0 Adidas Nachhaltigkeitsprogramm
Nichts als leere Worte?

„Es geht darum, Arbeitsplatzstandards für unsere Zulieferer zu schaffen und sie beim Einhalten fairer, sicherer und gesunder Bedingungen in ihren Fabriken zu unterstützen.“

So heißt es ziemlich zu des Abschnitts „Leistung, Leidenschaft, Integrität, Vielfalt“ in der Nachhaltigkeitserklärung des Adidas Konzerns.

Wenn man das gelesen hat, dann erstaunt es doch sehr, dass adidas seinem südchinesischen Zulieferer Yue Yuen Zulieferungsaufträge entzogen hat, als dessen Mitarbeiter wegen – über Jahrzehnte! – nicht eingehaltener Zusagen (vertraglich vereinbarte Wohnungszuschüsse und Zahlungen an Sozialfonds) in den Streik gegangen waren.


Nach Darstellung von Adidas handelt es sich bei dem Abzug der Lieferverträge um ein „völlig normales Umschichten der Produktion unter unseren mehr als 1000 Zulieferern.“

Das sieht zum Beispiel der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, ganz anders. Ihn zitiert die Frankfurter Rundschau mit den Worten „Dass adidas den aktuellen Auftrag gestoppt hat, ist eine Entscheidung, die rein am Profit orientiert ist“ und weiter „Gerade von einem Unternehmen wie adidas, das gerne mit dem Saubermannimage wirbt, hätte ich ein anderes Verhalten erwartet.“

Liest man in der zitierten Nachhaltigkeiterklärung, möchte man Sommer wohl zustimmen.

Und auch bei Inkota, dem Netzwerk, das sich weltweit für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie einsetzt, meint man „Letztlich zieht sich Adidas, sowie es kritisch wird, aus der Verantwortung.“ Ein Zustand der nicht neu zu sein scheint, denn ähnliche Themenstellungen gab es bereits im Jahr 2011 (Artikel Manager Magazin).

Und wenn es um adidas und Themen wie Corporate Governance, Verhaltenskodex oder ähnliches geht, dann wird manchem unserer Leser vielleicht auch wieder die causa Hoeneß einfallen. Da war es für Herbert Hainer (Vorsitzender des AR der FCB AG und Vorstandsvorsitzender der adidas AG) kein Problem einen wegen Steuerbetrug angeklagten Vorstand weiterhin im Amt zu lassen und nicht dessen Amt zumindest bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen.

Hat Michael Sommer am Ende wirklich Recht?

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