0 Die Geschichte eines 4,95* Euro T-Shirts von H&M

 

Quelle: photocase Foto: subwaytree

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Wie H&M diesen Preis* möglich macht!

Die folgende Geschichte ist nicht von uns! Alles was Sie nach dieser Lektüre wissen, verdanken Sie der Wochenzeitung DIE ZEIT. Und Sie können hier auch nicht die ganze Geschichte lesen, sondern nur einen Ausschnitt. Die ganze Geschichte finden Sie unter www.zeit.de.

Warum wir dann überhaupt darüber schreiben? Wenn die Geschichte doch gar nicht von uns stammt? Weil wir der Meinung sind, dass diese Geschichte eine noch größere Öffentlichkeit verdient!

„H&M veröffentlicht jedes Jahr einen Nachhaltigkeitsbericht. Er ist 85 Seiten dick. Er beschreibt, wie H&M gegen Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltzerstörung eintritt. Wir gehören zu den Guten, das ist die Botschaft des Berichts.“ (DIE ZEIT v. 16.12.2010)

„Ich weiß es zu würdigen, dass Sie sich die Zeit nehmen, um mehr darüber zu erfahren, wie wir denken und was wir tun, um ein besseres Unternehmen zu werden. Wir würden uns freuen zu erfahren, wie Sie unsere Arbeit beurteilen. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an sustainability@hm.com.“
(H&M Sustainability Report 2009)

Schritt 1 auf der Spur des billigen T-Shirts: Der Rohstoff

„Es ist ein John Deere 7460 Cotton Stripper. Vardeman hat den Mechanismus entwickelt, mit dem der Cotton Stripper acht Reihen Baumwollsträucher gleichzeitig abernten kann. An einem Tag schafft er so viel Baumwolle wie 300 Arbeiter, mehr als jede Maschine zuvor.“ (DIE ZEIT v. 16.12.2010)

„405.089 Dollar. Diese Summe hat die amerikanische Regierung in den vergangenen zehn Jahren an die Familie Vardeman überwiesen. Um sie zu schützen. (…)
In Amerika leben 19.000 Baumwollbauern. In den vergangenen zehn Jahren erhielten sie 25 Milliarden Dollar vom Staat. (…)
In Indien und Afrika leben zehn Millionen Baumwollbauern. Sie bekommen ihr Geld nicht vom Staat, sondern vom Weltmarkt. Von den niedrigen Baumwollpreisen der vergangenen Jahre konnten sie kaum leben.“ (DIE ZEIT v. 16.12.2010)

„Weder besitzt H&M eigene Fabriken, noch betreibt es solche. Rund 700 Zulieferer sind mit der Herstellung unserer Produkte befasst und viele davon sind in Ländern, in denen Verstöße gegen die Menschenrechte ein Risiko darstellen. Wir glauben, dass wir eine Verantwortung haben gegenüber jedem, der zu unserem Erfolg beiträgt, inklusive unserer Zulieferer Lieferanten und deren Angestellten. Wenn wir also unseren Einfluss nutzen, um bei unseren Zulieferern für eine „Good-Practice“ einzutreten, dann halten wir das für den besten Weg einen positiven Unterschied zu machen.“ (H&M Sustainability Report 2009)

„Ungewöhnliches ist geschehen in den letzten Monaten. In den chinesischen Baumwollgebieten war das Wetter schlecht. In Pakistan hat die Flut die Sträucher ertränkt. (…) Die 400 Gramm Baumwolle, die man für ein T-Shirt benötigt, kosten jetzt nicht mehr 40 Cent, sie kosten fast einen Euro.“ (DIE ZEIT v. 16.12.2010)

Schritt 2 auf der Spur des billigen T-Shirts: Die Fertigung

H&M besitzt keine eigenen Fabriken, also auch keine Textilfabriken. Aber in China, Kambodscha oder Bangladesch gibt es Fabriken. 3.000 allein in Dhaka. Es gibt die Vorzeigefabriken mit lächelnden Arbeiterinnen und hellen, sauberen Arbeitsplätzen und es gibt Nazma.

„Nazma steht neben einer Nähmaschine. 19 Jahre alt ist sie, klein und schmal, wie ein Mädchen. Sie näht nicht. Sie hält eine kurze Schere in der Hand und schneidet Fäden ab. Sie kontrolliert die Kragennaht des T-Shirts. (…) Am Ende der Maschinenreihe hängt ein Schild von der Decke. »250« steht darauf. 250 T-Shirts pro Stunde, das ist das Ziel, das müssen sie schaffen. Schnell muss Nazma sein beim Kontrollieren der Nähte. Genau hinsehen ist wichtig. Und wenig trinken. Wer viel trinkt, muss aufs Klo. Wer aufs Klo geht, schafft die Vorgabe nicht. (…) Seit Monaten produzieren sie das T-Shirt, seit Monaten arbeiten sie zehn, zwölf Stunden am Tag, sechs, sieben Tage die Woche. (…) Das bekommt Nazma für ihre Arbeit: 3.500 bangladeschische Taka im Monat, umgerechnet 36 Euro, die Überstunden sind schon drin. Macht 1,18 Euro am Tag. (DIE ZEIT v. 16.12.2010)

Denken Sie nicht, dass Arbeiter in Textilfabriken so viel verdienen sollten, dass sie davon leben können? Wir sind stimmen absolut überein mit der Forderung, dass jeder Arbeiter so viel verdienen sollte, dass er davon leben kann. Als ein einzelnes Unternehmen können wir unsere Zulieferer insgesamt nur immer wieder auffordern, ihren Arbeitern die Löhne und Ausgleichszahlungen zu leisten, auf die diese einen Anspruch haben. Und das tun wir, sehr klar und eindeutig mit unserem Verhaltenskodex. Wir prüfen die vollständige Erfüllung dieser Anforderungen bei jeder Unternehmensevaluation.“
(H&M Sustainability Report 2009)

Schritt 3 auf der Spur des billigen T-Shirts: Der Transport

Dieser Schritt ist schnell erzählt: 12,0 x 2,5 x 2,5 das sind die Abmessungen eines Containers. 34000 T-Shirts passen in einen Container. Nach allen Rabatten bezahlt H&M ca. 2.100 Euro Transportkosten pro Container, das bedeutet 6 Cent pro T-Shirt. (Angaben aus DIE ZEIT v. 16.12.2010)

Geld regiert die Welt, sagt man. Geld bestimmt, ob die Baumwollpflanzer in Amerika oder Asien von ihrer Arbeit leben können. Geld bestimmt, ob die Näherin Nazma weiterhin ihr Bett mit fünf anderen Frauen teilen muss. Und Geld ist auchder Grund, warum so viele Menschen weltweit die billigen T-Shirts von H&M kaufen. Ob sie das auch noch tun würden, wenn sie sich einmal die folgenden Fragen stellen würden?

„Warum verlangt H&M von den Fabrikmanagern nur, den jeweiligen Mindestlohn zu zahlen und nicht einen Lohn, von dem die Arbeiterinnen anständig leben könnten?“

„Weshalb wird die Einhaltung des Verhaltenskodex nur von H&M selbst überwacht und nicht von unabhängigen Kontrolleuren?“

„Wofür braucht man überhaupt ein T-Shirt, das kaum mehr kostet als der Kaffee um die Ecke? Würde es so sehr schmerzen, den Preis von zwei oder drei Kaffees zu bezahlen – wenn dafür allen genug Geld zum Leben bliebe?“  (Alle Fragen aus DIE ZEIT v. 16.12.2010)

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