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Ganz normale Kühe statt Milchautomaten!

Grasfresser bei der Milchproduktion

Das Bundeskartellamt sieht den Wettbewerb um die Milch als stark gestört an. Es unterstützt die Forderungen der Milchbauern nach einer Neustrukturierung des Milchmarktes. Statt der Genossenschaften bisherigen Musters empfiehlt das Kartellamt deshalb einen Zusammenschluss in Erzeugergemeinschaften [1]. Während die Genossenschaften nicht „den letzten Anreiz haben, das Beste für die Bauern rauszuholen“, hätten die Erzeugergemeinschaften sogar die Möglichkeit der Preisabsprache und mengenbegrenzender Maßnahmen.

Das scheint doch ein deutlich besserer Vorschlag zu sein, als die im Vorjahr überlegte Schlachtung von Milchkühen, die mit der Begründung, es handle sich um ein Missverständnis [2], wieder „aus dem Verkehr gezogen“ wurde.  Ob dieser Rückzug jedoch in erster Linie eine Einsicht im Sinne der Aussage „Landwirte stellen hochwertige Lebensmittel unter Einhaltung hoher Umwelt-, Tierschutz- und Sozialstandards her“, wie dies auf der Homepage [3] des DBV (Deutscher Bauernverband) unter Aufgaben und Ziele veröffentlicht ist, das darf – zumindest – hinterfragt werden. Umso mehr, als ein Beitrag in agrarheute, einem Internetportal des Deutschen Landwirtschaftsverlags, mit dem Satz endet: „… und dann erkennen, dass es tatsächlich ein sehr ernst zu nehmender Vorschlag [4] ist“. Es gilt also, genau zu beobachten, wie die Möglichkeit zu „mengenbegrenzenden Maßnahmen“ umgesetzt wird.

Auf der Suche nach einer wirksamen Methode zur Reduzierung der Milchmenge und damit einer Festigung des Milchpreises auf einem für die Bauern ausreichenden und für Verbraucher bezahlbaren Niveau vermissen wir jedoch in den öffentlichen Diskussionen nach wie vor einen Beitrag:

Die Rückkehr zur Kuh!

Die Milchproduktion einer „normalen“ Kuh liegt bei etwa 25 – 30 Liter/täglich. Demgegenüber liefern  Hochleistungskühe moderner Prägung bis zu 60 Liter Milch täglich. Der „Rückbau“ der Bestände auf die Klasse „konventionelle Grasfresser“ hätte also einen Rückgang der Produktionsmenge von ca. 50 – 60 % zur Folge.

Milch entsteht aus Gras! Normalerweise können Kühe Milch aus einfachem Grünfutter produzieren. Mit ihren vier Mägen bilden die Wiederkäuer die Inhaltsstoffe der Milch (vor allem Eiweiß, Zucker und Fett) selber aus der Cellulose der Pflanzen. Für die Produktion höherer Mengen an Milch benötigen die Tiere zusätzlich Kraftfutter als zusätzlichen Energie- und Eiweißlieferanten. Nach Einschätzung der Bundestierärztekammer [5] überschreitet die durch die spezielle Fütterung herbeigeführte Hochleistung die physiologischen Möglichkeiten der Tiere, sodass bereits kleinste Fehler in der Fütterung zu Erkrankungen führen können. In diesem Zusammenhang weisen die Tierärzte auch darauf hin, dass Milch ein gutes Beispiel für die Wechselwirkung zwischen kostensparender Produktion und den daraus entstehenden Problemen für Tierschutz und Lebensmittelsicherheit ist.

Wie wäre es also, wenn, unterstüzt und gefördert von der Politik, ein Programm gestartet würde, dessen Ziel es ist, Kühe wieder als das zu halten, was sie ursprünglich sind: Grasfressende Wiederkäuer?

Interessante Links zum Thema:

Alle reden von der Milch. Wir reden von der Kuh! [6] – Ein wichtiger Bericht der Animals Angels

Wie die Milchbauern unterstützt werden [7] – Übersicht über die verschiedenen Unterstützungen von EU und Bund

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