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Für eine Steuer gegen Spekulation und Finanzkrisen

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ruft auf zu einer großen Unterschriftenaktion für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Was die Politik aus eigener Kraft bisher nicht geschafft hat, das sollen nun die Unterschriften von 100.000 und mehr Bürgern bewirken, die Einführung einer Steuer z. B. auf den Handel mit Derivaten. In einem Interview mit der monatlich erscheinenden Zeitung chrismon erklärt Dr. Claus Meier, der Finanzchef der Bayerischen Landeskirche, die Grundgedanken dieser Aktion.

Direkt zur Unterschrift: Jetzt unterzeichnen: Petition zur Einführung der Transaktionssteuer

chrismon: Was ist eine Finanztransaktionssteuer?
Claus Meier: Eine Steuer auf Umsätze am Finanzmarkt, zum Beispiel auf den Handel mit Aktien oder Derivaten, das sind „Wetten“ auf Kursschwankungen. Wir schlagen eine Steuer von 0,01 Prozent vor.

Bei 100 Euro Umsatz ist das ein Cent. Bringt das etwas?
Die Steuer beruhigt die Finanzmärkte, weil sich kurzfristige computerbasierte Geschäfte nicht mehr lohnen. Ein Beispiel: Registriert der Computer eines Börsenmaklers, dass ein Geschäft mit einem Gewinn von einem Cent möglich ist, klingt das nicht sehr beeindruckend. Aber wenn dieser Computer dieses Geschäft in Sekundenschnelle eine Million Mal auslöst, beträgt der Umsatz 10.000 Euro. Solche spekulativen Geschäfte, die mit der realen Wirtschaft nichts zu tun haben und Finanzkrisen anheizen können, rechnen sich durch die Steuer nicht mehr.

Der Arbeitnehmer, der für seine Rente auf dem Kapitalmarkt vorsorgt, wird nicht begeistert sein.
Dessen Kapital ist ja langfristig angelegt und somit kaum be­lastet. Wir haben ausgerechnet: Die Gebühren für ein Aktien­depot wären um ein Mehrfaches höher als die Steuer.

Wie viele Einnahmen erwarten Sie?
Es gibt Berechnungen, wonach der Staat in Deutschland bis zu zwölf Milliarden Euro im Jahr einnehmen kann – und das, obwohl sich die überhitzten Spekulationsumsätze um 60 ­% reduzieren würden; das ist der Anteil der kurzfristigen Geschäfte, die schon durch eine Steuer von 0,01 % unren­tabel werden. Wir schlagen vor, die Einnahmen zu investieren, um Kürzungen bei den Sozialausgaben zu reduzieren, den Klima­schutz zu stärken und die weltweite Armut zu bekämpfen.

Um zu verhindern, dass Kapital aus Deutschland abfließt, müssen Sie auch andere Länder überzeugen. Aber wie?
In vielen Ländern, etwa in Frankreich, gibt es bereits entsprechende Diskussionen. Auch die EU-Kommission hat einen Vorstoß angekündigt. Und: Bis 1999 gab es in Deutschland eine Börsenumsatzsteuer von 0,5 % – das Fünzigfache unserer Forderung. Die Börse in Frankfurt ist trotzdem gewachsen.

Was passiert mit den Unterschriften, die Sie sammeln?
Wir wollen sie vor dem G20-Gipfel Anfang November in Cannes der Bundeskanzlerin überreichen.

Die Redaktion der Buergerlobby möchte diese Initiative ausdrücklich unterstützen und bittet alle Leser um Teilnahme!

Jetzt unterzeichnen: Petition zur Einführung der Transaktionssteuer

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