1 Die große Strompreislüge!
Verbraucher bezahlen 1 Milliarde zu viel!

Quelle: photocase Foto: chriskuddl

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Das von der Kanzlerin  im September 2010 als „Revolution in der Energieversorgung“ bejubelte Energiekonzept mit der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke entpuppt sich für die deutschen Stromkunden mehr und mehr als Kuckucksei. Entgegen der Einschätzung des Bundeswirtschaftsministers, dass das Energiekonzept „preisdämpfend“ sei und ein „Stück Vorteil für die Verbraucher“ (Brüderle in BILD), sind es zwischen 40 (BILD) und 570 (RTL-aktuell) Unternehmen, die für 2011 Preiserhöhungen angekündigt haben. Das anerkannte Preisvergleichsportal VERIVOX beziffert die Zahl der „Erhöher“ mit 454!

Und auch die Antwort des Eon-Chefs Johannes Teyssen auf die Frage der Süddeutschen Zeitung, ob die Verbraucher demnächst mit sinkenden Preisen rechnen könnten: „Unsere Strompreise werden ja nicht hier am Vorstandstisch in Düsseldorf festgelegt. Wir müssen uns an den regionalen Märkten orientieren. Das einzige, was ich hierzu verlässlich sagen kann, ist: Die Entwicklung der Strompreise wird deutlich günstiger sein als ohne Laufzeitverlängerung.“ Muss wohl mehr im Sinn der Überschrift des Beitrags „Wir können mit jeder Regierung leben“ interpretiert und als „Egal was passiert, unser Profit wird steigen“ verstanden werden.

Ist also das Gerede von günstigeren Strompreisen nichts als eine große Lüge? Ist der Markt so fest in den Händen von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, dass der sogenannte Wettbewerb auf dem Strommarkt nicht mehr als das Feigenblatt einer von der Stromlobby „vorgeführten“ Politik ist?

Man könnte es denken, glaubt man einem Beitrag der beiden Autoren Kevin Kanty und Volker Lüdemann in der FAZ. Im Kern geht es in diesem Artikel um die Zustände an der Leipziger Strombörse, an der täglich die Preise für die kurzfristigen Stromlieferungen am Folgetag festgelegt werden und an der seit einem Jahr ohne behördliche Aufsicht gehandelt wird. Anders als an einer Aktienbörse gibt es an dieser Börse KEIN Verbot des Insiderhandels. Insiderhandel beim Strom ist somit nicht strafbar. Zwar gibt es Stimmen, die in einem sogenannten „code of conduct“ ein vergleichbares Instrument zum Verbot des Insiderhandels sehen, dies widerlegen die Autoren jedoch ziemlich zweifelsfrei.

In dem Artikel gibt es weitere, höchst bemerkenswerte Hinweise auf den Umgang der Politik mit dem Thema „Stromhandel“. So stellte sich die Bundesregierung im Jahr 2007 mit der Begründung, „dies würde einen nationalen Alleingang darstellen“, gegen eine massivere Bekämpfung von Marktpreismanipulation und Insiderhandel.

Wie begründet die Forderung nach effizienter Kontrolle ist, zeigt ein Kartellverfahren der EU-Kommission gegen Eon im Jahr 2007, bei dem es darum ging, dass Eon im Verdacht stand, durch Kapazitätszurückhaltung am Stromspotmarkt eine künstlichen Preisanhebung herbeigeführt zu haben. Auch wenn das Verfahren in einen Vergleich mündete, blieb die Kommission doch in der grundsätzlichen Bewertung bei dem, was sie bereits zur Eröffnung des Verfahrens gesagt hatte.

Dass bei der Bildung des Strompreises nicht alles mit rechten Dingen zugeht, dafür spricht auch, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bereits mit dem Thema befasst war. Allerdings lehnte sie die Eröffnung eines Verfahrens mit der Begründung des fehlenden Anfangsverdachts ab. „Ohne ein gesetzliches Verbot, Stromerzeugungskapazität zurückzuhalten, bestünde keine Möglichkeit, den Sachverhalt strafrechtlich aufzuklären.“

Und was ist Sache für die Verbraucher? Sie zahlen zu viel! Und die aktuellen Preiserhöhungen sind völig unberechtigt!

Ein Auszug aus dem Gutachten bei heute.de sagt dazu:
„Seit 2008 sind sowohl die Brennstoffkosten als auch die Strompreise auf der Großhandelsebene gesunken. Die maßgeblichen Preise an der Leipziger Strombörse sind in diesem Zeitraum um 30 bis 40 Prozent gesunken. Dagegen sind für die Unternehmen die Belastungen durch die höheren Preise, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz bei regenerativen Energiequellen gelten, gestiegen. Dieser Anstieg sei aber bei weitem nicht so hoch, wie der Vorteil durch den billigeren Einkaufspreis.“

Was ist zu tun?

Die beiden wichtigsten Worte für Stromkunden in Deutschland: Vergleichen + Wechseln !

Wichtiger Helfer dabei ist VERIVOX, das einzige von der Stiftung Warentest mit einem „sehr gut“ bewertete Vergleichsportal. Verivox bietet nicht nur den Strompreisvergleich aller verfügbaren Anbieter, sondern erklärt auch, wie der Anbieterwechsel funktioniert.

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