Verantwortung

Lügen bis das Image stimmt
von Toralf Staudt

Wenn plötzlich alle “öko” sind, dann lohnt es sich nachzufragen! Stimmen die vollmundigen Versprechen der bunten Werbe-Broschüren? Halten die pathetischen Nachhaltigkeitserklärungen dem Wirklichkeits-Test stand? Toralf Staud zeigt an praktischen Beispielen, wie schnell aufwändig produzierte Luftblasen platzen können!

Grün, grün, grün alles was wir kaufen: Lügen, bis das Image stimmt

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JETZT2015-01-23_133906

Wir lassen uns nicht mehr alles gefallen!
Diese Erkenntnis dürfte inzwischen viele Politiker und auch manchen Manager erreicht haben. Dass trotz dieser Erkenntnis, sowohl in der Politik, wie auch in der Wirtschaft, häufig nach dem Motto “aussitzen und weiter so, das läuft sich tot” verfahren wird, das ist sicher ein Grund für das Entstehen von Bewegungen wie Pegida.
Gefährlich sind solche Bewegungen nicht per se, denn für sie gilt das Gleiche wie das eben gesagte für Politik und Wirtschaft, “das läuft sich tot”.
Trotzdem leisten sie einen schädlichen Beitrag zur Entwicklung des sozialen Klimas in unserer Gesellschaft – indem sie nämlich frühzeitig (und nicht einmal klammheimlich) von rechten Demagogen vereinnahmt werden und so dazu beitragen dumpf reaktionäres Gedankengut zu verbreiten.

Und deshalb ist es gut, dass es Harro Honolkas “Jetzt reicht’s” gibt. 50 Anleitungen zum Bürgerprotest. Und nicht genug damit: Um den Unzulänglichkeiten eines Buches zu begegnen – ist es einmal gedruckt, kann es von der Aktualität überholt werden – gibt es die Internetseite www.anleitungen-buergerproteste.de (Weiterlesen…)

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Quelle: photocase; Foto: carlito
Quelle: photocase; Foto: carlito

“Anti-Islamization leader steps down amid uproar over Hitler selfie” (Anti-Islamisten Führer tritt im Aufruhr über sein Hitler-Selfie zurück) schreibt CNN am 21.01.2014 um 23:24; “German Anti-Immigrant Figure Quits Post after Posing as Hitler” (Deutsche Anti-Immigranten Gestalt tritt nach Hitler-Pose zurück) schreibt Melissa Eddy am 21.01.2015 in der New York Times.

Was im ersten Moment wie der internationale Durchbruch der selbsternannten “Wir-sind-das-Volk-Trittbrettfahrer” aussehen mag, das ist wohl eher der Beginn des Niedergangs einer Bewegung, die, in Verkennung der historischen Realität, behauptet “im Namen und zum Wohle des Volkes” zuhandeln.

Der Rücktritt des vorbestraften Mitbegründers und aktuellen Hitler-Imitators hat in aller Deutlichkeit gezeigt, welche Kräfte bei Pegida mit an den Fäden ziehen. (Weiterlesen…)

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Quelle: attac
Quelle: attac

Nachdem die EU im September eine Bürgerinitiative zur Teilnahme an der TTIP-Verhandlungen mit der Begründung abgelehnt hat, dass die Verhandlungsmandate zu TTIP und CETA keine Rechts- sondern interne Vorbereitungsakte seien und damit durch eine Europäische Bürgerinitiative nicht anfechtbar, haben Campact, Attac und LobbyControl und weitere Initiativen eine europaweite Unterschriftenaktion gegen das Freihandelsabkommen TTIP gestartet.

Ziel der Aktion ist es, bis zum 9. Dezember 2014 eine Million Unterschriften zu sammeln und diese als ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art an Jean-Claude Junker zu übergeben. Mit den gesammelten Unterschriften soll dokumentiert werden, dass die sogenannte “Transparenzoffensive ” der EU nicht mehr als ein Tranquilizer für die Bürger ist und den Forderungen nach wirklicher Transparenz in keiner Weise gerecht wird.

