0 FOOD CRASH

Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr
von Felix zu Löwenstein

Kann der Hunger auf der Welt allein mit ökologischem Landbau gestillt werden? Felix zu Löwenstein, promovierter Landwirt und Vorsitzender des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft), sagt ja und versucht die Beweisführung mit seinem aktuellen Buch.

Eine seiner Thesen lautet: Es ist nicht wahr, dass die Erträge aus ökologischem Landbau wesentlich unter denen aus konventionellem Ackerbau liegen. Das Gegenteil ist der Fall, die Unterschiede sind marginal und das gilt auch für die hochtechnisierte Landwirtschaft Mitteleuropas. In weniger entwickelten Ländern mit einem geringen Technisierungsgrad hat sich gar gezeigt, dass ökologischer Landbau den konventionellen Systemen überlegen sein kann. Dazu verweist Löwenstein auf ein Projekt der FAO (Food and Agricultural Organization of the United Nations) in Äthiopien, bei dem die Landwirte, die mit organischen Düngemitteln gearbeitet haben, einen um 40 Prozent höheren Ertrag hatten als diejenigen, die chemischen Dünger verwendet haben.

Mit Thesen wie dieser weckt er den Widerspruch der Vertreter der konventionellen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden (übrigens auch des Bundesministers für Entwicklungshilfe!), die das Heil der Welt nach wie vor in Pestiziden, chemischen Düngemitteln und genetisch verändertem Saatgut sehen. Sie behaupten weiterhin, dass „going organic“, eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft nicht produktiv genug sein könne, um die Menschheit zu ernähren.

Dem entgegnet Löwenstein, der drei Jahre als Entwicklungshelfer in Haiti tätig war und außerdem im Tschad und in Burkina Faso Erfahrungen sammeln konnte, dass – besonders für arme Länder – die Preis- und Patentpolitik in der konventionellen Landwirtschaft einen gravierenden Nachteil darstellt. Weiterhin weist er auf die zusätzlichen Kosten hin, die durch die Belastung der Umwelt entstehen, wenn zum Beispiel die Rückstände chemischer Produkte ins Wasser gelangen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist laut Löwenstein ein innovatives Landwirtschaftssystem, das die Verwendung von Fremdmitteln vermeidet und sich stattdessen darauf konzentriert, das Beste aus den heimischen Böden zu machen und den Nährstoffkreislauf zu beachten. Damit dies erfolgreich gemacht wird, gilt es, den Bauern das dazu nötige Fachwissen zu vermitteln.

Auch wenn Food Crash ein umstrittenes Buch ist und einige Argumente der die konventionelle Landwirtschaft vertretenden Gegner nicht von der Hand zu weisen sind, kann eines festgehalten werden:

Unsere hochtechnisierte energieintensive Landwirtschaft produziert immer mehr und mehr. Nicht nur, dass sie dabei Rohstoffvorkommen auszehrt und nicht selten zur Kontaminierung von Boden und Wasser durch überschüssige Chemie führt, nein, sie produziert auch zu viel (!) und so endet ein großer Teil Lebensmittel (!)  regelmäßig auf dem Müll.

Ein solches System kann nicht richtig sein. Allein schon deshalb lohnt es sich, Food Crash zu lesen und sich Gedanken darüber zu machen, wie das Gegenmodell zur Konzernlandwirtschaft aussehen kann.

Nicht zu vergessen Anregungen und Handlungshilfen wie „Kaufen Sie regional und saisonal“, „Kaufen Sie Biolebensmittel“, „Werden Sie selbst zum Erzeuger“ oder „Kaufen Sie nachhaltigen Fisch“ – kleine Dinge, wenn einer sie tut, aber große Dinge, wenn viele sie tun – dann verändern Sie die Welt!

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