0 Glyphosat: Ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Den folgenden Beitrag haben wir von der Homepage des Umweltinstituts München übernommen und möchten mit dieser Veröffentlichung dazu beitragen, dass der leichtfertige Umgang des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA einer noch größeren Öffentlichkeit bekannt wird. Außerdem hoffen wir, dass auch unsere Leser mit Spenden die Aktion des Umweltinstituts unterstüzen.

Wir zitieren:

„Im Wiederzulassungsverfahren für den Unkrautvernichter Glyphosat sind wichtige Studien systematisch ausgeschlossen oder falsch interpretiert worden. Deshalb schließt sich das Umweltinstitut einer Strafanzeige der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gegen den Glyphosat-Hersteller Monsanto und die federführenden Zulassungsbehörden an.“
„Auf einer Pressekonferenz in Berlin haben wir am 21.04.2016 neue Belege dafür vorgelegt, dass Studienergebnisse, die eine Wiederzulassung von Glyphosat behindern, im Bewertungsprozess systematisch aussortiert wurden. Ein von Umweltinstitut und Global 2000 gemeinsam beauftragtes Gutachten des Epidemiologen Prof. Dr. Eberhard Greiser zeigt, wie im Zulassungsantrag durch den Glyphosat-Hersteller Monsanto fast alle epidemiologischen Studien als „fehlerhaft“ abqualifiziert wurden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA haben diese Bewertung kritiklos von Monsanto übernommen, obwohl die unterstellten Mängel objektiv nicht vorhanden waren.

Aus einer Analyse des Toxikologen Dr. Peter Clausing wird außerdem deutlich: Auch bei Studienergebnissen aus Langzeitversuchen mit Mäusen lassen sich systematische Falschauslegungen im Wiederzulassungsverfahren feststellen. So wurde ursprünglich eine nicht vorgesehene statistische Auswertungsmethode verwendet, durch die die Krebswirkung verdeckt wurde. Tatsächlich zeigen die betreffenden Mausstudien bei Anwendung der leitlinienkonformen Auswertung durchgängig einen signifikanten Anstieg an Krebstumoren durch Glyphosat.

Das BfR musste diesen Fehler inzwischen einräumen, hält aber trotzdem daran fest, dass es keine ernstzunehmenden Belege für eine Gesundheitsgefahr durch Glyphosat gäbe. Deshalb kritisierten rund 100 renommierte WissenschaftlerInnen die Krebsbewertung des BfR kürzlich in einer Fachzeitschrift als „fundamental fehlerhaft“.

Erneute Zulassung auf Grundlage falscher Bewertung?

Schon Ende Juni 2016 läuft die aktuelle Zulassung für Glyphosat aus. Deshalb soll noch im Mai die Entscheidung über eine erneute Genehmigung des Pestizids fallen. Diese Entscheidung darf nicht auf Grundlage einer offenkundig fehlerhaften Bewertung gefällt werden!“

Ende des Zitats

Dass es an der Karzinogität von Glyphosat kaum Zweifel geben darf berichten seit langem  amerikanische Organisationen und Medien, die sich mit den Auswirkungen von Herbiziden befassen:

Widely used herbicide linked to cancer (nature)

Does Monsanto’s Glyphosate cause cancer? (EcoWatch)

IARC Monographs Volume 112:
evaluation of five organophosphate insecticides and herbicides (World Health Organisation)

{ 0 Kommentare... Schreibe einen Kommentar }

Sie können entweder das Formular ausfüllen oder sich mit Ihren Facebook-Konto anmelden, um Kommentare schreiben zu können.

 

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Zum Absenden bitte folgende Aufgabe lösen: *