foodwatch

Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen
von Thilo Bode

Man merkt es dem Buch an, Thilo Bode ist ein Mann der Aktion. Bücher schreiben ist seine Sache nicht, sonst gäbe es in diesem Buch Merksätze, Infokästen, Fettdruck u.ä. Aber, das Buch musste raus! Zusatzeinnahmen generieren, Aufmerksamkeit bringen.
Es ist flott geschrieben, eine Sache die leicht gefallen sein dürfte, stößt man doch immer wieder auf Textfragmente, die es so oder in ähnlicher Form auch auf der foodwatch homepage schon gegeben hat.

Genug der Kritik, das Buch ist lesenswert.

Bode zeig,t was Unternehmen „veranstalten“, um im hart umkämpften Lebensmittelmarkt Gewinne zu erzielen und wie sie dabei die Verbraucher täuschen. Er entlarvt die Gesundheits-, Wellness- Schlankheits- und – nicht zuletzt – die zunehmenden Bio-Lügen. Dabei scheut er sich nicht, Ross und Reiter zu nennen. Nicht zuletzt mit der von ihm und seiner foodwatch-Organisation vehement vertretenen Lebensmittelampel hat er es geschafft, zu einem starken Feindbild der Bundesministerin Aigner zu werden. Das umfassende Quellenverzeichnis der Essensfälscher ist einer Doktorarbeit würdig und erlaubt eine saubere Beweisführung zu vielen seiner Aussagen.

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Offensichtlich keine Freude über einen Gewinn der besonderen Art hatte Zott.

Knapp über 81.000 Teilnehmer hat foodwatch für die diesjährige Wahl zur dreistesten Werbelüge 2010 aktivieren können. Für mehr als ein Drittel, genau 37,5 %, hat sich die Firma Zott mit ihrem Kindergetränk „Monte Drink“ den dreistesten Etikettenschwindel geleistet. Für sie war „Monte Drink“ eben genau das nicht, sondern die von foodwatch angeprangerte Zuckerbombe.

Die große Teilnehmerzahl bei der diesjährigen Wahl zeigt, dass immer mehr Verbraucher das Internet nicht nur zum Einkaufen, Spielen oder ziellosen Surfen nutzen, sondern auch dazu, ihre Stimme vernehmbar zu erheben und Produkt- und/oder Leistungsmängel – für eine große Öffentlichkeit sichtbar – anzuprangern.

Warum der Drink von Zott eben nicht in den Schulranzen von Kindern gehört, erklärte  Anne Markwardt, bei foodwatch für Kampagnen zuständig. Der Wahlsieger habe mehr Zucker als Cola und so viele Kalorien wie Fanta. Der „Monte Drink“ von Zott enthält 12,7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Auf dem zweiten Platz bei der Abstimmung landeten der Tee „Gelbe Zitrone Physalis“, auf dem dritten die „Duett Champignon Creme-Suppe“ von Escoffier.

Wie wirksam und ernstgenommen die Aktion „Goldener Windbeutel“ inzwischen ist, zeigen die Reaktionen von Zott.

Nicht nur, dass man dort versuchte, den Firmensitz (durch das Entfernen von Hinweisschildern und Logos) „unsichtbar“ zu machen und, als die Jury den Preis übergeben wollte,  keiner der  Produktentwicklungs-, Marketing- oder Werbemitarbeiter – geschweige denn ein Vertreter der Firmenleitung – zu finden war. Nein, es wurde bereits direkt am Produkt reagiert!

„Monte Drink“ ist inzwischen nicht mehr  der „ideale Begleiter für Schule und Freizeit“ und, weil das Haus Zott „Meldungen mit kritischem Hintergrund sehr ernst(nimmt) und bezieht diese in seine Überlegungen ein.“ wird „Im Hinblick auf die öffentliche Diskussion zu Zucker wird das Produkt „Monte Drink „Anpassungen und Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur erfahren.“

Herzlichen Glückwunsch foodwatch!

Übrigens, wenn Sie die Lust verspüren, der Firma Zott zu ihrer Auszeichnung zu gratulieren und damit die Aufmerksamkeit der dort in Werbung und Produktgestaltung arbeitenden Mitarbeiter „wach“ zu halten >> Bitteschön

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