Gewalt

Warum Amok und Gewalt kein Zufall sind
von Götz Eisenberg

Mit der heutigen Buchvorstellung wollen wir dem Titel des vorzustellenden Buches gerecht werden: …damit mich kein Mensch mehr vergisst! Eine Erinnerung an die Amoktaten der letzten Jahre und ein Aufruf  an unsere “Betroffenheitsgesellschaft”, die nur allzu schnell wieder das ‘business as usual’ ausruft.

Schnell überlesen (oder gar übersehen) wird vielleicht die Widmung auf der vierten Seite des Buches. “Lothar Baier zum Gedächtnis”. Wer jedoch einmal kurz nachschlägt wer dieser Lothar Baier war, der wird für seine Mühe belohnt und erhält auf diese Weise indirekt einen Hinweis auf den Verfasser. Auch er ist ein Schriftsteller, der sich einmischt und Gerechtigkeit und Reformbereitschaft von Politik uns Gesellschaft einfordert. Und das zu einem Thema, bei dem populistische Stimmen gerne nach einfachen Lösungen rufen.

Götz Eisenberg hat mit seinen theoretischen Grundlagen aus den Fachbereichen Jura, Politikwissenschaft, Soziologie und psychosomatischer Medizin und der praktischen Erfahrung als Gefängnispsychologe sicher eine ausreichende Grundlage um das sensible und, für die Gesellschaft und alle betroffenen Individuen, schmerzliche Thema von Amok und Gewalt zu schreiben.

Sein Buch ist kein Rezeptbuch für die “Betroffenheitsgesellschaft”, im Gegenteil, wenn er davon schreibt, dass “in den 60-er Jahren noch ein fragiles Gebilde, das man als “soziales Gewissen” bezeichnen kann. Die Einzelnen waren in soziale Gemeinschaften auf eine Weise eingebunden, dass auch im Falle größter zwischenmenschlicher Katastrophen niemand aus der Welt zu fallen drohte.”
Wenn er fortsetzt, dass “Die Tendenz zur Individualisierung….die letzten Reste von Gemeinschaft offensichtlich geschleift und das “soziale Immunsystem” (hat) erodieren lassen.” Dann ist die anschließende Frage “Was sagt es uns über den Zustand einer Gesellschaft, wenn sie bezahlte Experten benötigt, um Kinder zu trösten?” zugleich Metapher für den Kern dieses Buchs:
Der “soziale Tod”, den Amoktäter vor ihrer Tat erlitten haben, die verlorene Gesellschaftlichkeit, ist kein spontaner Suizid sondern Ergebnis eines gesellschaftlichen Prozesses. Ein gesellschaftliches Ereignis. Diese so häufig “Betroffenheit empfindende” Gesellschaft bemerkt es nur mangels Aufmerksamkeit nicht. Und wenn, dann ist es meist zu spät. Das Buch ist eine Herausforderung für uns alle, denn wir erfüllen die Normen und Werte der bürgerlichen Gesellschaft mit Leben.

Damit mich kein Mensch mehr vergisst: Warum Amok und Gewalt kein Zufall sind

Preis: EUR 16,95

88 neue und gebrauchte Angebote ab EUR 8,37

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Die Mafia in Deutschland
von Petra Reski

Spätestens seit den Morden von Duisburg am 15. Juli 2007 muss auch der breiten Öffentlichkeit bewusst geworden sein, dass es die Mafia auch in Deutschland gibt. Nach einem Bericht der FAZ warnt das Bundeskriminalamt in einer 236 Seiten umfassenden Analyse besonders vor den n’drangheta, die ihren Einfluss in Wirtschaft und Politik ausgedehnt habe.

Was zunächst noch abstrakt und unbestimmt klingt, wird schnell zur  fatalen Gewissheit, wenn Petra Reski z.B. von der Nobelpizzeria in Stuttgart-Weilimdorf berichtet, zu deren Stammgästen auch der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger zählte, für den diese Tatsache in einen “pikanten Untersuchungsausschuss” mündete.

Wie sachkundig die Frau aus dem Ruhrgebiet, die schon bei Mafiabossen auf dem Sofa saß, das Thema behandelt, lässt sich vielleicht am Besten daran erkennen, dass ihre Arbeit in Italien bereits mit zwei Preisen, dem premio civita (verliehen von der ANDE, einer italienischen Frauenvereinigung, deren Ziel die politische Bildung und Partizipation von Frauen ist) und dem internationalen Journalistenpreis Amalfi Coast Media Award gewürdigt wurde.

Dabei lesen sich ihre Erkenntnisse und Beschreibungen so unterhaltsam (z.B. der Bericht über die Gemeinsamkeiten von Köln und Kampanien)  und spannend, dass der flüchtige Leser  Gefahr laufen kann, die reale Bedrohung der bundesdeutschen Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Gerade so, wie dies wohl bei deutschen Politikern  seit Jahren der Fall ist.

Petra Reski ist verwundert darüber, wie leicht es der Mafia gemacht wird, sich in Deutschland einzurichten. Diese Verwunderung drückt sie in einem Satz aus, der Öffentlichkeit und Politiker aufrütteln sollte: ” Mafiakultur ist Nazikultur: Die Verbindung zwischen Mafia- und Nazikultur besteht in der Verachtung für das menschliche Leben, für die Würde, für die Freiheit, für die Demokratie. Und gerade die Deutschen sollten deswegen umso sensibler sein für diese Entwicklung!“ Und wie es damals war ist es heute, der freundliche Wirt um die Ecke kann der capo einer lokalen Zelle sein.

Von Kamen nach Corleone: Die Mafia in Deutschland

Preis: EUR 20,00

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Nach den Ereignissen von Winnenden ist das ganze Land in Aufruhr. Die Gesetzesverschärfer liegen im Wettbewerb mit den Online-Spiele-Verbietern. Berufenen und unberufene Psychologen und Psychiater versuchen sich an Erklärungen für das Verhalten eines jungen Mannes, den keiner von ihnen kennt. Und die Berufsbetroffenen sind – wie immer – betroffen. (Weiterlesen…)

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Auf der Rückfahrt von einer Veranstaltung in Dresden wurde am Samstag, 14. Februar 2009, eine Gruppe von nordhessischen Gewerkschaftern auf dem Autobahnrastplatz Teufelstal (in der Nähe von Jena) von Neonazis überfallen und zum Teil schwer verletzt. Aus diesem Anlass diskutierten die Parteien des hessischen Landtags am 18. Februar über die Verabschiedung eines Entschließungsantrags betreffend die Verurteilung rechter Gewalt. (Weiterlesen…)

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