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Vom Verlieren und dem Umgang damit –
eine kleine Wahlnachbetrachtung

17.11.2009:
Das Bürgerbüro von Bodo Ramelow antwortet auf unsere Anfrage:

Sehr geehrter Herr Klemke,

alles was Herr Ramelow zu diesem Thema sagen möchte, finden sie auf der
Seite: http://www.bodo-ramelow.de/arbeit/politikwechsel_ausgefallen/
Weitere Erklärungen zu diesem Thema möchte Herr Ramelow nicht abgeben.

Mit freundlichen Grüßen
Benjamin König
(Bürgerbüromitarbeiter)

Die Vorgeschichte:

Die zurückliegenden Wahlen haben die politische Landschaft in Deutschland nachhaltig verändert. Aus der 4-Parteien-Republik ist eine 5-Parteien-Republik geworden. Mit dieser Änderung hat sich auch der „Nach-der-Wahl-Talk“ verändert. Während es früher, unabhängig von den realen Zahlen, (fast) immer nur Sieger gab (da hatte eine Partei zwar 6 % weniger als bei der letzten Wahl aber eben doch ein deutlich besseres Ergebnis als Anno-Dunnemals, die andere Partei hatte zwar das eigentliche Wahlziel nicht erreicht, dafür aber doch einer anderen mehr abgenommen, als diese zugeben wollte). Dazu war immer klar, wer mit wem kann, oder eben nicht.

Der neue Nach-der-Wahl-Talk geht jedoch völlig anders.

Er kreist um Themen wie „die haben nur scheinbar mit uns verhandelt“ oder „die machen jetzt mit den anderen ,weil sie da mehr Minister-Sessel bekommen“. Damit verbunden ist eine völlig neue Art des Verlierens, diejenige nämlich, bei der man aus Koalitionsverhandlungen rausfliegt und ein anderer einsteigt. Ein eindrucksvolles (und immer noch andauerndes) Beispiel dieser neuen Unterhaltungsform und des Umgangs damit, liefert der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow.

In einem Interview mit dem HR am 30.09.2009 erklärte er: „vier Mitglieder der Sondierungskommission der SPD – die angeblich mit uns verhandelt haben – erhalten Ministerposten in der neuen Regierung“.

Uns geht es um den Sprachgebrauch und dabei besonders um das Wort „angeblich“ und die negative Stimmung, die mit Äußerungen dieser Art erzeugt wird.

Wir haben da eine Frage an Herrn Ramelow:

Bis eine Sekunde vor der Veröffentlichung der SPD, dass diese nunmehr mit der CDU in Koalitionsgespräche eintrete, haben Sie geglaubt, dass die SPD ernsthaft mit Ihnen verhandelt. Sonst hätten Sie doch sicher an den Gesprächen nicht mehr teilgenommen (oder gab es einen früheren Termin an dem Sie glaubten, das festzustellen?).

Wenn die Verhandlungsdelegation der Partei Die Linke mehrere Tage mit der SPD verhandelt und nicht gemerkt hat, dass diese nur Scheinverhandlungen führt, dann stellt sich uns die Frage, ob Personen mit einer so geringen Menschenkenntnis geeignet sind, für die Bevölkerung den Umgang mit Milliarden zu verantworten. Oder anders herum, wenn Die Linke – wohl wissend – dass die SPD nur Scheinverhandlungen führt, diese weiter mitgemacht hat, was würde sie in der Regierungsverantwortung alles mitmachen?

Diese Frage haben wir Herrn Ramelow [1] auch in einer persönlichen Anfrage [2] gestellt. Die Antwort werden wir hier veröffentlichen.