0 Bildungspolitik gestalten – Bildungsstudie 2011 unterstützen!

Quelle: photocase; Foto: Lukow

Quelle: photocase; Foto: Lukow

Bildungspolitik wird in Deutschland bisher (leider) dezentral gemacht. Was das im Schulalltag bedeutet, das merken Eltern immer dann besonders deutlich, wenn zum Beispiel ein  beruflich bedingter Umzug mit Wechsel des Bundeslands ansteht. Dann kann aus einem bisher guten Schüler sehr schnell ein schulischer „Pflegefall“ werden. Grund dafür sind die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Lehrpläne, die bisher in keiner Weise der von den Eltern bei der Arbeitssuche geforderten Flexibilität Rechnung tragen.

Die große Bildungsstudie 2011 des Spiegels macht dem ein Ende. Sie ermittelt ein bildungspolitisches Anforderungsprofil, an dem sich unsere Bildungspolitiker orientieren können. Bildungspolitik „bottom up“ und nicht wie bisher „different tops down“.  Und wenn die Verquickung von Werbung und Information nicht so ganz mit der Ziffer 7 des Pressekodex „Trennung von Werbung und Redaktion“ vereinbar scheint, was soll’s (oder?), es muss endlich Bewegung in die deutsche Bildungslandschaft kommen. Deshalb werden wir auch heute wieder eine der 12 Fragen aus der Studie behandeln.

Heute Frage 4 der Bildungsstudie 2011:

„Wer soll über die weiterführende Schulform von Grundschülern entscheiden?“

Da ist dem Spiegel doch die Bild-Zeitung zuvor gekommen. Bereits im November 2011 veröffentlichte die nämlich eine Antwort auf unsere heutige Frage:

„Große Mehrheit für mehr Mitspracherecht der Eltern bei Schulwahl.
76 % finden, dass Eltern und Lehrer nach der Grundschule gemeinsam über die Schullaufbahn ihrer Kinder entscheiden sollten. 6 Prozent wollen die Lehrer allein entscheiden lassen. 29 % finden, dass der Notendurchschnitt allein über die Wahl der weiterführenden Schule bestimmen sollte.“

Die Wahl der Schule sollte ausschließlich nach dem Kriterium „Was ist das Beste für das Kind?“ erfolgen – könnte man meinen. Und das Beste für das Kind wollen die Eltern – könnte man meinen. Doch was zeigt die Realität?
Wie die Zeit unter dem Titel „Qual der Schulwahl“ schreibt, wird „mit der Wahl der Schule ein Trend verstärkt, der dem Land nicht gut tut: Die sozialen Gruppen driften auseinander. Der Sohn des Ingenieurs lernt die Tochter des türkischstämmigen Arbeitslosen nicht als Spielkameradin oder Mitschülerin kennen. Die Kinder verschiedener Schichten wissen nicht, wie die anderen leben, worüber sie lachen oder weinen, was sie essen, was sie sich im Fernsehen anschauen, an welchen Gott sie glauben. So kann schwerlich gegenseitiges Verständnis, die Basis für die Solidarität innerhalb der Gesellschaft, entstehen.“

Die heutige Frage sollte also wohl nicht mit einem eindeutigen „die Eltern“ oder „die Schule“ beantwortet werden. Vielmehr ist der Staat gefragt, ein Schulsystem zu liefern, das die quälende Wahl von heute überflüssig macht. Beispiele dafür, wie so etwas das aussehen könnte, liefern bereits heute etliche gut funktionierende Gesamtschulen. Was spricht dagegen, diese Schulen nach der Methode „best practice2 zu Vorbildern für alle anderen zu machen?

Und noch einer sollte in der Frage der Schulwahl mitreden: Der betroffene Schüler!

Wir wollen den Spiegel bei seiner Bildungsstudie 2011 unterstützen, Marketing hin oder her, die bundesdeutsche Bildungspolitik ist renovierungsbedürftig. Nicht erst seit heute.

Fordern Sie den Fragebogen zur Studie beim Spiegel-Verlag, Stichwort „BILDUNGSSTUDIE 2011“ an. Da der Spiegel auf seiner Homepage keinen Hinweis auf die Bildungsstudie gibt, schreiben Sie am besten an einen der Chefredakteure.

Dies sind: Bei SPIEGEL-online ruediger_ditz@spiegel.de, beim Magazin georg_mascolo@spiegel.de

Thema wird fortgesetzt mit Frage 5 der BILDUNGSSTUDIE 2011: „Leistungsdruck und starre Lehrpläne behindern das Lernen. Glauben Sie, dass alternative Schulformen (Waldorf, Montessori) die kognitive Entwicklung von Kindern besser fördern?“ Überlegen Sie sich schon mal eine Antwort!

Weitere Beiträge zum Thema:

So schlimm steht’s um Deutschlands Bildungspolitik – Abonnentenwerbung als Bildungsstudie verkleidet

Bildungsrevolution in Deutschland – Bildungsstudien als Abonnentenwerbung

Gleiche Chancen für Alle – Bildungspolitik mit Abonnentenwerbung machen

Links zum Thema:

Deutschland will’s wissen
Bild macht Bildungspolitik! Eine Koproduktion mit Roland Berger, Bertelsmannstiftung und Hürriyet

Welche weiterführende Schule ist richtig für mein Kind > Lernen und Fördern mit Spaß

 

{ 0 Kommentare... Schreibe einen Kommentar }

Sie können entweder das Formular ausfüllen oder sich mit Ihren Facebook-Konto anmelden, um Kommentare schreiben zu können.

 

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Zum Absenden bitte folgende Aufgabe lösen: * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.