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Großer Erfolg für Verbraucher + Greenpeace! Nestlé lenkt ein!

Einen großen Erfolg dürfen sich Greenpeace und engagierte Verbraucher auf ihre Fahnen schreiben. Innerhalb von nur zwei Monaten haben sie einen Industriegiganten zum Einlenken bewegt. Nestlé ändert seinen Umgang mit Palmöl und allen Produkten, deren Herstellung oder Gewinnung die weitere Zerstörung tropischer Regenwälder zur Folge haben würde.

Am 17. März 2010 begann die Greenpeace-Kampagne mit einem bei YouTube veröffentlichten Video [1], das innerhalb kürzester Zeit viele Menschen bewegte – auch das Management von Nestlé – das den Spot bei YouTube sperren ließ. Eine Maßnahme mit verheerenden Folgen, denn aus dem anfänglichen Protest Einzelner wurde eine Protestlawine. Innerhalb von nur 12 Tagen hatten bereits 1 Million Menschen das Video gesehen.

Die darauf folgenden Aktionen, abertausende Mails und eine internationale Aufmerksamkeit gegenüber Nestlé führten dazu, das Nestlé am 17. Mai 2010 ein Statement zu Abholzung und Palmöl [2] abgab und dazu auch einen Brief an Greenpeace schrieb.

In dem Brief werden, neben einem Hinweis darauf, dass Nestlé bereits seit Oktober 2008 darauf dringt, eine internationale Koalition gegen die Abholzung der Tropenwälder zu gründen und darum bemüht ist, die vielfältigen Gründe, die zur Abholzung führen, bewusst zu machen, die wesentlichen Neuerungen des Konzerns im Zusammenhang mit der Nutzung von Palmöl dargelegt:

Weiterhin erläutert Peter Brabeck-Lemathe, Chairman of the Board, dass man auch den Bezug von Papier aus Tropenholzproduktionen Zug um Zug auf zertifizierte Hersteller beschränken wird und dass man an allen Aktivitäten und Zusammenarbeiten interessiert sei, die zu einer Verminderung des zerstörerischen Umgangs mit tropischen Wäldern führen sollten. Nestlé sieht sich in einer eindeutigen Verpflichtung, nicht nur gegenüber den Aktionären, sondern auch gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt. Diese bekannten Standpunkte will man öffentlich vertreten und wünscht, sie in einem Memorandum gegen die Rodung der Tropenwälder zusammenzuführen.

Bei sorgfältiger Prüfung aller Aspekte dieser Aktion zeigt sich, dass die Proteste und die Reaktionen darauf – der Jubel über den Erfolg bei Greenpeace [3] und die Verhaltensänderungen bei Nestle [2] (klick letter to greenpeace) – nicht ausreichen, um dem Problem insgesamt gerecht zu werden.

Greenpeace konnte nur Erfolg haben, weil mit Nestlè ein konkreter alleiniger Angriffspunkt gegeben war (und die Videomacher einen guten Job gemacht haben). Und auch wenn Nestlé deutlich reagiert hat, ist doch nur „ein Tropfen auf einen heißen Stein gefallen.“

Wir würden uns wünschen, dass die mit der „Nestlé Aktion“ erreichte Öffentlichkeit nun mit Hilfe anderer Beispiele „wach gehalten“ würde und wenn das Nestlé-Angebot einer Zusammenarbeit genutzt würde, um wirksame Schritte in größerem Rahmen auszulösen. Damit wäre außerdem gewährleistet, dass die Selbstverpflichtung, die Nestlé mit dem Brief vom 17. Mai eingegangen ist, im Fokus der Öffentlichkeit bleibt.

Links zum Thema:

Berliner Zeitung “Blutiger Schokoriegel [4]

derFreitag „Zweifelhafter Erfolg für Greenpeace [5]

Nestlé Deutschland
Presseinformation vom März 2010 (im Mai also nicht ganz auf der Höhe der Zeit) [6]

Greenpeace Australia  „Victory: Nestlé gives orang-utans a break [7]