1 Offener Brief an Dr. Michael Kemmer
Bundesverband deutscher Banken e.V.

Herrn
Dr. Michael Kemmer
Hauptgeschäftsführer
Bundesverband Deutscher Banken e.V.
Burgstraße 28

10178 Berlin

Frankfurt, 10. Juni 2013

 Fluthilfe

Sehr geehrter Herr Dr. Kemmer,

Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen!

Diesem ehernen Grundsatz und der (vermeintlichen) Gewissheit, dass Banken (wie z.B. die Commerzbank) „systemrelevant“ seien oder auch „too big to fail“ – ohne die gesamte Volkswirtschaft in den Abgrund zu reißen – verdanken es einige Mitglieder Ihres Verbands, dass sie sich heute noch am Markt befinden.

In diesen Tagen nun wird Deutschland wieder von einem außergewöhnlichen Ereignis heimgesucht.

Von der großen Flut!

Das Ausmaß der Überflutungen ist inzwischen so groß, dass selbst erfahrene Headlineschreiber wie die der BILD-Zeitung sich schwer tun, neue Superlative zu finden. Es gibt also keinen Zweifel daran, dass außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich sein werden, um die Folgen der Flut zu bewältigen.

Wäre das nicht eine ausgezeichnete Möglichkeit für all die Mitglieder Ihre Verbands, die mit Hilfe von Rettungsschirmen und anderen Maßnahmen – die letztendlich alle von den Bürgern, den Steuerzahlern, den Flutopfern, getragen wurden – die Krise „überlebt“ haben, einmal Danke zu sagen?

Wie wäre es, zum Beispiel, mit 2 bis 5 Jahre tilgungsfreien Wiederaufbau-Krediten? Oder mit Null-Komma-Prozent-Darlehen mit festen Zinssätzen und langen Laufzeiten?

Die Spezialisten in Ihrem Gewerbe haben schon so viele Produkte „erfunden“ – da dürfte das doch keine Schwierigkeit sein.

Wir jedenfalls fänden es großartig, wenn Sie, sehr geehrter Herr Dr. Kemmer, Ihre Mitglieder animieren könnten, über geeignete Maßnahmen zur Bürgerhilfe nachzudenken.

Die wohlgesetzten Worte aus manchem Ethik-Kodex bekämen damit ein ganz neues Gewicht!

Ihre Nachricht erwarten wir mit großem, sehr großem Interesse.

Freundliche Grüße aus Frankfurt am Main

Dieter Klemke
Redaktion DIEBUERGERLOBBY.DE

{ 1 Kommentare... lese ihn oder Schreibe einen Kommentar }

  • 1
    Bankenverband

    Sehr geehrter Herr Klemke,
    die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich auch bei der Flut im Jahr 2002 engagiert und den Flutopfern u.a. durch Stundungen, beschnleunigte Bearbeitung der Förderfälle oder die Einrichtung einer Hotline für Betroffene geholfen. Heute Abend werden die kredit- und versicherungswirtschaftlichen Verbände mit Bundeswirtschaftsminister Rößler zusammen kommen, um zu besprechen, welche Hilfen in der jetzigen Situation sinnvoll sind und wie diese am besten koordiniert werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lars Hofer
    Pressesprecher
    Bundesverband deutscher Banken

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