0 Olympische Doppelmoral
Die Hahner-Zwillinge empören Deutschland

Die Empörung über die Zwillingsschwestern Anna und Lisa Hahner in Deutschland scheint schier grenzenlos. Warum?

Weil die beiden beim olympsichen Marathon in Rio de Janeiro nach 42,195 Hand in Hand über die Ziellinie gelaufen sind!

Anstatt den Beiden zu diesem gelungenen Coup zu gratulieren ist Deutschland empört.

Wir halten es für angebracht dazu einige Gedanken anzuregen:

Das 1989 geborene Zwillungspaar ist ein erfolgreiches Marathon-Duo. Bereits bei den ersten Rennen im Jahr 2007 machten die Beiden auf sich aufmerksam und rückten binnen kurzem in den Nationalkader auf.

Um erfolgreich Marathon zu laufen ist es nötig – wie übrigens bei jedem anderen Leistungssport  auch – intensiv zu trainieren.
Und intensiv trainieren heißt: entsagungsvoll leben.
Nicht nur mit Blick auf den Alltag sondern durchaus auch mit Blick auf den Lebensunterhalt. Ganz abgesehen von der Sicherung zukünftiger Einkommen nach dem Ende der sportlichen Karriere. Nicht alle Leichtathleten stoßen – trotz harter Trainingsarbeit – bereits in der aktiven Laufbahn in die Einkommensdimension eines Usain Bolt vor.

Irgendwo in diesem Themenbereich muss die Quelle der Empörung üner die Hahnertwins zu finden sein. Die beiden jungen Frauen haben es nämlich von Anfang an verstanden, ihre besonderen Voraussetzungen, ihr einzigartiges Verkaufsversprechen, ihren USP also

Hahnertwins
„gut aussehende junge Frauen, Zwillinge. laufen Marathon“

besonders mit Hilfe der neuen Medien erfolgreich zu vermarkten.
Das macht sie (vermutlich und mindestens teilweise) unabhängig von vielen traditionellen Ritualen und Verpflichtungen innerhalb der Strukturen des DLV und der klassischen Medien.

Mit Büchern „Time to run“, Werbepartnerschaften „TAG Heuer“, einem Ernährungsblog und (sicher ein Angebot von besonderer Güte mit Blick auf die Zukunftssicherung) Vorträgen zu Themen wie Motivation, Zielformulierung etc.  von  , einer peppig-interessanten Homepage schaffen sie einen hohen Aufmerksamkeits- und Erinnerungswert. Die Referenzliste Ihrer Referententtigkeit (adidas, AOK, BMW, Telekom u.a.) dürfte manch anderen neidisch machen.

Für einen Sport-Unternehmer in eigener Sache gilt es, nicht zuletzt im Interesse der Kundenbindung, fortwährend neue Aufmerksamkeitsreize zu setzen. Ganz logisch gehört ein Ereignis wie der Olympiamarathon in die Reihe dieser Effektmomente.

Und der Grund der großen öffentlichen Empörung?

Nicht mehr, als dass Anna und Lisa lachend und Hand in Hand über die Ziellinie gelaufen sind, auf Platz 81 und 82.

Für den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik Verbands Clemens Prokop verwerflich, denn

„Unter dem Gesichtspunkt eines sportlichen Wettkampfs ist es nur schwer zu verstehen, dass man händchenhaltend ins Ziel läuft. Das passt nicht zu meinem Bild von einem Wettkampf.“

Unter dem Gesichtspunkt der Schaffung von „magischen Momenten“ eine absolut gelungene Aktion der Hahnertwins.

So unterschiedlich kann man die Dinge sehen.
Glück haben die Twins aber doch, Post von Wagner haben sie nicht bekommen.

Ach ja, wie steht es denn um die Vorschriften und Verbote, die – z.B. – örtlichen Kleinhändlern in den „Ausführungsbestimmungen“ der Olympia-Macher auferlegt werden? Wo bleibt denn da der Gedanke an „spotlichen“ (fairen) Wettbewerb?

 

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