0 Wenn der Sprachkurs zur Entwicklungshilfe wird: GLOVICO

Lernen von Afrikanern“ – unter dieser Überschrift berichtete die FAZ über das Projekt Glovico (GLObalVIdeoCOnference). Der Spiegel berichtet über Glovico, um Wirkung und Möglichkeiten der Internettelephonie und Skype auszumalen. „Fair trade solution to learning a new language“ überschrieb die BBC ihren Bericht über Glovico und sagt damit schon, worum es geht: Glovico ist die Sprachenschule des Web2.0!

Glovico: Der Schüler sitzt in Deutschland, die Lehrerin im Senegal! Skype macht’s möglich. (NDR)

Die Idee zu seiner Internet-Sprachschule hatte Tobias Lorenz, studierter Betriebswirt und Philosoph, auf einer – bezeichnenderweise – Reise zum Thema „Social Entrepreneurship“ durch Eritrea.

Sein ebenso einfacher wie schlüssiger Gedanke: Muttersprachliche Lehrer aus wirtschaftlich schwachen Ländern zusammenbringen mit Sprachschülern aus Deutschland (und der Welt) und so eine neue, virtuelle Sprachschule gründen. Der Startschuss zu diesem Projekt fiel im Jahr 2010.

Inzwischen vermittelt Glovico muttersprachliche Lehrer aus Lateinamerika, Afrika und Asien für die Sprachen Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Chinesisch und Englisch.

Das Glovico Prinzip ist einfach.
Der interessierte Schüler meldet sich bei Glovico an und sucht sich einen für ihn passenden Lehrer aus. Dann erwirbt er Guthaben in beliebiger Höhe (der Preis pro Unterrichtseinheit liegt, unterschiedlich von Lehrer zu Lehrer, bei ca. 8 Euro), das per Kreditkarte oder Lastschrift bezahlt wird. Nun kann er in einem Stundenplan des Lehrers die für sich passenden Stunden auswählen und diese buchen. Per E-Mail stimmen sich Schüler und Lehrer ab und nehmen einander dann in ihre Skype-Accounts auf. Zur vereinbarten Stunde meldet sich der Lehrer beim Schüler – los geht der Sprachunterricht.

Mit Repräsentanten in Spanien, der Schweiz, in England und der USA ist Glovico bereits international vertreten. Für die Akquisition von Lehrern bedient man sich der Unterstützung der Sainsbury Management Fellows und des Reiseveranstalters viventura (speziell für Südamerika).

Wie Glovico berichtet, sind die Einnahmen aus den Online-Unterrichtsstunden für viele der akkreditierten Lehrer bereits ein wichtiger Bestandteil des monatlichen Einkommens. Glovico erhält aus dem Preis für eine Unterrichtsstunde einen Anteil von 2 Euro für die Finanzierung des Projekts, die Finanztransfers etc. Der verbleibende Restbetrag wird direkt an die Lehrer ausbezahlt.

Einen großen Erfolg wird Glovico verbuchen können, wenn die Universität Witten/Herdecke ihren Studenten – als erste Universität weltweit – die neue Form des Sprachunterrichts anbieten wird.

Links zum Thema:

Schüler werden bei Glovico

Ich will kein Gutmensch sein Süddeutsche Zeitung- jetzt.de

Glovico-Fairtrade Skype Blog

Robert Bosch Stiftung

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