbeutel völlig zu Recht erhalten.

Trotzdem zum Schluss die Entgegnung von Ferrero: „Mit dem Einsatz von Sportlern als Werbeträger soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Ernährung und Bewegung zusammengehören. Prinzipiell widerspreche der Konsum der „Milch-Schnitte“ als Zwischenmahlzeit nicht einem ausgewogenen, sportlichen Lebensstil. Denn dabei komme es nicht nur auf die Ernährung, sondern auch auf ein angemessenes Maß an Bewegung an.“

Das ändert nichts daran, dass die Hinweise auf die „big 8“ der Nährwertangabe: Brennwert, Gehalt an Eiweiß, Gehalt an Kohlehydraten, Gehalt an Zucker, Gehalt an Fett, Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Gehalt an Ballaststoffen und Gehalt an Natrium auf der Verpackung der Milch-Schnitte fehlen.

Links zum Thema:

Bereits 2001 schreibt die Berliner Zeitung „Kaum Milch in der Milchschnitte – aber viel Zucker und Fett“

EsKiMo-Studie (Kinder- und Jugendsurvey) der Uni Paderborn in Zusammenarbeit mit den Robert-Koch-Institut (zum Thema S.62 ff.)

Lebensmittelhersteller geizen mit Nährwertangaben – Ferrero besonders verschwiegen VZ Hamburg

… und dann noch das: Sumo – Ringer schwört auf Milchschnitte Quelle: Der Kojote

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