0 Spekulanten in die Schranken

Das ist das Motto einer Aktion, die Oxfam gemeinsam mit Inkota, attac, medico international und Kirche in der Welt der Arbeit (KAB) für den 15. Oktober 2013 in Frankfurt am Main plant. Adressiert ist die geplante Aktion an alle Unternehmen, die zur Steigerung ihrer Gewinne immer noch Spekulationsgeschäfte mit Grundnahrungsmitteln selbst betreiben oder sich daran beteiligen.
Attac gibt auf der Internetseite Bankenkritik/Hungerprofit einen Überblick über die Verstrickung oder Nicht-Verstrickung einzelner Bankuinstitute in und um die Spekulation mit Lebensmitteln.
Nach den Ermittlungen von Oxfam (Stand 2012) ist die Allianz größter deutscher Anleger im Agrarrohstoffbereich. Kein anderes deutsches Finanzinstitut spekuliert demnach vergleichbar stark mit Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelgrundstoffen.
Auf Platz zweit liegt nach der Oxfam Übersicht die Deutsche Bank und ihre Tochterunternehmen, gefolgt von Union Investment und Deka Investment. Eine bemerkenswerte Liste, haben doch alle genannten Unternehmen wohlklingende Corpoarte Governance Erklärungen abgegeben.

So heißt es auf der Homepage von Deka-Invest:

„Sieht die Deka die Qualität bezüglich der sozialen und ökologschen Verantwortung besonders kritisch, so würden wir uns zum einen mit unserem Abstimmungsverhalten und unserem Rederecht auf Hauptversammlungen äußern, zum anderen würden wir mit Desinvestments in entsprechende Unternehmen reagieren.“

Bei Union Investment ist zu lesen:

„Genossenschaftliches Selbstverständnis. Wir gehören zur genossenschaftlichen FinanzGruppe und teilen ihre Überzeugungen. Als unser Sinnstifter, Auftraggeber und Eigentümer fühlen wir uns ihr gegenüber verpflichtet.“

Und das Folgende ist dann eine der Überzeugungen der genossenschaftlichen FinanzGruppe:

„Respekt schafft Fairness.Wir, die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, stellen nicht den abstrakten „Kunden“, sondern immer den konkreten Menschen mit seinen individuellen Wünschen und Zielen in den Mittelpunkt: Sie. Zum einen aufgrund unserer lokalen Verwurzelung, denn im Lokalen ist jeder ein Freund, Nachbar oder Mitbürger. Zum anderen aufgrund unseres genossenschaftlichen Menschenbildes: Jeder Mensch ist in der Lage, seine Ziele zu erreichen und seine Träume zu verwirklichen, wenn er dabei optimal unterstützt wird. Diese Hilfe zu leisten, betrachten wir als unsere Aufgabe. Dabei sind Ihre Wünsche und Ziele für uns entscheidend. Dementsprechend behandeln wir Sie und Ihre Ziele mit Respekt. Fast überflüssig zu sagen, dass wir deshalb auch immer fair und offen mit Ihnen umgehen.“

Bei soviel Wohlwollen den Menschen gegenüber steht natürlich auch die Deutsche Bank nicht zurück: Wie es sich für eine Bank von weltweiter Bedeutung gehört, steht man auch zu einer weltweiten Verantwortung.

„Standards der OECD, der Weltbank oder der International Labour Organization betrachten wir als verbindlich. Wir sind Unterzeichner des UN Global Compact und der Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren (PRI) der Vereinten Nationen und beziehen Umwelt- und Sozial-Faktoren in den Analyseprozess von Investmentprodukten ein.“

Wie sich all diese Verpflichtungen allerdings mit der Tatsache vereinbaren lassen, dass es immer noch Nahrungsmittelspekulation unter dem Markendach Deutsche Bank gibt, das ist nicht zu verstehen.

Und schließlich Allianz:

„Der Allianz und anderen Anlegern wie Hedgefonds, Investmentfonds und Investmentbanken wurde vorgeworfen, mit ihrer eigennützigen, profitorientierten wachsenden Präsenz in den Rohstoffmärkten zum Anstieg der Lebensmittelpreise beigetragen zu haben und dadurch mitverantwortlich für Hunger und Armut zu sein.
Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und arbeiten mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie anderen Organisationen zusammen, um ihre Vorbehalte und Erwartungen gegenüber Finanzinstituten besser zu verstehen und unseren eigenen Standpunkt zu verdeutlichen. Neben dem Dialog mit den NGOs analysieren wir auch intern, welche Konsequenzen unser Handeln mit sich bringt.“

Man ist sich also im Haus Allianz der Problematik durchaus bewußt, versucht aber sich mit einer Vielzahl von Hilfsargumenten um die Entscheidung „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln“ herum zu mogeln.

 

 

 

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