0 Kein Tropenholz in Lübeck! Berechtigter Bürgerprotest!

Auf unseren Beitrag „Tropenholz für neue Strandpromenade? Umweltsünde in Travemünde?“ haben wir schneller als erwartet einer erste Reaktion erhalten. Die Initiative „Rettet den Regenwald“ hat einige kritische Anmerkungen dazu gemacht (s. Kommentar), zu denen wir gerne Stellung nehmen möchten:

Wir hatten bemängelt, dass die Leser des Beitrags, denen der  Sachverhalt nicht im Detail bekannt ist, schnell den Eindruck bekommen könnten, dass die Verwendung von Tropenholz bereits beschlossene Sache sei. Diese Aussage kritisiert die Initiative – für einen Teil des Beitrags – zu Recht. Wir meinen allerdings nach wie vor, dass der Text der vorbereiteten E-Mail nach „Entscheidung bereits gefallen“ klingt. Damit erklärt sich vielleicht auch die erste, erboste Reaktion der Mail-Empfänger. Wir hoffen, dass das so ist, ansonsten wäre der Hinweis der Initiative „Die Aktion richtet sich in keiner Weise gegen eine der beiden Personen. Sie sind Funktionsträger und als solche sprechen wir Sie mit dem gebotenen Respekt an.“ Das ist zutreffend. Respektlosigkeit wird in der Aktion an keiner Stelle gezeigt.

Beim Schreiben des Beitrags nicht bekannt war uns ein Bericht in „Travemünde Aktuell“ , in dem Tropenholz als mögliches „Material“ für die neue Strandpromenade bzw. ihre Möblierung sehr deutlich angesprochen wird. Damit erklärt der Bericht auf anschauliche Weise, dass eine engagierte Gruppe wie die Initiative „Rettet den Regenwald“ es für dringend für nötig hielt, die bekannte Aktion zu starten. Welche Bedeutung der Aktion in der Region beigemessen wird, zeigt die Reaktion von Bündnis 90/Die Grünen, deren Lübecker Bürgerschaftsfraktion für die nächste Sitzung der Bürgerschaft den Antrag auf die Verwendung von „Holz aus nachhaltiger Lübecker Waldbewirtschaftung“ gestellt hat.

Wie wir von Frau Katja Mentz, stellv. Vorsitzende der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, erfahren haben, gibt es einen bereits einige Jahre alten Beschluss der Bürgerschaft, der die Verwendung von Tropenholz in Lübeck untersagt. Da dieser Beschluss möglicherweise sogar aus der „Vor-Computer-Ära“ stammt, ist hier die Recherche noch in vollem Gange.

Was wir bei der Recherche feststellen konnten, ist das außerordentlich große Engagement der Stadt Lübeck im Bereich „nachhaltige Forstwirtschaft“. Mit ihrem Waldkonzept zur umfassenden Daseinsvorsorge für Pflanzen, Tiere und Menschen war und ist sie beispielgebend für viele andere Städte im In- und Ausland. Dass Engagement in unseren Tagen nicht an den Stadtgrenzen aufhören darf, demonstriert die Bürgerschaft von Lübeck mit der seit Juli 1993 bestehenden Mitgliedschaft im Klima Bündnis der europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder.

Bleibt nur eine Frage:
Sind die qualitativ hochwertigen Hölzer aus den eigenen Wäldern dem Schiffsbohrwurm gewachsen? Und wenn ja, wie lange?  Sind diese Fragen geklärt, gilt es zu prüfen, was wirtschaftlicher ist. Langlebiges  zertifiziertes Tropenholz (was aber tunlichst kein Plantagenholz sein sollte) oder kurzlebigeres Holz aus den eigenen Wäldern, das häufiger erneuert werden muss.

Die Binnenländer der Bürgerlobby sind auf den weiteren Fortgang der Diskussion gespannt und werden das Thema „Qualität des FSC-Zertifikats“ noch gesondert behandeln.

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