Bildung

Quelle: photocase; Foto: gabs0110
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Wieder einmal zeigt eine OECD-Bildungsstudie unverblümt, wie es um die Bildungspolitik in Deutschland bestellt ist und welche Folgen bildungspolitische Kleinstaaterei hat. Und wieder einmal werden Politiker und „Experten“ wie aufgeregte Hühner laut gackernd umherrennen und neue Konzepte und Reformen ankündigen. Dann wird festgestellt werden, dass die finanziellen Mittel für Reformen fehlen und langsam wird sich wieder der politische Mehltau über die deutsche Bildungslandschaft legen – bis zur nächsten OECD-Studie.

Die harsche Kritik wird auch diesmal ohne die erforderliche und grundlegende Konsequenz bleiben, denn die heißt: Weg mit dem Bildungsföderalismus!

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Quelle: photocase; Foto: fult

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Das hat nicht einmal der Springer-Verlag geschafft, denn dessen auflagenstärkstes Blatt, das Fachblatt für alle Bildungsfragen, hat seine Bildungsstudie (im März 2011 abgeschlossen) mit drei starken Partnern gemacht: Roland Berger, Bertelsmann Stiftung und Hürriyet.

Aber auch, wenn der Spiegel hier einmal zu spät kommt, um Erster zu sein, zu spät, um etwas anzuschieben, kommt er deshalb noch lange nicht.

Seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 streiten sich die Parteien in Deutschland um das richtige Bildungskonzept. Das tun sie bisher ohne wirklichen Erfolg, denn immer noch gibt es in Deutschland 16 unterschiedliche Bildungsstrategien (wenn es denn überhaupt Strategien sind und nicht kurzatmige Konzepte für jeweils eine Legislaturperiode). Dazu die übergeordneten Gedanken der Bundesregierung – die wegen des Kooperationsverbotes in der Bildung eigentlich gar nicht ausgesprochen werden dürften.

Damit endlich etwas in Bewegung kommt, unterstützen wir die Abonnentenwerbung des Spiegels und stellen Ihnen heute Frage 6 der Spiegel BILDUNGSSTUDIE 2011 vor: „Sollte die Gesamtschule anstelle des dreigliedrigen Schulsystems in ganz Deutschland eingeführt werden?“

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Quelle: photocase; Foto: Lukow

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Bildungspolitik wird in Deutschland bisher (leider) dezentral gemacht. Was das im Schulalltag bedeutet, das merken Eltern immer dann besonders deutlich, wenn zum Beispiel ein  beruflich bedingter Umzug mit Wechsel des Bundeslands ansteht. Dann kann aus einem bisher guten Schüler sehr schnell ein schulischer „Pflegefall“ werden. Grund dafür sind die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Lehrpläne, die bisher in keiner Weise der von den Eltern bei der Arbeitssuche geforderten Flexibilität Rechnung tragen.

Die große Bildungsstudie 2011 des Spiegels macht dem ein Ende. Sie ermittelt ein bildungspolitisches Anforderungsprofil, an dem sich unsere Bildungspolitiker orientieren können. Bildungspolitik „bottom up“ und nicht wie bisher „different tops down“.  Und wenn die Verquickung von Werbung und Information nicht so ganz mit der Ziffer 7 des Pressekodex „Trennung von Werbung und Redaktion“ vereinbar scheint, was soll’s (oder?), es muss endlich Bewegung in die deutsche Bildungslandschaft kommen. Deshalb werden wir auch heute wieder eine der 12 Fragen aus der Studie behandeln.

Heute Frage 4 der Bildungsstudie 2011:

„Wer soll über die weiterführende Schulform von Grundschülern entscheiden?“

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Quelle: photocase; Foto: suze

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Auch einen Monat nach der Veröffentlichung seiner Bildungsstudie 2011 in Form eines Flyers und als Beilage in einer Teilauflage der Wochenzeitung Die Zeit erwähnt Der Spiegel sein Großprojekt weder auf Spiegel-online, noch auf der Homepage des Magazins. Warum wohl?

Wir haben uns vorgenommen, weiterhin auf die große Bildungsstudie 2011 des Spiegels aufmerksam zu machen und unsere Verwunderung über den diskreten Umgang mit dieser einmaligen Kombination aus Abonnentenwerbung und seriöser Umfrage auszudrücken. Und, wir werden jeden Tag eine der 12 Fragen aus der Studie behandeln.

Heute Frage 3 der Bildungsstudie 2011:

„Glauben Sie, dass Ganztagsschulen helfen, sozial benachteiligten Kindern Chancengleichheit im späteren Berufsleben zu ermöglichen?“

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Quelle: photocase; Foto: gabs0110

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Das hätte man (der Verfasser) vielleicht von Bild oder Focus erwartet – aber nein, die Macher von Deutschlands wichtigestem (selbsternannt?) Nachrichtenmagazin, DER SPIEGEL, hatte diese Idee. Sie machen aus einem Mailing zur Abonnentenwerbung einfach die BILDUNGSSTUDIE 2011. Fraglos eine spektakuläre Idee. Hatte Deutschland bislang nur mehrere Millionen Fußball-Bundestrainer, wird es in Kürze (10.06.2011) zusätzlich etliche Tausend (der Flyer war einer  Teilauflage der ZEIT vom 14.04.2011 beigelegt.) Bildungspolitiker mehr geben.

Die Redaktion der Bürgerlobby verfolgt die Aktion des Siegel auch deshalb mit besonders großem Interesse, weil mit der Bildungsstudie 2011 erstmalig Bildungspolitik von der Basis ausgehend gemacht werden könnte. Eine mögliche Weiterentwicklung könnte dann eine Ted-Abstimmung zur Frage 2 aus der Bildungsstudie sein:

„Begrüßen Sie die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre?“

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