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Kampf dem Verkehrslärm – EU schaltet sich ein

Feinstaub und CO2 sind für Autofahrer seit einiger Zeit gängige Begriffe. Doch während noch hitzig über diese Probleme diskutiert wird, folgt schon das nächste Umweltthema: die Verringerung des Verkehrslärms.

Jeder kann beitragen

Erste Schritte in diese Richtung sind bereits gemacht, neue Grenz- und Richtwerte rund um die Lautstärke von Fahrzeugen sind wohl nur noch eine Frage der Zeit. Doch schon heute kann jeder Verkehrsteilnehmer zur Lärmverringerung beitragen. «Die Belastung durch Lärm ist ein wachsendes Thema, besonders in Städten», erklärt Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) [1] in Berlin. «Die entscheidende Bezugsgröße ist dabei der Straßenverkehrslärm.» Eine neue EU-Richtlinie nimmt sich nun des Lärms auf Straßen, Schienen und durch den Luftverkehr an. «Die EU-Richtlinie Umgebungslärm sieht unter anderem vor, dass bis Mitte 2007 sogenannte Lärmkarten für Ballungsräume erstellt werden», sagt Michael Niedermeier, Verkehrsexperte des ADAC [2] in München. Die Karten sollen zeigen, in welchen Bereichen oder auf welchen Straßen der Stadt die Lärmbelastung am größten ist.

Autos so laut wie vor 25 Jahren

Bei den Karten allein wird es aber nicht bleiben. «Ein Jahr später sind dann Aktionspläne vorzulegen», sagt Niedermeier. Diese Pläne sollen Möglichkeiten zeigen, wie der Lärmbelastung begegnet werden kann. Denkbar sind Straßenbeläge, die beim Befahren weniger Geräusche verursachen, oder spezielle Lärmschutzfassaden an Häusern. Vor allem Autos haben in der Vergangenheit zwar große technische Fortschritte gemacht – leise sind sie nicht geworden. Nach einer Studie des Bundesumweltamtes (http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2007/pd07-022.htm [3]) in Dessau aus dem Jahr 2005 sind Autos im Grunde immer noch so laut wie vor 25 Jahren. Zwar wurden die Geräusch-Grenzwerte stetig verschärft, es gehe aber vor allem um das Motorgeräusch. Das Abrollgeräusch der Reifen wurde nicht ausreichend berücksichtigt. Die Fortschritte beim Verringern des Motorenlärms sind außerdem nicht so groß, wie sie sein könnten – was auch an der Art der Messung der Grenzwerte liegt.

Lärmwerte in jeder Fahrsituation verschieden

«Es wird nur ein Fahrzustand gemessen», erklärt Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclubs Deutschland (VCD) [4] in Berlin. Die Autohersteller könnten die Fahrzeuge so auslegen, dass sie die Prüfung bestehen. Die vielen unterschiedlichen Fahrzustände im täglichen Verkehr führen aber unter Umständen zu völlig anderen Lärmwerten. Ohnehin geht es beim Lärm nicht nur um objektive Messwerte, sondern auch um die subjektiv empfundene Geräuschbelastung.

Klappernde Lastwagen, hochdrehendes Motorrad

Es fällt nicht in erster Linie das monotone Gebrumme von einer viel befahrenen Straße auf. «Man fühlt sich eher von einem Lastwagen mit klapperndem Aufbau oder einem besonders lauten Motorrad gestört», so Niedermeier. Bei der Reduzierung des Lärms im Straßenverkehr kommt es auch auf den Fahrer an. Sein Umgang mit Gaspedal und Schalthebel hat entscheidenden Einfluss darauf, wie sehr die Ohren der Mitmenschen belastet werden.

Drehzahl niedrig halten

Dabei geht es auch darum, mit welcher Drehzahl der Wagen bewegt wird. In der Stadt lässt sich mit einer Motordrehzahl von 2.Umdrehungen pro Minute gut vorankommen. Welche positiven Auswirkungen die niedertourige Fahrweise hat, erklärt Gerd Lottsiepen mit einem Vergleich: «32 Autos, die mit 2.000 Umdrehungen unterwegs sind, sind so laut wie ein einziger Wagen, der mit 4.000 Umdrehungen bewegt wird.»

red/dpa