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Ihr zahlt Bonus – wir wandern ab!
So bestrafen amerikanische Verbraucher die Großbanken

Es gibt eine neue Revolution in Amerika und sie fängt an mit einem Girokonto. Mit einem Girokonto, das inzwischen fast 400.000 Bankkunden nach dem Motto:  „Wenn die großen Banken ihre riskanten Spekulationen, mit denen sie unser ganzes Wirtschaftssystem ruiniert haben, weiterhin fortsetzen wollen,  dann nicht mit meinem Geld!“ bei einer der Großbanken gekündigt und bei einer der vielen kleinen Volksbanken neu eröffnet haben.

Move Your Money [1] ist das praktische Ergebnis einer Diskussion in der Redaktion der Huffington Post [2] , während der nach  Möglichkeiten gesucht wurde, mit denen es den sogenannten „kleinen Leuten“ ermöglicht werden könnte, aktiv an einer Veränderung der Bankenlandschaft mitzuwirken.

Move Your Money ist eine Reaktion auf die Empörung über die staatlich gestützten Banken, die Millionen für Lobbyarbeit ausgeben, um eine Änderung der Bankengesetzgebung zu verhindern und gleichzeitig eine völlig restriktive Kreditvergabepolitik betreiben. Nach Ansicht der Move Your Money-Aktivisten gilt es, die Regierungspolitik zum Schutz der „too big to fail“-Banken zu beenden. Diese Politik hat dazu geführt, dass als weitere Folge der Krise  die Konzentration im Bankgeschäft Amerikas weiter fortgeschritten ist.

Während den systemischen Großbanken der Wallstreet mit dem Geld der Steuerzahler und Regierungsgarantien aus einer selbstverschuldeten Misere geholfen wurde, sind viele kleine Volks- und Genossenschaftsbanken (Amerikas Mainstreet Community Banks) pleitegegangen oder in größte Schwierigkeiten gekommen und unter die Aufsicht der FDIC gestellt worden. Viele dieser kleinen Regional- und Kommunalbanken, die sich intensiv um ihre Privatkunden bemühen, haben in der Vergangenheit bewiesen, dass eine Bank sowohl profitabel wie auch gemeinnützig arbeiten kann.

Die Idee:

Wenn genug Menschen, die in der Vergangenheit ihr Geld bei einer der „Big Six“ Banken (JP Morgan/Chase, Citibank, Bank of America, and Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley) angelegt haben, dieses Geld dort abziehen und es zu kleineren, mehr lokalen und traditionellen Gemeinschaftsbanken bringen, dann wird dies die Großen über kurz oder lang zum Umdenken zwingen. Und die Gemeinschaft der Kunden wird einen großen Schritt hin zum Wiederaufbau eines Finanzsystems getan haben. Einem System,  in dem Banken wieder als stabiler und produktiver Wachstumsmotor agieren. Eine solche Aktion ist politisch weder „rechts“ noch „links“ – sie ist gemeinnützig im besten Sinne. Und sie ist ohne Risiko, da die Einlagensicherung auch für die kleinen Banken gilt. Je mehr Menschen an dieser Aktion teilnehmen, desto lauter wird ihr Echo in die Wall Street und nach Washington dringen.

Auf der Homepage von Move Your Money finden interessierte Nutzer eine Eingabemaske [3] für die Postleitzahl, mit deren Hilfe sie feststellen können, welche Klein- oder Regionalbank in der Nähe ihres Wohnortes eine Filiale hat.

Alternativen für die Geldanlage gibt es auch in Deutschland. [4]