0 Arznei – Original oder preisgünstige Kopie?

Teure Medikamente ©Andreas Morlock/pixelio

Teure Medikamente ©Andreas Morlock/pixelio

Der Arzt ist verpflichtet, das preisgünstigste Medikament zu verordnen. So spart unser Gesundheitssystem Millionen. Aber auch bei rezeptfreien Medikamenten gibt es die Möglichkeit, mit Generika – nach Auslaufen des Patents des Originalherstellers – wesentlich zu sparen.

Generika als Zaubermittel des Sparzwangs

Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich stehen international an der Spitze der politischen Agenda. In einigen europäischen Ländern wie Großbritannien, Deutschland, Niederlande und Dänemark fördert der Staat deshalb aktiv die Verschreibung von Generika  als Instrument zur Eindämmung der Gesundheitskosten. Der Generika-Verbrauch steigt weltweit, die Zahl der Anbieter ebenso.

Wenn ein neu entwickeltes Arzneimittel auf den Markt kommt, ist der Hersteller dieses Originalpräparates in den ersten Jahren nach der Markteinführung vor Konkurrenz durch ein Patent auf das Medikament geschützt. Nach 20 Jahren läuft der Schutz meist ab. Jetzt dürfen andere Unternehmen dieses Mittel ebenfalls auf den Markt bringen. Der Wirkstoff eines solchen Nachahmer-Präparates ist identisch mit dem Wirkstoff des entsprechenden Originalpräparates.

Teilweise ein Drittel billiger

Der Anbieter eines Generikums kann in seiner Zulassung auf die des Originalanbieters Bezug nehmen. Er hat keine eigenen Forschungs- und Entwicklungskosten und kann deshalb deutlich preiswerter anbieten. Die Unterschiede sind beträchtlich. Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung im September 2004 nachgewiesen, dass die Preise für generische Medikamente teilweise nur ein Drittel des Originalpräparates betragen.

Prüfung wie beim Originalmedikament

Generika durchlaufen – wie das Original – ein aufwendiges Prüfungs- und Zulassungsverfahren. Das Generikum kann sich daher vom Originalpräparat höchstens durch den Herstellungsvorgang und eventuell durch Hilfsstoffe wie Konservierungs- und Farbstoffe unterscheiden. Hilfsstoffe sind zum Beispiel ein anderer Farbüberzug, andere Füllstoffe, eine etwas andere Konsistenz und ähnliches.

In Einzelfällen verträgt ein Patienten ein Generikum deshalb nicht. So bekommen Allergiker Probleme, wenn das Nachahmer-Präparat Milchzucker als Füllstoff verwendet. In der Regel haben Generika aber die gleiche Wirkung wie das Original. In Einzelfällen sind sie sogar überlegen, weil der Hersteller neue Erkenntnisse seit der Entwicklung des Originals nutzen kann. In Zweifelsfällen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Vergleich lohnt sich

Der Apotheker ist bei verordneten Arzneimitteln verpflichtet, ein vom Arzt ausdrücklich verschriebenes Generikum abzugeben. Bei rezeptfreien Medikamenten hat der Apotheker an sich dasselbe Interesse wie jeder andere Einzelhändler. Er möchte seinem Kunden den Artikel verkaufen, der ihm die größte Gewinnspanne bietet. Zudem können Apotheker den Preis für freiverkäufliche Medikamente seit 2004 selbst festlegen. Deshalb lohnt sich ein Vergleich.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten zu einem Preisvergleich von Medikamenten. Auch wenn dies dazu führen kann, dass ein Medikament zu einem geringeren Preis bezogen werden kann, bewerten wir den Servicevorteil durch eine niedergelassene Apotheke in der Nähe der Wohnung nach wie vor höher als einen (kleinen) Preisvorteil. Deshalb lautet unser Tipp für Sparfüchse: Informieren Sie sich im Internet über den Preis eines Medikaments (vergessen Sie dabei nicht eventuelle Versandkosten hinzuzurechnen, nur so wird der Vergleich fair) und sprechen Sie dann mit Ihrem Apotheker vor Ort darüber, ob und wie er Ihnen preislich entgegenkommen kann.

red/gabriele heyd

Interessante Links zum Thema:

KrankenverSICHERer

Bei diesem Link handelt es sich zwar um einen Schweizer Anbieter, sucht man den Vergleich jedoch über den Wirkstoff eines Medikaments, lassen sich die Ergebnisse gut auf eine deutsche Suchmaschine übertragen, z.B.

apomio und medipreis

Zwei Preisvergleichsportale für Medikamente, deren Funktion sehen Sie unter den Links für das Schmerzmittel Paracetamol. In diesem Fall ist medipreis aussagekräftiger, denn hier werden vier unterschiedliche Produkte dargestellt.

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