2 Zalando – schrei vor Zorn!

Alles können sie billiger, liefern können sie schneller, umtauschen tun sie alles und ihre Werbespots macht Jung von Matt, die Hamburger Werbeagentur, deren Credo lautet „Ein Geschenk sein wie das trojanische Pferd“.

So ähnlich ist das mit den Angeboten von Zalando und das trojanische Pferd, dass der Zalando-Kunde erhält, ist die Tatsache, dass er ein Unternehmen unterstützt, das seine Mitarbeiter auf frühkapitalistische Art ausbeutet:
Geringer Stundenlohn, kaum Sitzmöglichkeiten bei der Arbeit, zu wenig Toiletten.
Den Widerspruch zwischen  witzigen Zalando-Werbespots und dem weniger witzigen Zalando-Mitarbeiteralltag zeigte das ZDF-Magazin zoom unter dem Titel „Gnadenlos Billig„.

Der dadurch ausgelöste Shitstorm hat bei Zalando erste Reaktionen bewirkt.

Nachdem die Zalando-Unternehmensleitung zunächst jeden Interviewwunsch des ZDF abgelehnt hat und auch die Dreharbeiten in den Zalando-Betriebsstätten verweigerte, hat man nach der Welle öffentlicher Empörung jetzt einen Kurswechsel vorgenommen.

Am 26. Juli 2012 posted Zalando auf seinem Unternehmensblog die folgende Erklärung:

Bericht ZDF Magazin zoom

Posted on 26. Juli 2012 by Juliane

Natürlich haben auch wir den Bericht im ZDF-Magazin zoom verfolgt. Vielen Dank für Euer kritisches Feedback – das ist uns wichtig und trägt dazu bei, dass wir uns immer wieder hinterfragen und verbessern. Wir freuen uns, dass Ihr Euch mit solchen Themen auseinandersetzt und uns in die Verantwortung nehmt.

Zalando ist sich seiner Verantwortung für jeden einzelnen Mitarbeiter, egal ob direkt oder indirekt beschäftigt, bewusst. Die Eindrücke der Dokumentation spiegeln aus unserer Sicht nicht die Arbeitsatmosphäre in den Zalando-Standorten wieder. Leider ist uns jedoch bewusst geworden, dass wir auf unsere Dienstleister deutlich mehr Einfluss nehmen müssen. Im Fall von unserem Lager in Großbeeren arbeitet Zalando mit einem Partner zusammen, der größtenteils für das Personal und für die Prozesse im Lager verantwortlich ist. Diesen Partner werden wir stark prüfen und noch regelmäßiger kontrollieren, damit es zu keinen Missständen mehr kommen kann.

In Bezug auf die sanitären Anlagen werden sofort Maßnahmen ergriffen. Außerdem werden wir zukünftig noch stärker darauf achten, dass alle unsere Partner die von uns gesetzten Sozialstandards einhalten. Die Mitarbeiter, die Ihr in dem Beitrag gesehen habt, waren alle keine Zalando-Mitarbeiter, sondern für unseren Dienstleister tätig. Aber wir müssen auch hier für die Angleichung aller Standards Sorge tragen und werden dies auch aktiv tun.

Die große Frage:

Warum „vergisst“ ein Unternehmen, das auf seiner Homepage nur junge, fröhliche Verwaltungs-Mitarbeiter wie Nicole, Benjamin oder Maik zeigt, dass auch die Menschen im Hintergrund mit mehr Freude und Erfolg arbeiten, wenn es ihnen gut geht und für diese Mitarbeiter lieber auf die Verantwortung der „Dienstleister“ verweist?

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