0 Wenn Rosstäuscher Topverdienst versprechen

„Viel Geld für wenig Arbeit“. So oder ähnlich lauten die Versprechungen, mit denen Menschen geködert werden sollen, die auf der Suche nach einem Zusatzverdienst im Internet oder auf den Kleinanzeigenseiten der – oftmals kostenlosen – wöchentlichen Anzeigenblätter unterwegs sind. Genauso gerne wie mit dem haltlosen Versprechen des „Viel für Wenig“ wird mit tollen Aufstiegschancen und der freien Zeiteinteilung geworben. Und allen Aufklärungsbemühungen zum Trotz fallen immer noch viele Gutgläubige und/oder unter finanziellem Druck stehende Menschen auf diese verlogenen Anpreisungen herein.

Um ihren Schwindeleien einen „seriöseren“ Anschein zu geben, arbeiten die Betrüger mit renommierten Kooperationspartnern zusammen oder laden in bekannte Hotels am Ort ein. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Susanne Petermann von der Verbraucherzentrale Hessen dazu:

„Oftmals wird auch ein Anschein der Seriosität erwirkt, indem man mit bekannten anderen Firmen sozusagen zusammenarbeitet. Oder es wird in Räumlichkeiten eingeladen, wo man denkt, ach, der gibt sich doch nicht dafür her, dass hier irgendwelcher Blödsinn passiert. Also namhafte Hotels, die vor Ort ansässig sind. Das heißt aber nicht, dass hier wirklich eine dementsprechende Begutachtung vorgenommen worden ist.“

Das Märchen vom schnellen Geld für wenig Arbeit wird in vielen Branchen erzählt. Angefangen vom Vertrieb „einzigartiger Neuheiten“ oder „bestens eingeführter Alltagsprodukte“ über „einfache Montagearbeiten“, „Produkttests“ oder „den Einstieg ins Modelgeschäft“, die Palette ist groß und wird durch das Internet ständig größer, schneller und, vor allem, schwieriger zu kontrollieren.

Es ist deshalb am Arbeitssuchenden selbst, größtmögliche Vorsicht walten zu lassen und sorgfältig zu prüfen, ob ein Angebot überhaupt realistisch sein kann. Der amerikanische Wirtschaftsguru Milton Friedman sagte einmal: „There is no such thing as a free lunch“ – Einfach ausgedrückt: In der Wirtschaft gibt es nichts umsonst.

Darauf sollte man achten, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, einen Nebenverdienst anzunehmen:

  1. Sobald besonders hohe Verdienste angeboten werden, aber zu Beginn der Zusammenarbeit erst in eine teure Geräteausstattung oder einen teuren Warenbestand investiert werden muss, ist Gefahr im Verzug.
  2. Einfache Montagearbeiten oder Konfektionierungsaufgaben, gleichgültig ob es sich um den Zusammenbau von Billig-Kugelschreibern handelt oder das Befüllen von Wundertüten, diese Arbeiten machen meist nur einen reich und das ist der Vermittler.
  3. Wenn für eine als „einfach“ oder „sehr einfach“ beschriebene Arbeit monatliche Zahlungen von bis zu 2.000 Euro angeboten werden, kann es nur heißen: „Nein danke“! Warum sollte jemand, der so außergewöhnlich gut bezahlt, per Kleinanzeige nach Mitarbeitern suchen müssen?
  4. Wenn die Kontaktaufnahme zu einem solch besonderen Arbeitgeber nur über eine kostenpflichtige Rufnummer (0900..) möglich ist, darf nur gelten: „Finger weg vom Telefon“!
  5. Kostenpflichtige Schulungen vor Beginn einer Tätigkeit sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Oft schon ist es vorgekommen, dass der „Arbeitgeber“ mit dem Ende der Schulung nicht mehr zu erreichen war.
  6. Auch ein ausländischer Firmensitz kann erster Hinweis auf unseriöse Absichten sein. Auch hier ist Vorsicht angesagt!
  7. „Werden Sie Finanzagent“ – nicht nur dass Sie ihr Geld verlieren, Sie laufen auch noch Gefahr, wegen Geldwäsche belangt zu werden. Der Trick: Sie stellen Ihr Bankkonto zur Verfügung, um Zahlungen von unbekannten Dritten in Empfang zu  nehmen und gegen Provision an einen ausländischen Empfänger weiterzuleiten. Die empfangenen Gelder stammen jedoch aus Betrügereien.

Wenn Broschüren gegen Schutzgebühr angeboten werden, z.B. „Arbeiten und Bewerben auf einer Bohrinsel“ – gehen Sie davon aus, dass die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.

Informationen zum Thema und aktuelle Hinweise auf neue Tricks geben die Verbraucherzentralen. So zum Beispiel die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt mit der Liste der Abzocker des Jahres.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband veröffentlicht regelmäßig Listen von Unternehmen, die wegen unerlaubter oder betrügerischer Machenschaften abgemahnt wurden.

Sollten Sie selbst von einem Abzocker reingelegt worden sein, schämen Sie sich nicht und gehen Sie stattdessen in die Offensive. Polizei, Staatsanwaltschaft und Verbraucherzentralen helfen und beraten in solchen Fällen.

 

 

 

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