0 Für ein besseres Schulsystem – Spiegel-Bildungsstudie 2011

Quelle: photocase; Foto: Venture

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Ja, Sie lesen richtig! Der Spiegel packt das Thema Bildung und Bildungspolitik an. Nicht redaktionell, sondern von der Marketingseite her, als Quereinsteiger sozusagen. Wer den Spiegel abonniert, der ist auch als Bildungspolitiker geeignet – so ungefähr muss die Denke sein. Ähnlich dachte wohl auch die Bild-Redaktion, als sie zusammen mit Roland Berger (die mischen also nicht nur beim Regieren mit), der Bertelsmann Stiftung (macht gern mit beim Effektivieren nach neoliberalen Kriterien )  und Hürriyet (Teilnahme an Bildungskampagne als Teil einer Imagepolitur?) ihre große Bildungsumfrage startete.

Weil aber bisher alles nichts gebracht hat und das bundesdeutsche Bildungssüppchen immer noch regional geköchelt wird, wollen wir jede, aber auch wirklich jede Aktivität unterstützen, die sich um Verbesserungen im Bildungsbereich bemüht. Krach machen dürfen die Kinder jetzt – nun gilt es, ihnen gute Schulen „zu machen.“

Auf dem Weg dahin stellen wir Ihnen heute die Frage 5 der Spiegel BILDUNGSSTUDIE 2011 vor: „Leistungsdruck und starre Lehrpläne behindern das Lernen. Glauben Sie, dass alternative Schulformen (Waldorf, Montessori) die kognitive Entwicklung von Kindern besser fördern?“

„Kinder sind ganze, vollwertige Menschen, deren Persönlichkeit es zu achten gilt und denen man als Erwachsener dabei helfen soll, seinen Willen zu entwickeln, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt und ihn dabei fördert, selbstständig zu denken und zu handeln. Gute Lehrer bieten Kindern  die Gelegenheit, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen und zwingen sie nicht, irgendetwas zu lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes.“ So lauten etwa die Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik.

Demgegenüber einige Aussagen aus der bereits erwähnten „Konkurrenzstudie“:

„Bildung ist der Motor unser aller Zukunft. Darum dürfen wir es uns nicht leisten, dass Bildung und Aufstiegschancen zu oft von der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht abhängen.“ René Obermann, Vorstandsvorsitzender Telekom

„Bildung ist unser wertvollster Rohstoff. Der Schlüssel zu Wachstum und Wohlstand sind Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit dieser Gesellschaft. Möglichst gleiche Bildungschancen für alle sind zudem unabdingbar für den Zusammenhalt unseres Gemeinwesens.“ Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank

Aufstiegschancen, Wachstum und Wohlstand sind die Begriffe, die zwei bedeutenden Persönlichkeiten aus der deutschen Wirtschaft einfallen, wenn sie sich zu den Aufgaben einer guten Bildung-(spolitik) äußern sollen. Zweifellos spielt Bildung eine überragende Rolle,wenn es um Zukunftsfähigkeit von Gesellschaft und Individuen geht. Aber sind Aufstieg (Wer oder was soll be- oder überstiegen werden?), Wachstum (bis wohin wachsen?) und Wohlstand (wo fängt Wohlstand an? ) tatsächlich die alles überragenden Werte?

Geht es vielleicht viel mehr um das, was Eckart von Hirschhausen einfällt, wenn er sich zur Bedeutung von Bildung äußert:  „Ich unterstütze diese Initiative, weil Bildung das ist, was übrig bleibt, wenn man alles andere vergessen hat. Wenn man also nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt, sind die wichtigsten Schulfächer Gesundheit, Glück und Kommunikation. Wie gehe ich mit mir und anderen um, das zählt – in jedem Bundesland.“

Die Antwort auf die heutige Frage „Gibt es bessere Möglichkeiten die kognitive Entwicklung der Kinder zu fördern, als dies die Schule in der heutigen Form tut?“, muss wohl mit JA beantwortet werden.
Kognitive Entwicklung ist „die Entwicklung all jener Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen der Gegenstände und Personen der Umgebung und der eigenen Person gelten. Zu diesen Funktionen gehören Intelligenz bzw. Denken, Wahrnehmung, Problemlösen, Gedächtnis, Sprache etc.“ (Dank an [werner stangl]s arbeitsblätter!)

Wir wollen den Spiegel bei seiner Bildungsstudie 2011 unterstützen, Marketing hin oder her, die bundesdeutsche Bildungspolitik ist renovierungsbedürftig. Nicht erst seit heute.

Fordern Sie den Fragebogen zur Studie beim Spiegel-Verlag, Stichwort „BILDUNGSSTUDIE 2011“ an. Da der Spiegel auf seiner Homepage keinen Hinweis auf die Bildungsstudie gibt, schreiben Sie am besten an einen der Chefredakteure.

Dies sind: Bei SPIEGEL-online ruediger_ditz@spiegel.de, beim Magazin georg_mascolo@spiegel.de

Thema wird fortgesetzt mit Frage 6 der BILDUNGSSTUDIE 2011: „Sollte die Gesamtschule anstelle des dreigliedrigen Schulsystems in ganz Deutschland eingeführt werden?“ Überlegen Sie sich schon mal eine Antwort!

Weitere Beiträge zum Thema:

So schlimm steht’s um Deutschlands Bildungspolitik – Abonnentenwerbung als Bildungsstudie verkleidet

Bildungsrevolution in Deutschland – Bildungsstudien als Abonnentenwerbung

Gleiche Chancen für Alle – Bildungspolitik mit Abonnentenwerbung machen

Bildungspolitik gestalten – Bildungsstudie 2011 unterstützen!

Links zum Thema:

Deutschland will’s wissen
Bild macht Bildungspolitik! Eine Koproduktion mit Roland Berger, Bertelsmannstiftung und Hürriyet

Deutscher Bildungsserver Über die wenig hilfreiche Vielfalt des deutschen Bildngswesens

Rationalisierung der Schulen www.bertelsmannkritik.de

Soziale Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem von Frederike Stoller (im Jahr 2000)

Wenn Zahlen lügen Vom ungerechtesten zum gerechtesten Bildungssystem in fünf Jahren www.bildungsklick.de

2009 Schleswig-Holstein Parteienstreit zur Bildungspolitik

 

 

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