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Deutsche Bank stoppt Streubomben-Finanzierung!

Quelle: handicap international; <br> Foto: Ban Advocates

Diesen unerwarteten Erfolg hatte die NGO urgewald [1]auf der diesjährigen Hauptversammlung (HV) der Deutschen Bank. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit dem Dachverband der kritischen Aktionäre und der Stimmrechtsübertragung von Einzelpersonen aus diesem Kreis auf die Vertreter von urgewald. So konnten diese als Aktionäre an der HV teilnehmen und das Wort ergreifen. Und so konnte es geschehen, dass der erfolgsberauschte Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, mit Branislav Kapetanovic konfrontiert wurde. Herr Kapetanovic ist ein ehemaliger Minensucher, der am 9. November 2000 von einer Streubombe fast getötet wurde und Arme und Beine verlor.

Hier ein Auszug aus seiner Rede vor der Führungsmannschaft der Bank und den versammelten Aktionären:

„Ich bin einer von vielen gut ausgebildeten und erfahrenen Minensucher die bei ihren Einsätzen verkrüppelt wurden. Was ist aber erst mit der Zivilbevölkerung oder mit Kindern, die nicht wissen was Streubomben sind und in kontaminierten Gebieten leben? 95 % der Opfer von Streubomben sind Zivilisten, rund ein Drittel sind Kinder. (…) Die Streubombe, die mich am 9. November 2000 verkrüppelt hat, wurde von der Firma Alliant Techsystems hergestellt. Sie ist nur eine von vielen Streumunitionsherstellern, die zum Kundenkreis der Deutschen Bank gehören. Ich bin aber nicht hergekommen, um Sie anzuklagen, sondern weil ich an Ihre Menschlichkeit appellieren will. Lernen Sie von dem Schicksal der über 100.000 Streumunitionsopfer. Verzichten Sie auf todbringende Rendite und steigen Sie jetzt aus dem Geschäft mit Streumunitionsproduzenten und -händlern aus.“

Ein sichtlich betroffener Josef Ackermann versuchte zunächst noch, sich durch allgemeines Lavieren aus der Affaire zu ziehen: „Es ist schlimm, was Ihnen passiert ist. Streumunition finde ich persönlich auch nicht gut …“ Und – man müsse die angesprochenen Geschäftsbeziehungen „evaluieren“.

Nachdem aber die urgewald-Banken-Campaignerin Barbara Happe mit folgenden Worten ans Rednerpult trat: „Herr Ackermann, wir reden seit Jahren mit Ihrer Bank über Streumunition. Wie lange wollen Sie da noch warten? Andere Banken sind längst aus der Finanzierung von Streumunitionsherstellern ausgestiegen. Es ist nicht die Zeit zu evaluieren, es ist Zeit zu handeln!“,  kam der entscheidende Satz von Josef Ackermann: „Wir werden ernsthaft prüfen, aus der Finanzierung von Mischkonzernen, die Streumunition herstellen, auszusteigen. Ich bin zuversichtlich, dass wir Ihrem Antrag folgen werden“.

Auch intime Kenner der Deutschen Bank gehen davon aus, dass Ackermann und die Deutsche Bank nun Ernst machen mit der Beendigung von Streubomben-Finanzierungen.

Wenn die Deutsche Bank Investitionen in Streubomben also jetzt und in Zukunft ablehnt, dann ist dies sicher die bestmögliche Vorlage, um auch andere Unternehmen aus der Bank-, Investement- und Finanzierungsbranche dazu zu bewegen.

Links zum Thema:

Die Riester Bombe [2] ZEITonline

FDP zu Streubombeninvestitionen [3]eigener Beitrag

Gadhafi und die Streubomben [4]ZEITonline

Auf vermintem Gelände [5] finanztest