0 Bessere Bildungspolitik in Deutschland? Wie das?
Große Bildungsstudie des Spiegel

Quelle: Redaktion diebuergerlobby

Quelle: Redaktion diebuergerlobby

Würden wir nicht seit Tagen darüber berichten – keiner wüsste davon! „Der Spiegel“ – laut Eigenwerbung DAS deutsche Nachrichten Magazin – macht eine große Bildungsstudie und spricht nicht darüber. Nur einige Zeit-Abonnenten sind in den Besitz der 12 Fragen gekommen.

Schade drum, die Fragen sind gut und jede von ihnen sticht in eines der großen Themen zum deutschen Bildungswesen. Warum sprechen sie wohl nicht drüber? Nur weil diese Studie Bestandteil einer Abonnentenwerbung ist? Schämen sich die Spiegel-Macher, weil das Budget nicht mehr erlaubt hat? Oder hat die Bild Zeitung etwa doch Recht, wenn sie einen Medienwissenschaftler sagen lässt „Der Spiegel ist kastriert“? Das glauben wir nicht und deshalb unterstützen wir auch heute DIE GROSSE BILDUNGSSTUDIE 2011 und stellen Ihnen heute die Frage 12, die letzte Frage der Studie vor: „Glauben Sie, dass Deutschland beim Pisa-Test jemals zu den Spitzenländern wie Korea oder Finnland aufschließen wird?“

Um Ihnen eine mögliche Antwort auf diese Frage geben zu können, halten wir es für erforderlich, eine andere Frage voranzustellen: „Welche vorrangige Aufgabe hat die Bildungspolitik eines Landes? Muss sie dafür Sorge tragen, dass die von ihr „Gebildeten“ in Tests und Vergleichen mit anderen Ländern vordere Ränge belegen oder hat sie die Aufgabe, junge Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben in einer immer komplexer werdenden Welt, geprägt von Unsicherheit und ständigem Wandel, vorzubereiten?“

Versuchen wir es mit Zitaten:

Friedrich Nietzsche (1844-1900)  – „Die Bildung wird täglich geringer, weil die Hast größer wird.

Nietzsche wusste sicher nichts von Bachelor-Studiengängen und – genauso sicher – kannte er nicht die „Forderungen und Vorschläge für mehr Effizienz im baden-württembergischen Schulsystem“ des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags. Gemeinsamkeiten im Denken hätte er aber feststellen können, wenn er Gesine Schwans Gedanken zum Thema „Bildung – mehr als Aufstieg und Effizienz“ gelesen hätte. Wir sehen in der Gegenüberstellung der beiden „Denkmodelle“ keine Diskriminierung des einen oder anderen, sondern lediglich eine Anregung zur intellektuellen Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist eine gute Bildungspolitik?“

Anton Graff (ein Maler (!), 1736-1813) – „Gebildet ist, wer Parallelen sieht, wo andere etwas völlig Neues zu erblicken glauben.“

Sicher wusste Anton Graff nichts von der Kritik an der deutschen Hochschulausbildung, wie sie vom Medienwissenschaftler Norbert Bolz und dem Soziologen Richard Münch geäußert wurde: „Exzellenz als Fake – Die deutsche Universität ist am Ende

Wilhelm Raabe (1831-1910) – „Wenn Bildung frei macht, so will der Deutsche seine Bildung dazu auch so billig als möglich haben.“

In diesem Zitat zeigt sich eine Konstanz, eine die Jahrzehnte, ja Jahrhunderte überdauernde Haltung der Politik. Wenn gespart werden muss, dann geht das am Leichtesten bei der Bildung. So ein bisschen Bildung gibt’s ja auch wenn gespart wird. Die Anderen machen’s ja auch nicht anders und last but not least: Ist jemals eine Regierung wegen der Bildungspolitik abgewählt worden? Eben! Und könnte das nicht auch ein – nie ausgesprochener – Grund für die von allen Parteien (bisher) betriebene Beibehaltung des Föderalismus sein?
Solange Bildungspolitik 16 (+ 1) mal verschieden, überall ähnlich schlecht und nicht konkret zuschreibbar, gemacht wird, dann ist das Risiko einer Abwahl vermutlich deutlich geringer als wenn die Kritik auf eine Stelle konzentriert werden kann.

Wir glauben deshalb, dass es Deutschland vielleicht, sehr vielleicht, eines fernen Tages gelingen könnte, in den PISA Vergleichen näher an die Spitzenländer heran zu rücken. Wir glauben aber nicht, dass dieses gleichbedeutend mit einer guten, zukunftsweisenden Bildungspolitik sein muss.

Unsere Antwort:
NEIN, wenn Bildungspolitik weiterhin so gemacht wird wie bisher – föderal – dann wird Deutschland es nicht schaffen, zu Ländern wie Korea oder Finnland aufzuschließen.

Deshalb unterstützen wir den Spiegel bei seiner Bildungsstudie 2011, Marketing hin oder her.
Die bundesdeutsche Bildungspolitik ist renovierungsbedürftig. Nicht erst seit heute.

Fordern Sie den Fragebogen zur Studie beim Spiegel-Verlag, Stichwort „BILDUNGSSTUDIE 2011“ an. Da der Spiegel auf seiner Homepage keinen Hinweis auf die Bildungsstudie gibt, schreiben Sie am besten an einen der Chefredakteure.

Dies sind: Bei SPIEGELonline ruediger_ditz@spiegel.de, beim Magazin georg_mascolo@spiegel.de

So schlimm steht’s um Deutschlands Bildungspolitik -(1)Abonnentenwerbung als Bildungsstudie verkleidet

Bildungsrevolution in Deutschland -(2) Bildungsstudien als Abonnentenwerbung

Gleiche Chancen für Alle -(3) Bildungspolitik mit Abonnentenwerbung machen

Bildungspolitik gestalten -(4) Bildungsstudie 2011 unterstützen!

Für ein besseres Schulsystem -(5) Spiegel-Bildungsstudie 2011

Bildung 2011 -(6) Mit Abonnentenwerbung Bildungspolitik machen!

Bildung 2011 -(7) Wenn Abonnentenwerbung die Bildungsreform einläutet

Genial oder dreist? -(8) Abonnentenwerbung als Bildungsstudie verkaufen

DER SPIEGEL Bildungsstudie 2011 -(9) mehr als nur Abonnentenjagd?

Bildung, Bildung, Bildung -(10) Neue Wege in der Bildungsforschung

Eine Bildungsreform statt 16 Reförmchen -(11) Die Grosse Bildungsstudie 2011 des Spiegel

Links zum Thema:

Unsere Universitäten sind zerstört Focus Nr. 43/2010

Akademischer Kapitalismus Zeit-online

Kürzung der Mittel für Bildung     2010 2008 2006 2004

 

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