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faktenfinder
tagesschau-Journalisten gegen Fake News

Nicht erst seit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten sind Gerüchte, Halbwahrheiten und gezielte Falschmeldungen zur Alltäglichkeit geworden. Zwar hat erst Trump sie mit der Erfindung der „alternativen Fakten“ konsequent zu einem Stilmittel der Politik gemacht, bekannt waren sie uns schon vorher.
Die (sogenannten) sozialen Medien, allen voran facebook, waren und sind unerschöpflicher Quell nicht nur für Hassbotschaften, sondern eben auch für Gerüchte, Halbwahrheiten und gezielte Falschmeldungen.
Weil gezielte Falschmeldungen und Versuche der Desinformation sich nicht durch Gesetze verhindern haben die Journalisten der tagesschau-Redaktion heute die Internetseite faktenfinder [1] freigeschaltet. Mit klassischer Recherche und sorgfältiger Quellenforschung wollen sie Fake News und ihren Machern auf die Pelle rücken und für Aufklärung und Richtigstellung sorgen.
Auf der Homepage der tagesschau heißt es dazu:

„Vor dem Hintergrund dieser Debatten und bisherigen Erfahrungen mit Fake News, hat sich die ARD dazu entschlossen, das Thema journalistisch anzupacken: mit dem Projekt faktenfinder. Wir wollen herausfinden, wie groß das Phänomen Fake News in Deutschland tatsächlich ist.

Dabei spielt die regionale Kompetenz der ARD eine wichtige Rolle, denn die meisten gezielten Falschnachrichten verbreiten sich zunächst loka [2]l. Der faktenfinder versteht sich als ein Knotenpunkt im ARD-Netzwerk, um solche Phänomene zu sammeln. Wenn wir mutmaßliche Fake News identifiziert haben, prüfen wir die Relevanz: Müssen wir die jeweilige Falschmeldung wirklich thematisieren? Oder tragen wir dazu erst zur Verbreitung bei?

Dabei soll es aber nicht bleiben: Denn die Recherche, das Prüfen der Relevanz – das ist alles journalistisches Handwerk. Wir wollen zudem diskutieren, warum Fake News überhaupt so ein großes Thema geworden sind. Warum lehnen eine offenbar nicht kleine Anzahl von Menschen Informationen in etablierten Medien oder Behörden pauschal als Lügen ab? Warum ziehen sich Menschen in eine hermetisch abgeschlossene Filterblase zurück, in die nur das dringt, was man hören will? Und was können Nutzerinnen und Nutzer tun, um die Wirkung von Fake News zu begrenzen?“

In Deutschland hat das Thema Fake News besonders an Bedeutung gewonnen, wenn es um Flüchtlinge oder andere emotional aufwühlende Themen geht. Dann wird das Netz förmlich geflutet mit Falschmeldungen und Gerüchten. Inzwischen so sehr, dass auch die Polizei es kaum schafft die Lügen zu entlarven und richtig zu stellen.

Ein drastisches Beispiel wie Fake News entstehen und was daraus wird liefert der Mitteldeutsche Rundfunk MDR unter der Überschrift „Wie die Polizei Falschmeldungen ermittelt [3]„und zitiert Thomas Geithner, den Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden:

„Da gab es einen Post von einer etwas zwielichtigen Seite. Sie heißt ‚Widerstand  Dresden‘. Dort wurde gepostet, dass an einer Dresdner Grundschule ein unbekannter Mann mehrere Kinder angesprochen hat, aus einem Auto heraus und die Eltern aufgefordert wurden, ihre Kinder nicht mehr allein in die Schule zu schicken.“

Die Klärung durch die Polizei ergab dann, so Geithner:

„Es gab zwar tatsächlich eine Mutter, die mitgeteilt hatte, dass ihre 10-jährige Tochter ein Auto bemerkt hatte, das vor ihrer Haltestelle drei Mal auf und ab gefahren war. Das Mädchen hatte den Eindruck, dass der Fahrer sie angeguckt hatte. Es gab kein Ansprechen, es gab auch nicht mehrere Kinder.“

Zur Frage, wie man Fake News erkennen kann, gibt es inzwischen einige für hilfreiche Tipps, die allerdings ein wenig persönlichen Einsatz verlangen, dafür aber im Alltag sehr hilfreich sein können:

  • Die Macher von Falschmeldungen leben von der Verkürzung. Mit überspitzten Formulierungen und der teilweisen Beschränkung auf grelle Schlagzeilen versuchen sie beim Leser das Gefühl von Brisanz zu wecken.
  • Wichtig ist die Prüfung der Quelle. Wichtige Informationen dazu liefert das Impressum. Gibt es da keine klaren, nachvollziehbaren Angaben, ist Vorsicht geboten.
  • Oft hilft eine einfache Google-Suche mit Hilfe von Schlagworten aus dem Text oder der Überschrift. So erkennt man, wer sich noch mit dem Thema beschäftigt hat. Auch eine Bildersucher kann hilfreich sein.
  • Viele von Ihnen werden sich an die sogenannten Kettenbriefe erinnern, in denen mit Unheil gedrocht wurde für den Fall, dass man diesen nicht schnell genug weiterleiten würde. Auch Hilferufen die mit möglichst vielen geteilt werden sollen, sollte man mit Vorsicht begegnen.
  • Zwei hilfreiche Seiten zur Klärung von Nachrichten sind Hoaxmap [4] und mimikama.at [5]