0 Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne
Die Bundesregierung ist in der Verantwortung

Diesen Beitrag haben wir von der INKOTA Homepage übernommen!

Die Bundesregierung und das Entwicklungsministerium (BMZ) unterstützen verstärkt Agrarkonzerne wie Bayer, BASF und Monsanto zum Beispiel im Rahmen der „German Food Partnership“ (GFP) und der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“ in Afrika. Entwickelt wurden diese Programme vor allem in enger Abstimmung mit Konzernen und privaten Stiftungen – Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren blieben hingegen weitgehend ausgeschlossen.

Was sich mit dem Etikett der Armutsbekämpfung schmückt, dient aber vor allem den Profitinteressen der Konzerne: Während Unternehmen sich zum Beispiel neue Pestizidmärkte erschließen oder Land- und Saatgutrechte sichern, wird der Zugang zu Land, Saatgut und Wasser von Kleinbauern und -bäuerinnen durch die „Neue Allianz“ gefährdet. Im schlimmsten Fall droht ihnen die Vertreibung von ihrem Land und damit der Verlust ihrer Existenzgrundlage. Aber auch die Umwelt ist betroffen, denn die industriellen Monokulturen der Konzerne schädigen die Böden und bedrohen die biologische Vielfalt.

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen stärken

40 Prozent der Weltbevölkerung leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Kleinbäuerliche Erzeuger/innen produzieren trotz der häufig schlechteren Böden den größten Teil unserer Nahrung. Paradoxerweise aber sind die Hälfte der weltweit Hungernden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Vor allem weil sie seit Jahrzehnten von Regierungen weltweit vernachlässigt und diskriminiert werden. So ist der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe für die Landwirtschaft von 17 Prozent im Jahr 1980 auf sechs Prozent im Jahr 2010 gefallen.

Mit der richtigen Unterstützung können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ausreichend Nahrung für sich und die wachsende Weltbevölkerung produzieren. Die Förderung einer kleinbäuerlichen, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft zahlt sich dreifach aus: Sie verbessert die Ernährungssituation, reduziert Armut und mindert die Folgen des Klimawandels durch umweltverträglichen Anbau.

Mehr als 65.000 Unterschriften gegen Agrarkonzerne

Den gesamten Sommer und Herbst 2014 haben wir im Rahmen der Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!“ gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen und mit Ihrer Unterstützung fleißig Unterschriften für unseren Appell an die Bundesregierung gesammelt. Dass wir damit so erfolgreich sein würden, hatten wir am Anfang nicht gedacht: Mehr als 65.000 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die Förderung von Agrarkonzernen wie BASF und Bayer im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ausgesprochen. Wir sind begeistert und bedanken uns herzlich bei allen, die mitgemacht haben!

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