0 Der facebookeffekt

Hinter den Kulissen des Internet-Giganten
von David Kirkpatrick

Eine Website wie facebook hat es noch nie gegeben: Die Aussagen über die Anzahl der Nutzer schwanken zwar, aber es dürften inzwischen nahezu 500 Millionen sein. Großzügige Schätzungen sagen, dass bis ins Jahr 2013 weltweit jeder Internetnutzer seine Seite haben wird. Es heißt, dass kaum ein Externer je so viel Zugang zum inneren Kreis des Phänomens facebook gehabt hat, wie der Verfasser des facebookeffekts, David Kirkpatrick. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemängelt den „affirmativen“ Ton Kirkpatricks und schreibt, dass Zuckerberg jemanden wie Kirkpatrick gebraucht habe, um die aufkommenden Ängste der facebook-Nutzer um ihre Privatsphäre zu zerstreuen und ihm deshalb seine volle Unterstützung bei der Recherche gewährte.

Welche Bedeutung der Autor, dessen Begeisterung für facebook immer zu spüren ist, dem Projekt zuspricht, wird im amerikanischen Original-Untertitel wesentlich deutlicher, als in der deutschen Übersetzung „The Inside Story of the Company That is Connecting the World“.

Erzählt wird die Geschichte einer Organisation, die inzwischen (vielleicht) über mehr persönliche Daten ihrer Nutzer verfüg,t als jeder Staat, jede Regierung über ihre Bürger. Das Buch geht zurück in die Zeit der Studentenbude in Harvard und zum Sieg über Friendster und MySpace. Es erzählt vom Beginn des Wachstums und von Zuckerbergs Weigerung, zu verkaufen.

Es ist ein unterhaltsam geschriebenes Buch, das bemerkenswert genau über die Geschichte eines einzigartigen Unternehmens berichtet. Aufmerksamen Lesern wird sehr bald auffallen, dass Kirkpatrick bei aller Detailgenauigkeit die nötige Distanz des (auch) kritischen Journalisten vermissen lässt. Zwar berührt er die kritischen Themen, die sich um facebook ranken, umgeht aber jede Kritik und beschäftigt sich nicht mit den wichtigsten Fragestellungen des Unternehmens. So liefert er – trotz seiner Nähe zum Boss – nur wenig Einblick in die Beweggründe, die Zuckerberg in die Misere mit der Privatsphäre der facebook-User geführt haben. Leider wird es auch versäumt, am Beispiel von facebook umfassender darüber zu reflektieren, wohin das Internet sich entwickeln wird und welche Auswirkungen das auf Staat und Gesellschaft haben wird.

Trotzdem ist das Buch ein Muss für jeden, der sich für die Entwicklung des Internets interessiert und der wissen möchte, wie es facebook gelingen konnte (und gelingt), Milliarden von Stunden der kollektiven Aufmerksamkeit an sich zu binden.

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