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Der Bundespräsident und sein Ehrensold
Will er ihn wirklich kürzen?

Einem Bericht der Wochenzeitung DIE ZEIT [1] zufolge, machen sich etliche Bundestagsabgeordnete Gedanken darüber, ob der skandalumwitterte Christian Wulff vielleicht nur deshalb nicht vom Amt des Bundespräsidenten zurücktritt, weil er dann den Anspruch auf den stattlichen und lebenslangen „Ehrensold“ – Anmerkung der Redaktion: Bei Herrn Wulff sollte man vielleicht nur von einem Alters-Ruhegeld sprechen, um den Begriff  „Ehre“ zu schonen – verlieren würde.

Dazu gibt es aus Sicht der Bürgerlobby-Redaktion zwei Betrachtungsweisen:

Zum einen meinen wir, dass diese Überlegungen durchaus berechtigt sein könnten, macht man sich einmal bewusst, wie sich die Situation des Berufspolitikers Wulff nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten darstellen würde:

Als Politiker wäre Wulff – zumindest für die nächsten Jahre – „verbrannt“.
Vielleicht könnte Brüssel eine mögliche Alternative sein. ‚Denkt man an Stoibers „Entbürokratisierungs- [2]“ und zu Guttenbergs „EU-InternetFreedomPromotor [3]„-Karriere, dann könnte dies vielleicht eine neu zu schaffende Position im Bereich Antikorruption sein. Eine weitere Möglichkeit ließe sich eventuell in einem der großen Lobbyverbände finden.

Ansonsten sieht es nicht sehr rosig aus:
Angenommen Christian Wulff scheidet im Jahr 2012 aus dem Amt des Bundespräsidenten aus, dann wäre er 53 Jahre alt und würde nach dem allgemeinen Sprachgebrauch zur Gruppe der „Schwervermittelbaren“ gehören.
Zwar haben sich die Chancen für über 50-jährige ein wenig gebessert, es wäre aber durchaus denkbar, das Christian Wulff nichts bliebe, als sich für ein „Arbeitsplatz schaffendes Förderprogramm“ zu bewerben. Niedersachsen bietet hierzu Programme [4] an.

Dies alles spricht dafür, dass er nicht zurücktreten wird.

Andererseits hat Christian Wulff bereits zu Beginn seiner Amtszeit signalisiert, dass er kein Freund von überzogenen Gehältern und Pensionen ist und dass er es als eine seiner Aufgaben ansieht, die Bezüge von aus dem Amt geschiedenen Bundespräsidenten  – den sogenannten Ehrensold – zu reduzieren. In einem Interview der Sendung Farbe bekennen [5] sagte Wulff im Juli 2010: Ihm ginge es darum, ein Zeichen zu setzen in einer Zeit, in der gilt „wir alle müssen mit weniger auskommen“.

Vielleicht wird es also gar nicht so teuer, wenn Christian Wulff aus eigener Erkenntnis zurücktritt!?
Denn vielleicht tritt er ja zurück, ohne dass es so teuer wird, wie es die zitierten Abgeordneten befürchten, weil er eine „Idee dafür (hat), wie wir besser zusammenleben und unsere Gesellschaft zum Vorteil aller gestalten können“. Diesen Satz sagte er in seiner Rede [6] anlässlich der Eröffnung der IdeenExpo 2011 [7] in Hannover.

Wird fortgesetzt!