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Christian Schmidt
Der „Monsanto-Minister“

Warum nennen wir Christian Schmidt, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft den „Monsanto-Minister“? Z.B., weil es im Morgenmagazin des ZDF hieß

„während bei Monsanto die Korken knallen dürften vermutlich bei dieser Entscheidung, geht’s jetzt in Berlin um das „warum“ und um das „wie“, guten Morgen Herr Minister.“

Z.B. weil er sich über das „Nein“ der Umweltministerin (und die daraus folgende Konsequenz „Enthaltung“ gemäß Geschäftsordnung der Koaliton) hinweggesetzt hat und z.B. weil er im ZDF Morgenmagazin [1] wörtlich sagte:

„Ich hab eine Entscheidung für mich getroffen und in meiner Ressortverant-wortung.“

Und auf die Zusatzfrage der Moderatorin „Auf eigene Kappe.“ antwortete er

„Ich hab…das sind Dinge, die man auf die Kappe nehmen muss. Dazu ist man da. Politiker die nie entscheiden, die ecken zwar nie an, das sind aber auch nicht die, die das Land voranbringen. „

Minister Schmidt glaubt also mit der erneuten Zulassung von Glyphosat „das Land voranzubringen“. Bei der Wertung dieser Aussage interessiert uns weniger die Ignoranz des Ministers gegenüber seiner Ministerkollegin Barbara Hendricks oder gegenüber seiner Chefin, der Bundeskanzlerin (wir wollen an dieser Stelle aber nicht vergessen, daran zu erinnern, dass es die Kanzlerin war, die bereits auf dem Deutschen Bauerntag [2] am 28.Juni 2017 in Berlin gesagt hat „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sie diesen Stoff da, wo es notwendig ist, auch weiterhin anwenden können. Ich will das hier noch einmal ausdrücklich sagen.“). Auch die Frage ob ein Verstoß gegen die Geschäftsordnung vorliegt interessiert uns nicht wirklich brennend.

Uns interessiert die Antwort auf die Frage, ob ein Minister, der so eindeutig die Lobbyinteressen vertritt im Amt bleiben kann.

Das Totalherbizid [3] Glyphosat ist seit seiner Markteinführung in Europa  umstritten. Fakt ist, dass es bisher weder für das von diesem Mittel ausgehende Krebsrisiko noch für die Bedeutung von Glyphosat beim Insektensterben eindeutige Beweise gibt. Studien gibt es in beiden Fällen pro und contra Glyphosat. Lesenswert ist ein Beitrag des SWR [4] „Wie gefährlich ist Glyphosat?“ Erstaunlich ist, dass viele Studien [5], die Glyphosat als ungefährlich darstellen von Monsanto in Auftrag gegeben waren oder, dass die Verfasser von Monsanto gefördert wurden.

Entweder weiß Minister Schmidt all das nicht oder er ignoriert es im Interesse der Agrarlobby und Monsantos.

Mit seinem Ja zu Glyphosat zeigt Minister Schmidt, dass ihm sämtliche Zweifel an der Unbedenklichkeit von Glyphosat und die die Meinung der Mehrheit der Bürger gleichgültig sind.

Es wird interessant werden zu beobachten was aus dem Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung wird, wenn er die Politik verlässt. Aus dem ehemaligen Bundesminister für Verkehr [6] wurde ja schon mal der Präsident des Verbands der Automobilhersteller.