Attac meint zu dieser Transparenzoffensive

“Die angekündigten Maßnahmen sind zwar Schritte in die richtige Richtung, jedoch bei weitem nicht ausreichend. Die Maßnahmen ermöglichen weiterhin keine ernsthafte öffentliche Diskussion und Bewertung der TTIP-Vorschläge und somit keinen demokratischen Prozess”, sagt Roland Süß vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. “Um die Gefahren des Abkommens und den Einfluss der Konzerne auf TTIP besser bewerten zu können, bleiben die Bürgerinnen und Bürger auf durchgesickerte Dokumente angewiesen.”

Ein Vorwurf mit dem die NGO nicht alleine stehen. Selbst der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wirbt mit den Worten

“Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich selbst ein Bild über Verhandlungsziele und Inhalte von TTIP machen können”

für mehr Tranparenz. Auch wenn die Ziele von NGO und BDI sehr unterschiedliche sein dürften – die Forderung an die Politiker bleibt bestehen.

Hier geht’s zur Teilnahme

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schweine6

AUFRUF
zur fünften „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin
am 15. Januar 2015 in Berlin

Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP. Für die Agrarwende!

Wir haben es satt!

Die Agrarindustrie ist weiter auf dem Vormarsch: Wenige globale Großkonzerne untergraben die Saatgut-Vielfalt und fördern die Gentechnik auf dem Acker. Investoren bauen immer neue industrielle Megaställe, in denen Tiere unter qualvollen Bedingungen leiden. Die Mächtigen dieser Welt planen auf dem G7-Gipfel und durch die Freihandelsabkommen TTIP und CETA die globale Industrialisierung der Landwirtschaft. Die Folgen sind allgegenwärtig: Immer mehr Bäuerinnen und Bauern müssen, hier und in den Ländern des Südens, ihre Höfe aufgeben. Billigfleisch überschwemmt die Märkte. Der Anbau von Monokulturen verdrängt den Regenwald. Ackerland wird zum Spekulationsobjekt. Und: Der weltweite Hunger ist nach wie vor Fakt. (Weiterlesen…)

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“Vom Irrsinn, der als Normalität durchgeht” so überschreibt Fred Grimm, Autor von “Shopping hilft die Welt verbessern“, seinen Beitrg in der aktuellen Ausgabe von Schrot & Korn. Ausgehend von der Frage, wie er das nennen soll, was er über Mode schreibt, die umweltschonend und unter fairen Bedingungen hergestellt wird. Öko-Mode, Grüne Mode, Bio-Mode, Öko-faire, öksoziale Mode oder ethisch korrekt? Und schon kommt er zum Kern des Problems:

Warum ist es nötig geworden dass das eigentlich Selbstverständliche, das “Normale”, dass man nämlich mit giftfreien Materialien arbeitet, dass man Näherinnen und Verkäuferinnen fair bezahlt und nicht ausbeutet und, dass Kleidung am Ende ihres Gebrauchs nicht als Sondermüll entsorgt werden muss, mit besonderen Hinweisen kennzeichnet? (Weiterlesen…)

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Quelle: BUND Fleischatlas 2014
Quelle: BUND Fleischatlas 2014

Wie das Naturkostmagazin Schrot & Korn in seiner März-Ausgabe 2014 berichtet, gibt der von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Fleischatlas 2014 eine fatale Prognose:

“Demnach wird die weltweite jährliche Fleischerzeugung bis Mitte dieses Jahrhunderts auf fast 470 Millionen Tonnen anwachsen. Das sind dann 150 Millionen Tonnen zusätzlich, also ein Drittel mehr als heute.”

