0 Unheimliche Geschäfte –
Wenn die Natur zur Ware wird

„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht! Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles Gewächs auf Erden gegeben, das Samen trägt, auch alle Bäume, an welchen Früchte sind, die Samen tragen; sie sollen euch zur Nahrung dienen; aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was auf Erden kriecht, allem, was eine lebendige Seele hat, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah also. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der sechste Tag.“
(Moses 1;1)

Ob Gott damals auch an Monsanto oder Nestlé gedacht hat? Oder ob Monsanto, Nestlé (und andere) heute an Moses 1, Kap. 1 denken? Ob Gottes „füllet die Erde und machet sie euch untertan“ wirklich meinte was Monsanto oder Nestlé praktizieren – wir werden es nie erfahren. Was wir dagegen tagtäglich erleben können, ist die Umsetzung dieser Worte durch die Manager von Monsanto, Nestlé und Konsorten.Auch wenn die Natur nicht mehr und nicht weniger repräsentiert als das Leben selbst, so wird sie doch mehr und mehr zum Geschäft. Als Biomasse sorgt sie für Energie und Nahrung, was dazu führt, dass Großkonzerne mehr und mehr darauf drängen Exklusivrechte am Angebot der Natur zu erreichen. Exklusivrechte an Saaten, Pflanzen und Lebenwesen. Wissenschaft und Wirtschaft haben neue Dimensionen erreicht und führen vor, was sie darunter verstehen „sich die Erde untertan“ zu machen.

Der Publizist und Autor Franz-Theo Gottwald spricht von einer „Fantasie der Bemächtigung“, einer Fantasie, die es erlaubt, dass „alles was da draußen lebt, in jeder Hinsicht zum Gebrauchsgegenstand, zur Ware zu machen ist“ und bezeichnet dies als den Skandal unserer Zeit. Für ihn ist das ein „Bruch mit der Tradition des natürlichen Respekts vor dem Leben der natürlichen Mitwelt“.

Wirtschaftsgiganten wie Monsanto nutzen die Erkenntnisse der synthetischen Biologie um durch die Schaffung besonders resistenter oder ertragreicher „eigener Gewächse“ und den damit verbundenen Patenten Abhängigkeiten zu schaffen und Märkte zu beherrschen.
Auf den Internetseiten der Giganten ist von „Menschen und Natur im Einklang“ die Rede, die Wirklichkeit siehst oft anders aus: Pestizidresitente Monsterpflanzen, Biopiraterie und Verelendung von Kleinbauern oder das Ende der biologischen Vielfalt sind die Schlagzeilen, die diese „schöne, neue Welt“ begleiten.

Genau dies sind auch die Themen, denen sich Europa stellen muss, bevor es zu einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA kommen darf.

Die grundsätzliche Frage dabei lautet: “ Wem gehört die Natur?“

Welche Konsequenzen die Patente an der Natur tatsächlich haben beschreibt Christoph Then, der Gentechnik-Experte von Testbiotech e.V.:

„Man verlangt ein Eigentumsrecht an genetischen Ressourcen. Überall wo diese genetischen Ressourcen auftreten, das können ganz verschiedene Pflanzenarten sein, überall da greift dann dieses Eigentumsrecht. Das sind viel weit gehendere Rechte, als die traditionellen Besitzrechte, das geht tatsächlich ganz weit in die Grundstrukturen der belebten Natur rein und dieser gemeinsame Code des Lebens, der wird in Besitz genommen.“

Das geschieht in den USA bereits heute schon nicht mehr nur an gentechnisch veränderten Pflanzen sondern auch an Pflanzen die auf konventionelle Art gezüchtet wurden. So möchte Monsanto derzeit eine Möhrensorte patentieren lassen. Dies hätte zur Folge, dass die Bauern für ihre Saat zukünftig jedes Jahr neu bezahlen müßten.

Und wie’s Monsanto bei den Pflanzen treibt, so treibt’s Nestlé beim Wasser. Aus einem ehemals freien Gut wird eine Ware. Die heißt dann „Pure Life“ und die Menschen in Pakistan oder sonst wo auf der Welt müssen plötzlich für etwas bezahlen, was vor kurzem noch frei zugänglich war.

Weil die Lobbyverbände der Industrie ständigen Zugang zu den vorbereitenden Verhandlungen des TTIP haben, muss der Protest der Verbraucher stärker werden. Es gilt Aktionen wie „Keine Geschenke für Monsanto; BASF und Co.“ von campact unbedingt zu unterstützen, denn was „unsere“ Europapolitiker von Bürgerbeteiligung halten, das zeigt die Reaktion der EU-Kommission auf die „Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen TTIP“ – die EU-Kommission, bestehend aus vom Volk gewählten Politikern, die von ihren Regierungen nominiert und nach Brüssel geschickt werden, hat die Zulassung dieser Initiative schlicht und einfach abgelehnt!

Hier geht’s zum campact-Aktionstag 2014!

{ 0 Kommentare... Schreibe einen Kommentar }

Sie können entweder das Formular ausfüllen oder sich mit Ihren Facebook-Konto anmelden, um Kommentare schreiben zu können.

 

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Zum Absenden bitte folgende Aufgabe lösen: * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.