0 ZARA – nobel tun und Kinder knechten

Es ist ein Bericht des brasilianischen Arbeitsministeriums, in dem es heißt, dass es gegen Inditex, die Mutterfirma von Zara, Anschuldigungen wegen menschenunwürdiger Beschäftigung und Kinderarbeit gäbe. Festgestellt wurden diese Verstöße im Rahmen einer Inspektion von zwei Fabriken in Sao Paulo. Von den inspizierten Fabriken heißt es, sie verkaufen ihre Produkte an Zara. Der Vorwurf der Kinderarbeit stammt also nicht aus irgendeiner dubiosen Quelle, sondern kommt von höchst offizieller Stelle.

Dass der Vorwurf eine Berechtigung hat, lässt sich auch aus einem Bericht von Textilwirtschaft-Online, dem wichtigsten Branchenorgan der Textilwirtschaft, ableiten, in dem es heißt:

Der spanische Modekonzern Inditex hat Stellung zu Vorwürfen der Zwangsarbeit in einem seiner Zulieferbetriebe in Brasilien genommen und schärfere Kontrollen vor Ort angekündigt. Ein Zulieferer der Hauptmarke Zara habe ohne Wissen und Genehmigung von Inditex 15 Arbeiter illegal bei einem Subunternehmen beschäftigt, erklärt das Unternehmen aus La Coruña. Das brasilianische Arbeitsministerium hatte dort sklavenähnliche Bedingungen aufgedeckt. Bolivianer arbeiteten in einer Fabrik zu Hungerlöhnen mehr als zwölf Stunden unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen, heißt es.

Der Fall stelle einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Verhaltenskodex von Inditex dar, der „null toleriert“ werde, teilt das Unternehmen mit. Der Zulieferer sei aufgefordert worden, die Missstände zu beheben, das Arbeitsministerium sei eingeschaltet. Inditex will enger mit den brasilianischen Behörden zusammenarbeiten, um zu vermeiden, dass sich ähnliche Fälle wiederholen. Der Konzern arbeitet in Brasilien mit 70 Zulieferern zusammen, die insgesamt 7.000 Arbeiter beschäftigen.

Das Thema hat also bereits die deutschen Medien beschäftigt. Wenn wir es trotzdem erneut aufgreifen, dann hat das mit der Homepage von Zara zu tun. Dort heißt es unter der Überschrift „Unser Engagement“:

Mit seinem Unternehmensmodell möchte Zara einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft und der Umgebung, mit der es im Austausch steht, leisten. Die Verpflichtung zum Umweltschutz ist Teil der Unternehmensverantwortung der Grupo Inditex. Diese veröffentlichen wir auf der Website: www.inditex.com.

Es folgt dann eine ganze Liste von guten Taten und Wohlverhalten:

  • Wir sparen Energie.
  • Das ökoeffiziente Geschäft.
  • Wir reduzieren die Abfallerzeugung und recyceln.
  • Alle Mitarbeiter nehmen an dieser Verpflichtung teil.
  • Ein umweltbewusstes Team.

Was aber in dieser Liste und in allen dazugehörigen Sequenzen auf der Homepage fehlt, ist eine Erklärung, geschweige denn eine Verpflichtung, wie man es mit dem Umgang mit den Mitarbeitern hält.

Und ähnlich verhält es sich mit Inditex, auf die ja von Zara verwiesen wird. Auch auf deren Homepage viel über umweltgerechtes Verhalten und Anleitung der Mitarbeiter zu solchem Verhalten ABER: Nicht ein Wort, wie man es mit dem Umgang mit seinen Mitarbeitern, besonders in der Produktion, hält. Klicke dazu auf Sustainable Inditex

Dafür aber – und das ist nicht ohne eine traurige Ironie – wird auf der Inditex-Seite nicht ohne Stolz darauf hingewiesen, dass Zara seinen ersten Shop in Indien eröffnet. Ausgerechnet in dem Land, in dem es Kinderarbeit in der Vergangenheit und Gegenwart immer wieder gegeben hat.

Viele der Kundinnen von Zara Deutschland dürften aus den Kreisen der Gesellschaft kommen, in denen man sich inzwischen der Bedeutung und Verantwortung bewusst ist, die man als informierter und sozial eingestellter Mensch hat. Wie dann mit Angeboten von Zara umzugehen ist, bedarf wohl keiner weiteren Ausführungen.

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