0 Die Hass-Kommentare des Freitags

Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus – weil da keine ist, die ihr den Rang streitig machen könnte. (Charles de Montesquieu, 1689-1755)

Mit ausgewählten „Stilblüten“  von facebook und twitter wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass es in immer mehr Köpfen zu einem fruchtbaren Streit der Ideen kommt.

Einen bemerkenswerten Beitrag liefert Sylvia Merlin auf facebook.

Silvia Merlin
Alte, nimm die Kohle für die Flüchtlingshilfe, verdopple sie von mir aus und tu verdammte Kacke nochmal was gegen die URSACHEN der Flucht, anstatt einer wohlhabenderen Minderheit der Schutzbedürftigen einen Platz in einem Heim und einen Deutschkurs zu bezahlen.

Bomb dem IS die Scheiße raus, setz dich für internationale militärische Hilfe in Syrien ein, hilf Eritrea vor Ort. Leiste nachhaltige Entwicklungshilfe. Hilf den tausenden Kindern, die täglich verhungern und wegen dreckigem Wasser sterben, anstatt wegen ein paar Dutzend Ertrunkenen im Mittelmeer herum zu heulen.

Aber nein. Die Medien kennen nur noch ein Thema und nur eine moralische Sicht darauf, also geben wir schon wieder keinen feuchten Kehricht auf die wirklich Armen und betreiben Flickschusterei, statt ehrlich anzupacken. Lovely!“

Der Kernsatz in Frau Merlins Beitrag ist doch wohl

„Bomb dem IS die Scheiße raus“

Was Frau Merlin übersieht oder nicht weiß, ist die Tatsache, dass alle Versuche irgendwem „die Scheiße“ rauszubomben bislang gründlich schiefgegangen sind. Ich denke da an engagierten Versuche der Amerikaner in Vietnam, Afghanistan oder dem Irak. Nicht vergessen möchte ich auch die russischen Versuche in Afghanistan und in der ein oder anderen ehemaligen Sowjet-Republik. Das zeigt doch, dass „bomben“ egal unter welcher Ideologie die falsche Strategie ist.

Also, Frau Merlin, lassen Sie die Ideen kämpfen.

Das folgende Foto bewegt das Netz und hat bei Netzfrauen Diskussionen über die „Echtheit des Fotos“ und Themen wie  „Propaganda“ ausgelöst. Die Beleidigungen und Verunglimpfungen in diesem Thread sind nicht besonders erwähnenswert, da allesamt von minderer Qualität.

Was uns aber sinnvoll erscheint ist tatsächlich die Frage nach der Echtheit eines Fotos wie diesem. Es wäre wirklich gut zu wissen: Wer hat es wann und wo aufgenommen. Wurde vom Fotografen Einfluss auf die Umgebung und das Geschehen genommen? Ist das Bild bearbeitet worden?

Warum solche Fragen inzwischen erlaubt sein sollten erklärt eine Stellungnahme des Schweizer Presserats zum Thema Redaktionelle Bearbeitung digitaler Bilder. Wie solche „Bearbeitungen“ in der Praxis aussehen zeigt ein Beitrag der Abendzeitung München.

Interessant in diesem Zusammenhang eine Serie von Zeit online:
Die Fotografie hat dadurch große Macht gewonnen – eine Macht, die auch verunsichert. Was darf wo veröffentlicht werden? Wo liegen die Grenzen der Privatheit? Wie werden wir der großen Flut der Bilder Herr? In der Themenwoche „Das ist Fotografie“ widmen wir uns diesen Fragen.

 

 

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