0 Offener Brief an
Martin Blessing, VV der Commerzbank AG;
Frank Annuscheit, Chief Operating Officer;
Markus Beumer, BS Mittelstandsbank;
Stephan Engels, Chief Financial Officer

Sehr geehrte Herren,

Ihr Institut, die Commerzbank AG, Frankfurt, verdankt sein Überleben in und nach der Finanzkrise allein der Tatsache, dass der Staat und damit die Bürger, die Steuerzahler, für sie in die Bresche gesprungen sind. Hierzu ein kleiner Rückblick:

2008: Finanzkrise Commerzbank nimmt Rettungspaket in Anspruch

2009: Commerzbank: Schwere Bürde für die Zukunft

2010: Och, das bisschen Hilfe

2011: Commerzbank mangelhaft vor Finanzkrise geschützt

2012: Wieder Millionengehalt: Blessings Zeit der Bescheidenheit ist vorbei

2013: Commerzbank zahlt die Steuerzahler aus

Ein Grund für die massive öffentliche Hilfe war die (vermeintliche) Erkenntnis, dass Banken wie die Commerzbank „systemrelevant“ sind.
Systemrelevant bedeutet lt. wikipedia:

„Als systemrelevant oder too big to fail (englisch: „Zu groß, um zu scheitern“) bezeichnet man Unternehmen, aber auch andere Institutionen wie etwa Staaten oder Städte, die so groß sind, dass ihre Insolvenz für die Volkswirtschaft teurer ist als die gemeinschaftlichen Kosten für die Rettung vor der Insolvenz. Als systemische Einrichtungen würden sie rechtzeitig vom Staat oder von internationalen staatlichen Organisationen durch eine Staatsintervention (Bail-out) gerettet, um eine weiterreichende Gefahr für die gesamte Volkswirtschaft bzw. das gesamte Wirtschaftssystem durch ihre Insolvenz abzuwenden. Dies gilt insbesondere für den Bankensektor, aber auch für große Industrieunternehmen.[1]

Die Frage der Systemrelevanz stellt sich auch in diesen Tagen. Allerdings auf eine etwas andere Art.

Statt der Banken sind es diesmal die Bürger, die systemrelevant sind und deren Insolvenz die gesamte Volkswirtschaft bedrohen könnte. Angesichts der zu erwartenden Schäden in Milliardenhöhe erscheinen die angekündigten „staatlichen Hilfen“ bereits jetzt als völlig unzureichend und können nicht mehr sein, als der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“. Es besteht also die reale Gefahr, dass Tausende in den Ruin getrieben werden. Tausende, die Sie und Ihre Bank brauchen, um erfolgreich zu wirtschaften.

Berücksichtigt man dann noch die Tatsache, dass Deutschland sich in (Vor)-wahlkampfzeitenbefindet und  dass die öffentlichen Kassen allenthalben leer sind, dann erscheinen Zweifel an der tatsächlichen und voll umfänglichen Ausschüttung der staatlichen Gelder erlaubt zu sein. Das Risiko steigt also weiter.

Auf der Homepage Ihrer Bank sagen Sie unter anderem zum Thema „gesellschaftliches Engagement

„Die Commerzbank nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und engagiert sich in Projekten und Initiativen, die sie gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ins Leben gerufen hat. Diese Verantwortung ist wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur und -strategie. Wir sind davon überzeugt, dass alle Beteiligten – Staat, Wirtschaft und Gesellschaft – den Herausforderungen unserer Zeit und in Zukunft nur gemeinsam erfolgreich begegnen können.“

Unter der Überschrift „Commerzbank im Dialog“ heißt es dann noch

„Mit der Reihe „Commerzbank im Dialog“ möchten wir unserer Verantwortung als eine der führenden Privat- und Firmenkundenbanken in Deutschland gerecht werden. Offen und kontrovers wird über die drängenden gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen diskutiert. Denn nur durch den Austausch von Meinungen lassen sich Lösungen finden, neue Konzepte entwickeln und Vertrauen zurückgewinnen.“

Wir laden Sie ein, sehr geehrte Herren des Vorstands der Commerzbank, in „den Austausch von Meinungen“ einzutreten und nach Lösungen zu suchen, mit denen die Commerzbank (und Andere, aber das ist ein weiterer offener Brief) den Flutopfern echte und wirkungsvolle materielle Hilfe leisten können. Seien das Null Komma-Prozent-Kredite oder Kredite mit 2 tilgungsfreien Jahren oder, oder, oder…

Ihre Spezialisten haben schon so viele (gute) Produkte entwickelt, da dürfte das keine besondere Schwierigkeit sein!

Mit Interesse und Neugier erwarten wir Ihre Antwort.

Freundliche Grüße aus Frankfurt am Main

Dieter Klemke
Redaktion DIEBUERGERLOBBY.DE

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