0 Brief an eine amerikanische Freundin
A German Reality – Elections Can Change Things

Quelle: photocase; <br>Foto sijole

Quelle: photocase; Foto sijole

Liebe Heather De Lisle,
dass ich mit der Replik auf Ihren Beitrag in The European bis nach den Wahlen gewartet habe, hat einen guten Grund. Es hätte auch anders laufen können und dann hätten Sie – leider – mit manchem Recht gehabt. So aber möchte ich doch einige Punkte Ihres „Realitätschecks“ kommentieren und  kleine, ergänzende Realitätsaspekte hinzufügen. Dies jedoch nicht ohne vorweg zu schicken, dass Ihnen mit der German Horror Picture Show wieder einer dieser lesenswerten Beiträge gelungen ist, die Lust machen, eine Diskussion zu eröffnen.

Ich glaube, wir können gemeinsam froh sein, dass Gaddafi keine „Luftwaffe“ hatte ,sondern lediglich „ein paar zum Teil schlecht gewartete Fluggeräte“. Allerdings reichten selbst die aus, die rebellischen Fußgänger in Menge auszulöschen. Insofern denke ich, war und ist die Flugverbotszone schon eine gute Sache.

Die Obama-Anekdote gibt ein Beispiel dafür, wie eine Überschrift in die Irre führen kann.  Der Gag ist ok, nur das mit dem Schlüsseldienst ist eine Spur zu viel – aber wer liest schon alles ….

Irrelevant und NATO passen normalerweise sehr gut zusammen. Vielleicht sollte man sagen, USA und NATO haben noch keine Erfahrung im Führungswechsel in Krisenfällen mit unterschiedlicher strategischer Ausgangslage.  Und vergessen wir eines nicht, in Libyen geht es auch um Öl. Das ist in diesem Fall ein Aspekt, der nicht die USA angeht, sondern die Europäer. Und Ölinteressen haben auch in der Vergangenheit schon politisches Handeln beeinflusst – wer weiß das besser als die USA?

Zu Appeasement nur ein Wort – wikipedia – die hier gelieferte Definition zeigt: Damit argumentiert man „wie man’s braucht“.

Jod-Tabletten und German Angst – stimmt, aber da haben wir eben Erfahrung. Als die Schweinegrippe en vogue war, waren wir – nach anfänglichen Diskussionen – Weltmeister in der  Bevorratung mit Tamiflu!

Die Tatsache, dass Deutschland von Kernkraftwerken umgeben ist, ändert nichts daran, dass wir uns als High-Tech-Land entscheiden können, mit einer zukunftsträchtigeren Energie JETZT zu beginnen, in dem wir den Innovationsdruck erhöhen. Und das passiert beim Verzicht auf Kernkraft. Wenn die Entwicklung erneuerbarer Energien mit Verve vorangetrieben wird, werden wir zukünftig mehrere Vorteile haben – technischen Vorsprung, Sprengung des Energiekartells durch mehr und neuen Wettbewerb, keinen zusätzlichen Atommüll.

Zum Schluss Ihres Beitrags fragen Sie: „In was für einer Welt bin ich gelandet?“ Darf ich Ihnen bei der Antwort helfen? Sie sind in Deutschland, dem Land, dass mit den Wahlen am Wochenende gezeigt hat, dass die Wähler sehr wohl Einflußmöglichkeiten haben. Eine Wahlbeteiligung von 66,2 %  in Baden-Württemberg und über 60 % in Rheinland-Pfalz zeigt doch, dass Sie einen guten Landeplatz in einer funktionierenden Demokratie gewählt haben!

Ist es eigentlich Wählerbeschimpfung, wenn jetzt von einer hysterischen Gesellschaft gesprochen wird?

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