0 Mogelpackungen – wie gutgläubige Verbraucher getäuscht werden

Mit der Freigabe von Packungsgrößen hat das Europäische Parlament am 11.04.2009 ein neues Kapitel im Lebensmittelverkauf eröffnet. Bis zu diesem Datum waren für bestimmte Produkte sogenannte Nennfüllmengen vorgeschrieben. Diese Vorschrift hatte zur Folge, dass für bestimmte Produkte bestimmte Standards galten. Man kaufte ein bestimmtes Produkt eben immer zu 100, 200 oder 250 Gramm. Damit ist nun Schluss. Verbraucher müssen bei jedem Artikel damit rechnen, auf unterschiedliche Füllmengen zu treffen.

Dass diese Freiheit zum Wohle des Verbrauchers ist, begründen die europäischen Gesetzesmacher so: „Durch diese Regelung werden die Verbraucher künftig eine größere Auswahl an verschiedenen Packungsgrößen vorfinden. Die Hersteller wiederum können sich leichter an die Nachfrage der Verbraucher anpassen. Und bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel Diabetiker, erhalten dadurch Lebensmittelpackungen, die eher ihren Bedürfnissen entsprechen.“

Eine Sichtweise, mit der unsere Politiker ziemlich alleine stehen.

Denn, auch wenn (Zitat EU-Parlament) „… sich zum einen die Rechtsprechung des Gerichtshofs geändert hat und zum anderen Verbraucherschutzinstrumente wie die Etikettierungspflicht und die Verbraucheraufklärung geschaffen wurden“, zeigt sich, dass die Industrie die neue Gesetzeslage immer wieder nutzt, um versteckte Preiserhöhungen zu realisieren. Da wird -unter Beibehaltung des Preises – die Füllmenge reduziert, die Verpackungsgröße und das Design jedoch werden beibehalten oder nur geringfügigst verändert.

Das führt dazu, dass die bereits seit längerem vorgeschriebene (aber immer noch nicht selbstverständliche) Grundpreisangabe (z.B. Preis pro 100 Gramm oder pro Liter) am Verkaufsregal zum wichtigsten Informationsmittel beim Vergleich von Produktpreisen wird. Für den Verbraucher ist das gleichbedeutend damit, dass er eine Vielzahl von Grundpreisen aus dem Kopf wissen muss, wenn er wirklich Preise vergleichen will.

Die beliebtesten Schwindeleien:

1. Die Verpackung bleibt äußerlich gleich, aber der  Inhalt wird reduziert. Z.B. bei Geschirrspültabs oder Slipeinlagen oder Penaten Pflegetücher (Bild 31/32 von 38).

2. Einige Hersteller entwickeln neue Verpackungen, die nur scheinbar so groß sind wie die bisher verwendeten – eindeutig eine Täuschung. Z.B. Nivea Beiersdorf

3. Leicht veränderte Packungsform mit reduziertem Inhalt bei fast identischer Gestaltung. Zenits Aachener Pflümli (Bild 33/34 von 38).

Wird fortgesetzt!

Links zum Thema:

Weniger drin – Preis gleich Die Liste der Täuschungen Verbraucherzentrale Hamburg

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