0 Nennt sie endlich DAESH
Das antworten die Intendanten

In einem Beitrag vom 21.12.2016 haben wir in einem offenen Brief die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aufgefordert die Mörderbande des DAESH zukünftig nicht mehr als „Islamischen Staat“, „sogenannten Islamischen Staat“ oder „IS“ zu bezeichnen, weil mit jeder Nennung eines der vorgenannten Begriffe dieser Mörder- und Terrorbande (ungewollt) die Funktion „Staat“ zugesprochen wird.

Besonders mit Blick auf junge Menschen, die den Indoktrinationsversuchen von Salafisten und anderen Unterstützern ausgesetzt sind, meinen wir, dass mit der Nennung des Begriffs da’esch auch die allgemeine Bekanntheit der, besonders im arabischen Sprachraum (inzwischen aber auch bei uns), negativen Konnotation „Anhänger des da’esch unterdrücken Menschen und stiften Unfrieden“ verstärkt wird und so dazu beitragen kann, dass sich junge Menschen dieser Bande anschließen.

Als erste Sendeanstalt hat mit einer Mail vom 28.12.2016 die Intendanz der Deutschen Welle (DW) auf unseren offenen Brief geantwortet. Wir veröffentlichen im Wortlaut:

E-Mail DW vom 28.12.2016

Sehr geehrter Herr Klemke

gestatten Sie mir, Ihnen auf Ihre Anfrage zu antworten.

Die DW verwendet bei der Berichterstattung in allen Sprachen in der Regel die Bezeichnung Daesh داعش oder Terrormiliz des sog. Islamischen Staates المليشيات الارهابية لما يعرف بتنظيم الدولة الاسلامية
Daesh ist ein Akronym für die Wortschöpfung: al-Dawla al-Islamiya al-Iraq al-Sham (islamischer Staat in Irak und Syrien) und somit ein anderer Ausdruck für die Abkürzungen „ISIS“ oder „ISIL“, die regelmäßig auch von Politikern benutzt werden. Der Begriff Daesh wird von den Anhängern dieser Terrorgruppe verurteilt, weil er von der Aussprache her arabischen Worten ähnelt, welche eine Person bezeichnen, die andere unterdrückt und Unfrieden sät.
Ich darf Sie unserer fortwährenden sehr kritischen Berichterstattung versichern. Die Benutzung einzelner von Ihnen angesprochenen Bezeichnungen für eine Terrorgruppe bedeutet weder die Aufwertung, geschweige denn die Anerkennung eines von dieser Gruppe ausgerufenen „Staates“.
mit den besten Grüßen

Christoph Jumpelt
Head of Corporate Communications
and Spokesperson
PR and Communications

Deutsche Welle (DW)
Kurt-Schumacher-Str. 3
53113 Bonn
Germany

Anmerkung der Redaktion:

Mit unserem offenen Brief wollten wir in keiner Weise unterstellen, dass in irgendeiner Nachricht der DAESH bei Nennung der angeführten Bezeichnungen unterstützt werden soll oder aufgewertet oder anerkannt werden soll. Uns ging und geht es darum die negative Konnotation des DAESH hervorzuheben und diese kleine sprachliche Möglichkeit zu nutzen um junge Menschen (und wenn es nur wenige sind) vom Abrutschen in den Terror abzuhalten. Für wie wichtig die Wahl der Worte in unseren Tagen genommen wird zeigt die folgende kurze Übersicht über entsprechende Beiträge:

Uni Bamberg:
Mit Worten Türen öffnen

Uni Duisburg-Essen:
Neue Medien und Gegenwartssprache

NRW School of Governance:
Sprache, Medien und Kommunikation

Der Tagesspiegel:
Was ist eine angemessene Sprache für eine vielfältige Gesellschaft?

 

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