0 So schlimm steht’s um Deutschlands Bildungspolitik
Abonnentenwerbung als Bildungsstudie verkleidet

Quelle: photocase; Foto: MMchen

Quelle: photocase; Foto: MMchen

Oder steht’s am End‘ gar schlimm um den Spiegel?
Das ist einmal etwas ganz Neues:
Der SPIEGEL startet eine Abonnenten-Werbekampagne und nennt das Ganze BILDUNGSSTUDIE 2011!

Trotzdem muss man diese Aktion positiv bewerten, denn sie bricht wirklich einmal mit den eingefahrenen Ritualen der deutschen Bildungspolitik. Und, was noch wichtiger ist: Sie beginnt mit der wichtigsten Frage überhaupt:

„Die Bildungspolitik ist laut Grundgesetz Ländersache. Sollte dieser Bildungsföderalismus abgeschafft und Bildung zur Bundeaufgabe erklärt werden?“

Eine Frage, auf die es zweifellos nur eine Antwort geben kann: Ja, unbedingt!

Die „Väter (und Mütter!) des Grundgesetzes waren geprägt von den Erfahrungen mit einem faschistischen System und von der Angst vor einem neuen System dieser Art. Deshalb war es für sie wichtig, alles erdenkliche zu tun, um die erneute Entwicklung eines solchen Systems für die Zukunft auszuschließen. Hier dürfte einer der Hauptgründe für eine dezentralisierte Bildungspolitik zu suchen sein.

Was man sich damals ganz bestimmt nicht vorstellen konnte, war die Entwicklung, die die Bildungspolitik in den letzten Jahren genommen hat.

16 Bundesländer = 16 x unterschiedliche Bildungspolitik =16 x Bildungspolitik als Wahlkampfthema = 3 x 16; 4 x 16 oder 5 x 16 (je nach im Landtag vertretenen Parteien). Da kann – selbst bei positivstem Denken – nichts Brauchbares entstehen.

Beginnt man jedoch angesichts dieser Erkenntnis darüber nachzudenken wie denn eine Zentralisierung von statten gehen könnte, stellt sich sehr schnell eine neue Frage „Kann man die Frösche beauftragen den Sumpf trocken zu legen?“ 16 Bundesländer = 16 Kultusministerien = ca. 15 (+/-) nachgeordnete Behörden! Wohin mit den Beamten im Falle einer Zentralisierung?

Solange Bildung ein Thema ist, zu dem in jedem Landtagswahlkampf neue Theorien und Modelle aus dem Hut gezaubert werden, nur um dann nach der Wahl genau so schnell wieder zu verschwinden, solange wird Bildungspolitik strategische Ausrichtung bekommen. Solange Ideen zur Bildungspolitik schon deshalb schlecht sind, weil sie von der „falschen“ Partei kommen, solange wird sich kein über Jahre und Legislaturperioden  tragfähiges Bildungskonzept formulieren lassen.

Ein Land, in dem es in der Bildungspolitik ein Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern gibt und in dem es ernsthafte Befürworter dieses Kooperationsverbots gibt, hat vermutlich noch ein weitaus größeres Problem als nur seine schlechte Bildungspolitik.

Wir wollen den SPIEGEL bei seiner Bildungsstudie 2011 unterstützen, Marketing hin oder her, die bundesdeutsche Bildungspolitik ist renovierungsbedürftig. Nicht erst seit heute.

Fordern Sie deshalb den Fragebogen zur Studie beim SPPIEGEL-Verlag, Stichwort „BILDUNGSSTUDIE 2011“ an. Da der Spiegel auf seiner Homepage keinen Hinweis auf die Bildungsstudie gibt, schreiben Sie am Besten an einen der Chefredakteure.

Dies sind: Bei SPIEGELonline ruediger_ditz@spiegel.de, beim Magazin georg_mascolo@spiegel.de

Thema wird fortgesetzt mit Frage 2 der BILDUNGSSTUDIE 2011: „Begrüßen Sie die Verkürzung der Schulzeit zum Abitur auf zwölf Jahre?“ Überlegen Sie sich schon mal eine Antwort!

Links zum Thema:

Deutschland will’s wissen
Bild macht Bildungspolitik! Eine Koproduktion mit Roland Berger, Bertelsmannstiftung und Hürriyet

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