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Mogelpackungen und Corporate Social Responsability
Wie steht es um die Glaubwürdigkeit von Konzernen?

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ist Corporate Social Responsability [1] (CSR) zu einem Kerninhalt der Unternehmensgrundsätze von Konzernen geworden. Ob es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung „wofür wir stehen“, ein Versprechen  „Unser Versprechen an unsere Kunden“ oder einen anderen wohlklingenden Titel handelt, in allen dazugehörigen Texten taucht ein Wort immer auf: VERTRAUEN.

Von Vertrauen als wichtiges/wichtigstes Element in jeder Kundenbeziehung wird immer gesprochen. Dabei ist es gleichgültig, ob es um die „Qualität“, um die „gesellschaftliche Verantwortung“ von Unternehmen oder um die „Grenzen der Werbung“ geht. Es scheint also tatsächlich in allen Konzernzentralen bekannt zu sein, dass Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen, auch in Geschäftsbeziehungen, unverzichtbar ist.

Da erstaunt es umso mehr, wenn trotz all dieser Vertrauensbekenntnisse der Ethik Monitor 2009 [2] der Stiftung „Wertevolle Zukunft“ feststellt, dass „das Vertrauen in die großen Wirtschaftsunternehmen fast genauso gering ist wie 2006“.

Wie ist das möglich?

Eine Antwort auf diese Frage versuchen wir zu bekommen, indem wir die aktuellen Berichte über die Mogelpackungen einiger Unternehmen (z.B. Stern [3] Spiegel [4]) den wohlklingende Aussagen auf den Homepages gegenüberstellen. Alsdann werden wir die Geschäftsleitungen um eine Stellungnahme zu diesen Widersprüchen bitten.

Das Thema Mogelpackungen ist zurzeit besondere geeignet, um Begriffe wie Vertrauenswürdigkeit und Vertrauen auf den Prüfstand zu stellen, weil mit Wirkung zum 11. April 2009 fast alle der bis dahin gültigen, verbindlichen Mengenvorgaben für Lebensmittel entfallen sind. Gab es bisher genaue Vorschriften, welche Füllmengen oder Verpackungsgrößen im Handel erlaubt waren, ist in Zukunft das Nebeneinander verschiedener Verpackungsgrößen und Füllmengen möglich. Testkäufe belegen, dass die neue Freiheit gerne genutzt wird, um über reduzierte Füllmengen (bei unveränderter Verpackung) versteckte Preiserhöhungen durchzusetzen.

Beispiele:

Nestlé Deutschland

Produkt: Aprikosen halbe Frucht

Die Täuschung: Bei gleicher Dosengröße weniger Füllmenge (statt 250 gr. nur 240 gr.) [3]

Auszüge aus den Unternehmensgrundsätzen [5]:

„Verbindlicher Kodex …. der hohe soziale und ethische Maßstäbe an das Verhalten unseres Managements und unserer Mitarbeiter anlegt“ – „Fundament der Unternehmensgrundsätze …. wie Fairneß, Ehrlichkeit …“

Mars Deutschland

Produkt: Balisto

Die Täuschung: Bei unveränderter Verpackung weniger Inhalt (Füllung alt 41 gr., neu 37 gr.) [6]

Auszüge aus Die Fünf Prinzipien [7]

„… gegenseitiger Nutzen ist gemeinsamer Nutzen …“,  „… nichts von dem, was wir tun, soll zu Lasten der Menschen gehen, die mit uns arbeiten …“ ,“… fairen Preisen …“ , Mitarbeiter müssen „… ein hohes ethisches Bewußtsein mitbringen …“