0 Shell – Kundenliebling und Umweltsünder!

Das Ergebnis einer aktuellen Markenuntersuchung des Werbefachmagazins W&V (werben und verkaufen) zeigt Shell als Lieblingsmarke der deutschen Autofahrer. W&V schreibt dazu:

„Überragende Werte in den Image-Kategorien Dynamik, Modernität, Qualität und Tradition verhelfen der bekannten Marke Shell zum Sieg im Mafo.de-Ranking. Zudem scheint kein Wettbewerber im Feld einen ähnlich guten Service zu bieten.“

Für uns ist dieses Ergebnis Anlass einmal hinter die Kulissen eines so hochgelobten Konzerns zu schauen. Wie siehst der Konzern sich selbst? Was verspricht er der Gesellschaft und der Umwelt? Gibt es dunkle Flecken im glänzenden Kleid? Wie steht es heute um den Konzern, der einst Brent Spar in der Nordsee versenken wollte?
Beginnen wir mit einem Blick auf die Homepage der Deutschen Shell. Da bietet die Gesellschaft vier Rubriken an, von denen jede einzelne die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen ausdrückt:

Nachhaltige Entwicklung

„Nachhaltige Entwicklung bedeutet für Shell, bei Geschäftsentscheidungen kurz- und langfristige Interessen sowie wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.“

Umwelt

„Um den wachsenden Energiebedarf der Welt decken und die Umwelt schützen zu können, werden neue Technologien, neue Partnerschaften und neue Arbeitsweisen benötigt. Daher suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, die Auswirkungen unserer Tätigkeit auf die Umwelt zu verringern.“

Gesellschaft

„Überall, wo wir Betriebsstätten haben, sind wir Teil des Gemeinwesens. Wir arbeiten mit den Kommunen zusammen, um die Entwicklung der örtlichen Wirtschaft zu unterstützen und unsere Geschäftstätigkeit zu verbessern.“

Sicherheit

„Sicherheit genießt bei uns oberste Priorität. Unser Ziel lautet: keine Todesfälle sowie Vermeidung von Produktaustritten, Bränden und Unfällen. Wir engagieren uns dafür, die Einhaltung unserer Sicherheitsmaßnahmen sicherzustellen und kulturelle Probleme zu lösen, die unsichere Verhaltensweisen hervorrufen können.“

Diese Themenfelder sind es denn auch, die sich anbieten auf einen Prüfstand gestellt zu werden. Neben eigenen Recherchen haben wir auch Umweltorganisationen (wie z.B. Greenpeace und BUND) um eine Einschätzung und aktuelle Informationen gebeten (diese werden wir nach Eingang nach und nach veröffentlichen).

Wer sich mit der Mineralölgesellschaft Shell befasst und ihr weltweites Wirken beobachtet, der kommt um einen Sachverhalt nicht herum: Die Umweltkatastrophe im Nigerdelta. Seit mehr als 50 Jahren fördert Shell Erdöl in Nigeria. Die immensen Umweltschäden sind zu einem wesentlichen Teil auf veraltete Pipelines und Förderanlagen und auf mangelhafte Vorsorge durch Shell zurückzuführen.

In einem Prozess, der im Jahr 2008 (!) begonnen hat wurde Royal Dutch Shell im Januar von einem Gericht in Den Haag  (teilweise) dafür verurteilt, durch eine „besondere Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht“ der Sabotage an einer unterirdischen Pipeline in Nigeria und damit einem gewaltigen Umweltschaden Vorschub geleistet zu haben. Shell dürfte dieses Urteil aber ziemlich ungerührt zur Kenntnis nehmen, da nach nigerianischem Recht der Konzern für Schäden aufgrund von Sabotage nicht verantwortlich zu machen ist.

Trotzdem dürfte das Urteil von Den Haag Konzernen wie Shell noch einiges Kopfzerbrechen machen, denn mit dem Urteil wurde erstmals verfügt, dass sogenannte Global Player sich nicht mehr auf die lasche Umweltgesetzgebung in Ländern der Dritten Welt berufen können oder auf deren nachlässige Justiz hoffen.

Und auch wer bei uns zum Kundenliebling wird, muss damit rechnen, dass die schönen Sprüche auf eleganten Internetseiten als leeres Geschwätz entlarvt werden.

Wird fortgesetzt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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