1 Schluss mit dem Betrug

Eine Bankangstellte packt aus
von Maria Eder

„Leistung aus Leidenschaft“ lautet der claim einer großen deutschen Bank. Hat man Maria Eders Buch gelesen, kommt man – ehe man sich’s versieht – auf eine Variation dieses Spruchs, nämlich: „Leistung, die Leiden schafft“.
Weil aber Maria Eder ihre Erfahrungen als Bankangestellte in Bayern gesammelt hat, lautete der Original-Claim ihrer Bank sicher anders, unsere Variation jedoch hätte sicher auch für diese Bank Gültigkeit.

Auch heute noch setzen die Banken in Deutschland auf den Vertrauensvorschuss, den ihnen viele ihrer Kunden entgegen bringen. Ein Vertrauensvorschuss, der bei den Kunden (fast) genetisch gelernt zu sein scheint und an dem größere Zweifel erst in neuester Zeit aufkommen.

Wie berechtigt diese Zweifel sind und dass die sogenannten Bankberater uns – statt Hilfe bei einer sinnvollen und sicheren Anlage unseres  Geldes zu leisten – lieber unnötige und teure Finanzprodukte aufschwatzen, das belegt Maria Eder mit Beispielen, die sie bei ihrer Arbeit beobachten konnte bzw. zu denen sie von ihren Chefs „animiert“ wurde.

Bereits während der Ausbildung lernt der künftige „Banker“ zunächst die simplen, mit zunehmender Ausbildungsdauer auch die subtileren Kniffe aus der Werkzeugkiste der Vertriebsrhetoriker kennen. Eindrucksvoll erzählt Maria Eder hierzu die Geschichte von Nadine, einer jungen Frau, die wie sie selbst, am Anfang ihres Berufslebens steht und die sie, gemeinsam mit einem erfahrenen (und provisionserfahrenen) Kollegen, zuerst berät und dann (dank der „Erfahrung“ des Kollegen) mit einer Riesterrente überversorgt. Nur einen Tag später wird Nadine zum ersten „Storno“ ihrer noch jungen Karriere.

Je intensiver sie die „Produkte“ ihrer Bank kennenlernt, desto mehr fragt sie sich: „kann das überhaupt funktionieren?“ Und um so bestürzter sieht sie die Fälle, in denen aus 5.000 Euro 2.578 Euro werden. Maria Eder läßt uns daran teilhaben wie ihr die Widersprüche zwischen der edlen Werbewelt ihrer Bank und der rücksichtslosen Durchsetzung von Verkaufsvorgaben durch einen provisionsgeilen Chef zu einer immer größeren Belastung werden. Und wie sie feststellen muss, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Risiken oder zweifelhaften Produktkonstrukten nicht erwünscht ist. Das Motto heißt Umsatz, das Ziel maximaler Ertrag für die Bank.

Banken sind Aktiengesellschaften. Ziel ihrer Arbeit ist die Erwirtschaftung größtmöglicher Gewinne für ihre Aktionäre und nicht der größtmögliche oder sicherste Erfolg für die Kunden. Diese Aussage ist keine linke Propaganda, sondern eine vereinfachte Zusammenfassung dessen, was das Aktiengesetz vorschreibt. Maria Eders Erfahrungen bestätigen das.

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{ 1 Kommentare... lese ihn oder Schreibe einen Kommentar }

  • 1
    Thomas Schönfelder

    Gut das es noch solche Personen wie Maria Eder gibt. Wie lange noch?

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