0 Vom Irrsinn, der als Normalität durchgeht

„Vom Irrsinn, der als Normalität durchgeht“ so überschreibt Fred Grimm, Autor von „Shopping hilft die Welt verbessern„, seinen Beitrg in der aktuellen Ausgabe von Schrot & Korn. Ausgehend von der Frage, wie er das nennen soll, was er über Mode schreibt die umweltschonend und unter fairen Bedingungen hergestellt wird. Öko-Mode, Grüne Mode, Bio-Mode, Öko-faire, öksoziale Mode oder ethisch korrekt? Und schon kommt er zum Kern des Problems:

Warum ist es nötig geworden dass das eigentlich Selbstverständliche, das „Normale“, dass man nämlich mit giftfreien Materialien arbeitet, dass man Näherinnen und Verkäuferinnen fair bezahlt und nicht ausbeutet und, dass Kleidung am Ende ihres Gebrauchs nicht als Sondermüll entsorgt werden muss, mit besonderen Hinweisen kennzeichnet?Warum müssen ausgerechnet für die besondere Vokabeln gefunden werden, die sich beim Umgang mit Menschen, bei der Aufzucht von Tieren und bei der Herstellung von Konsumgütern und Lebensmitteln an das halten, was wir im allgemeinen als ethische Standards bezeichnen? Warum versuchen wir nicht statt dessen Vokabeln für diejenigen zu finden, die systematisch und wohlwissend gegen diese Standards verstoßen?

Grimm fragt

„Wie weit sind wir eigentlich gekommen, dass wir mühsam benennen und zertifizieren müssen, was eigentlich das Selbstverständnlichste der Welt sein sollte? Dass eben keine Tiere gequält oder verstümmelt, mit Antibiotika vollgepumpt und zusammengedrängelt werden, damit wir Wurst oder Schnitzel essen können. Dass eben keine Gifte auf Felder gesprüht, keine Chemiecocktails, Zuckerbomben oder Nahrungsimitate als „gesund“ und „nahrhaft“ gepriesen oder die Inhaltsstoffe gleich ganz verheimlicht werden dürfen, wie im „normalen“ Teil der Lebensmittelindustrie üblich.“

und schlussfolgert

„Dass ethische und ökologische Selbstverständlichkeiten die kritisch hinterfragte Ausnahme bilden, während der Irrsinn als Normalität durchgeht, ist doch die Krankheit unserer Zeit.“

Wenn Gedanken dieser Art uns begleiten, während wir vor prall gefüllten Supermarkt-Regalen stehen oder die reißerischen Angebote von Billiganbietern lesen, dann wird sicher manche Kaufentscheidung anders getroffen als in der Vergangenheit. Und mit jeder neuen Entscheidung tragen wir dazu bei, dass die Anbieter vom Markt verschwinden, die uns belügen, die ihre Waren zu Lasten bei der Herstellung ihrer Menschen, Tiere und Umwelt ausbeuten und missbrauchen.

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