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Organspende – im Tod Leben retten

Die ärztliche Kunst hat es möglich gemacht: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so viele Menschenleben durch Organ- oder Gewebespenden verlängert worden wie noch nie zuvor. Binnen 4 Jahren ist die Zahl der Organspender um 21% gestiegen. Allerdings könnten die Mediziner noch viel mehr tun, wenn es nur genügend Spender gäbe. Im vergangenen Jahr starben im Durchschnitt an jedem Tag drei Menschen, die verzweifelt auf ein lebensrettendes Organ gewartet hatten.

Nur ein paar Klicks im Internet

Dabei ist das Ausfüllen eines Spenderausweises so einfach. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Formular [1] ins Internet gestellt, dass sich mit ein paar Mouse-Klicks ausfüllen und dann ausdrucken lässt. Den Ausweis muss man dann nur noch in die Brief- oder Handtasche stecken, damit er im für den potenziellen Spender schlimmsten Fall eines plötzlichen Todes wenigstens das Leben anderer verlängern kann. Selbstverständlich kann man den Ausweis auch auf konventionellem Weg bei der Bundeszentrale [2] anfordern.

Zahlen sprechen für sich

Es geht weniger um die Menschen, die mit einer Organ-Entnahme nach dem Tod ethisch-religiöse Probleme haben. Aber knapp 70 Prozent der Deutschen wären mit einer Organentnahme nach ihrem Tode einverstanden, wie die Repräsentativerhebungen der BZgA belegen. Es geht offenbar eher um das berüchtigte Thema: „Ich finde das gut, aber ich hatte keine Zeit mich drum zu kümmern.“ Im vergangenen Jahr gab es zwar immerhin erstmals mehr als 4.000 Transplantationen von Niere, Herz, Leber, Lunge sowie auch Pankreas und Bauchspeicheldrüse. Aber nur 1.259 Spender haben das möglich gemacht. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 gab es allein 5.094 Verkehrstote.

Orwell´sche Visionen schrecken ab

Viele Spendenwillige schreckt allerdings die Vision von Orwell´scher Dimension ab. Mit den Organen könnte aus Profitgier illegal gehandelt werden, Menschen in der Dritten Welt könnten sich aus purer Armut auf lebensgefährliche Händel einlassen, Superreiche sich auf Kosten wirklich Bedürftiger vordrängeln. Solche Befürchtungen illegaler Machenschaften sind nicht von der Hand zu weisen.

In Europa gelten strenge Regeln

Im einigermaßen vereinigten Europa sollten die makabren Machenschaften jedoch nicht abschrecken, sich auf das Thema Organspende einzulassen. Wartelisten nach aktuellen medizinischen Kriterien und Dringlichkeit schließen Vetternwirtschaft aus. Danach ist die Lebendspende eines nicht regenerierungsfähigen Organs zugunsten eines Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehepartners, Verlobten oder einer dem Spender nahestehenden Person möglich.

Stiftung vermittelt

Für die Vermittlung von Organen sorgt im Übrigen bei plötzlichen Todesfällen die Stiftung Eurotransplant [5], der die EU-Länder Belgien, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Slowenien zugehören. Für die vermittlungspflichtigen Organe Niere, Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm werden hier Wartelisten geführt. Neben den entscheidenden Daten der Patienten werden hier vom Computer auch Dringlichkeit und Erfolgsausicht einer Organtransplantation berücksichtigt. Auch für den Fall des plötzlichen Todes in anderen europäischen Ländern [6] kann man sich leicht informieren.

/ug