Was sich hinter diesen Mengenangaben an Einzeltieren verbirgt, sollen einige Beispiele für die Schlachtungen in Deutschland verdeutlichen: Allein hier werden jährlich 58.000.000 Schweine; 630.ooo.000 Hühner und 3.200.000 Rinder geschlachtet. Das ist Nichts im Vergleich zu China. Dort werden allein 660.000.000 Schweine jährlich geschlachtet. Und weltweit? Da sind es, zum Beispiel, 1.383.000.000 Schweine und 58.110.000.000 Hühner – bei steigender Nachfrage. (Weiterlesen…)

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Fernsehbild ARD
Fernsehbild ARD

Darum geht’s: In einem Interview mit der ARD-Sendung Bericht aus Berlin hat sich Bundespräsident Gauck zu der möglichen/wahrscheinlichen rot-rot-grünen Regierungskoalition geäußert. Das sagte er (ab Minute 4:22):

“Naja, Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind, die müssen sich schon ganz schön anstrengen, um dies zu akzeptieren. Aber, wir sind in einer Demokratie, wir respektieren die Wahlentscheidung der Menschen und fragen uns gleichzeitig, ist die Partei, die da den Ministerpräsidenten stellen wird tatsächlich schon so weit weg von den Vorstellungen, die die SED einst hatte bei der Unterdrückung der Menschen hier, dass wir ihr voll vertrauen können? Und es gibt Teile in dieser Partei, wo ich – wie viele andere auch – Probleme habe, dieses Vertrauen zu entwickeln. Wir erleben gerade in Thüringen einen heftigen Meinungsstreit “Ja was ist denn diese Partei nun wirklich?”

Der Verfasser dieses Beitrags ist 9 Jahre jünger als der Bundespräsident, ist kein ehemaliger DDR-Bürger und glaubt trotzdem einen historischen Vergleich zu haben, der es ihm erlaubt den Kritikern von Gaucks Aussage entgegenzutreten.

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Quelle: photocase; Foto: carlito
Quelle: photocase; Foto: carlito

Wir wissen, dass die, die es angeht diesen Beitrag nicht lesen werden. Sie werden nicht einmal wissen, dass es diesen Beitrag gibt. Wenn er trotzdem geschrieben wird, dann deshalb, weil der Verfasser zu der Generation gehört, deren Eltern in der Zeit erwachsen wurden und waren und denen wir oft genug vorgeworfen haben “nichts getan zu haben”. Nichts getan zu haben gegen den alltäglichen Rassenhass, gegen ein unmenschliches Terrorregime. Deshalb stehen wir im Wort, gerade wenn in diesen Tagen gedenken der Attentäter des 20. Juli 1944 gedacht wird.

Wenn also in diesen Tagen in deutschen Städten wieder antisemitische Hassparolen zu hören sind, dann ist das beschämend und unerträglich. Wenn eine in Frankfurt lebende, junge jüdische Frau davon spricht, dass sie Angst hat auf die Straße zu gehen, dann ist es höchste Zeit zum handeln.

Das gilt für uns alle, Bürger und Politiker. Es gilt dem Bündnis der Hass-Idioten aus Neo-Nazis, arabischen Extremisten und durchgeknallten “Linken” (Zitat Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau) eine “klare Kante” zu zeigen. Und es gilt Menschenrechte einzufordern – für Israelis und für Palästinenser. (Weiterlesen…)

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Leider kam der campact Jubel zu früh: “SPD will Weg für Fracking freimachen” schreibt die Frankfurter Rundschau in der Wochenendausgabe vom 5./6. Juni 2014 und liefert damit ein weiteres Beispiel für die Werthaltigkeit des Politikerausspruchs “Wir nehmen die Bedenken der Bevölkerung ernst”.

Der folgende Beitrag ist deshalb – bis auf die bereits angemeldeten Bedenken – obsolet.

Es scheint so, als habe der massive öffentliche Protest Herrn Gabriel doch noch zum Einlenken bewegt: Er hat nicht, wie dies ursprüngliche seine Absicht war, seinen Gesetzesentwurf zum Fracking noch vor der Sommerpause ins Kabinett eingebracht.

Das sollte jedoch tunlichst nicht als Anzeichen einer möglichen Absage an dieses umweltschädliche Vorhaben verstanden wissen, da sind die Lobbyisten vor – zum Beispiel BP als engagierter Vertreter der Idee “Fracking als europäische Chance

Unsere alte  Überschrift “Fussball-WM verschleiert Gabriel-Initiative zum Fracking?” ist zwar überholt, zur Entspannung gibt es aber keinen Anlass.

 

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