0 Nach dem Xavier Naidoo Debakel:
Deutschland verzichtet auf ESC-Teilnahme

Deutschland verzichtet 2016 auf jede Teilnahme und die dadurch eingesparten Millionen werden der Flüchtlinghilfe zugesprochen!

Diese gute Idee stammt natürlich nicht -Sie werden es sich schon denken- vom NDR. Nein, sie stammt von Heiko Werning, der sie in seinem ausgzeichneten Kommentar „Bankrotterklärung“ zum großen „NDR-ESC-Xavier-Naidoo-Online-Event“ vorgestellt hat. Und sie wird ganz bestimmt nicht relisiert werden. Da sind die Granden des NDR und der ARD und deren Angst vor einem dann noch größeren Shitstorm davor.

Die kommunikativen (Fehl-)leistungen“ des NDR-Programmleiters „Fiktion und Unterhaltung“ sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch gegenüber dem umstrittenen Künstler (und vorausschauend auch schon gegenüber dem noch zu findenden Ersatz), hat Heiko Warning in seinem Kommentar umfassend beleuchtet.

Unser Beitrag befasst sich deshalb nur mit der Diskussion um Xavier Naidoo und dessen Eignung als Repräsentant Deutschlands beim Eurovivion Song Contest (ESC) aufzutreten.Der ESC ist der Sängerwettstreit der Moderne und vergleichbar dem Sängerkrieg auf der Wartburg im 13. Jahrhundert. Beiden gemeinsam ist der (Wett-)Streit darum wer denn nun „der Beste“ ist. Und heute wie damals ist das nicht nur der (Wett-)Streit der Sänger sondern auch der Streit des Publikums um Qualität und Eignung der Künstler.

Mitten in diesem Streit steht/stand Xavier Naidoo.

Teils ist XN durch die selbstherrliche Nominierung des NDR, der damit alle Fans von den Aeronauten (kennen wenige) über Helene Fischer (kennen viele) bis hin zu Zeltinger (kennen wieder weniger) gegen ihn aufgebracht hat, in den Sturm geraten, teils durch eigene Auftritte und Aussagen die man ihm seit längerem zum Vorwurf macht.

Was hat es auf sich mit Xavier Naidoo?

Am 11.Juni 2000 wurde in Dessau-Roßlau Albert Adriano von Neonazis zu Tode geprügelt. Damals forderte Bundeskanzler Schröder den „Aufstand der Anständigen“ und der afrodeutsche Sänger Ade Bantu initiierte das schwarze Musikerkollektiv Brothers Keepers u.a. mit Xavier Naidoo  – das Motto „Ich rapp‘ für meinen Bruder, denn ich könnte auch das Opfer sein“.
(Quelle: Netz gegen Nazis)

Und natürlich: 2006 Xavier Naidoo „Dieser Weg“, das Lied das eigentlich für sein Patenkind gedacht war und zum Lied des Sommermärchens wurde
(Quelle: NDR)

März 2007 Xavier Naidoo singt vertonte Gedichte  der jüdischen Lyrikerin  Selma Meerbaum-Eisinger auf der CD „Selma – In Sehnsucht eingehüllt“
(Quelle: LiteraTisch)

24.7.2012 – Festival gegen Rechts in Echzell im Wetteraukreis veranstaltet vom Bündnis „Grätsche gegen Rechtsaußen“ dazu gibt es eine Fotoausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ – zu den prominenten Unterstützern gehört Xavier Naidoo.
(Quelle: Netz gegen Nazis)

Aber auch das ist Xavier Naidoo:

„Xavier Naidoo wartet mit unbequemen Wahrheiten auf“ lautet eine Überschrift auf der Homepage der NPD. In dem folgenden Beitrag werden Naidoos Äußerungen über den seiner Ansicht nach immern noch bestehenden „Besatzungsstatus“ Deutschlands gelobt und, so der Verfasser des Beitrags, „Auf jeden Fall gebührt ihm großer Respekt, weil er den Mut aufbringt, nicht nur Fragen zu stellen, sondern auf grundlegende Probleme wie die fehlende Souveränität und Freiheit Deutschlands hinzuweisen.“
(Quelle: www.npd.de)

„Ich habe keine Angst vor dem Tod“ sagt Xavier Naidoo in einem Interview mit dem Schweizer Verein Livenet auf dessen Internetseite „Jesus.ch“. Dort ist, außer dem Interview mit Xavier Naidoo auch zu lesen, dass „Homosexualität heilbar ist“ und nichts anderes als ein „Identitätsproblem“.
(Quelle: livenet.ch und livenet.de)

3. Oktober 2014 in Berlin
Auf der Demonstration der „Reichsbürger“ sagt er zunächst, dass er eigentlich nicht auf Demonstrationen geht und nur „hier (ist) um die Liebe zurepräsentieren“ und dass seine Bestimmung eigentlich Gott wäre – doch dann meint er:
„Ich möchte irgendwie dass wir irgendwie miteinander Ordnung schaffen in diesem Land“ und
„der September 2001 – wer das als Wahrheit hingenommen hat, was darüber eerzählt wurde, der hat den Schleier vor den Augen, ganz einfach.“
(Quelle: youtube)

Er sagt vor den Reichsbürgern noch einiges mehr und ziemlich zum Schluss „ich hab‘ keine Ahnung wer hier steht, ich repräsentiere die Liebe“. Xavier Naidoo scheint sich kritiklos und/oder unreflektiert in gesellschaftlichen Gruppen zu bewegen, deren Denken und Handeln nicht unbedingt so wirkt, als solle es dem Erhalt und der Sicherung der Freiheit des Individuums dienen.

Obwohl Xavier Naidoo ein begnadeter Musiker ist und, wie er selbst sagt, „nur die Liebe“ vertritt, kann er mit seinen kruden Verschwörungstheorien und als Anhänger religiöser Fundamentalisten und NPD gelobter „Polittheorien“ nicht mehr der Repräsentant Deutschlands bei einem internationalen Musik-Wettbewerb sein. Eine Erkenntnis, die am Ende noch einmal den Beitrag von Heiko Werning bestätigt.

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