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Der Christian, seine Freunde und das Amt
Neues aus dem Steintorviertel

…belauscht in einem Hinterzimmer in der Scholvinstraße.

Setting:
Es ist der 5. Januar 2011 23:35 Uhr
Die Anwesenden sind dabei Platz zu nehmen. Zugegen sind Ch., Ed., Ca., Eg., B. und V und es sieht aus als würde die Sitzordnung des Vortags [1] wieder eingenommen. Neu ist lediglich, dass ein freier Stuhl am Tisch steht und vor diesem Stuhl ein leeres Sektglas und ein leeres Wasserglas. Beide frisch und unbenutzt.

Wir lauschen dem folgenden Gespräch:

Ch.:
Also das war wirklich ein schwerer Tag sag ich Euch. Erst musste ich die Texte dieser dämlichen Kinderlieder auswendig lernen. Ihr wisst ja morgen kommen die Sternsinger. Die waren heute bei A. (international bekannte Kabinettschefin) und kommen jetzt ins Schloss. Das kommt ja ganz gut, da sind Neger…

Zwischenruf V.:
Ch., wie redest Du? Das sagt man nicht mehr. Maximalpigmentierter [2] oder schwarzer Mensch.

Fortsetzung Ch.:
Jaaa, nun nerv‘ mich nicht. Solche sind dabei und viele mit Migrationshintergrund, echt Integration eben. Da war ich schließlich schon in N. (Bundesland im Norden der Republik) gut drin. Ich bin ein großer Integrator, das wissen die Bürger.

B.:
Genau! Und ich integrier auch ständig. Meine Haare zum Beispiel, da bin ich völlig offen und der U. (Anmerkung der Redaktion: bekannter Starfrisör in B.) ist ja auch mit integrieren weit vorne dabei.

V.:
Das versteh ich voll. Wir Filmleute sind ja auch total am integrieren. Ich spiel ja alles.

Ch.:
Jetzt is aber gut. Ich wollte Euch von meinem Tag erzählen und Euren Rat hören, wie’s weitergehen soll. Und ihr redet übers integrieren. Ich bin der Präsident. Also, dann konnte ich endlich die Texte für die Sternsinger Lieder, da klingelt das Telefon. A.(Sie wissen schon, die Chefin).
„Ch.“, sagt sie, „Du musst was sagen. Das geht so nicht weiter. Ich sage nix – aber ich bin die K. Aber Du steckst schließlich bis zum Hals drin in der…“ – na Ihr könnt Euch wohl denken was die gesagt hat.  Ja und dann sagt die doch tatsächlich „Du musst was sagen, sonst wird das Volk wird unruhig.“
Na gut sag ich, ich mach da was.
Ich also wieder ans Telefon und den D. (bundesweit bekannter politischer Fernsehjournalist) angerufen. „D.“ sag ich, „wir müssen was machen. Ich erklär mich. Du kannst fragen was Du willst.“ Darauf D.: „Ch. altes Haus willste echt tabula rasa machen. Das ist prima. Ich hab mit sowas gerechnet und hab schon ein paar heiße Fragen.“
„Mooooment“, sag ich, “ was gefragt wird besprechen wir vorher und auf keinen Fall live. Ich spinn doch nicht.“
Sagt er: „Ok können wir machen. Aber dann hol ich die Bettina dazu“ und lacht blöd. „‚Ne sag ich die B. bleibt zu Hause. Die hat da nix verloren.“

Zwischenruf B.:
Waaaaas! Du hast mir nen Auftritt vorenthalten. Wo ich grad das neue Kleid von J. (bekannte Modemacherin und Tochter eines ebenso bekannten Modemachers) hab. Na warte darüber reden wir noch.

In diesem Moment betritt eine weitere Person das Hinterzimmer. Diese entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Gv (bundesweit bekannter Gesprächspartner zwischen zwei Motorradfahrervereinen). Er nimmt – mit einer die Fortsetzung des Gesprächs fördernden Handbewegung – Platz.

Fortsetzung Ch.:
Lacht der D. und sagt „Reingefallen. Ich mein doch nicht Deine B. sondern die von den Mainzelmännchen. Da musste keine Sorge haben dass die blöde Fragen stellt und nett ausseh’n tut sie auch.“ Naja, den Rest kennt Ihr, Ihr habt’s ja gesehen. Habt Ihr’s gesehen? Los sag, habt Ihr.

Ca.:
Ja Ch., ich dachte ich halt mich lieber mal ganz raus. Du weißt ja wie diese Medienfuzzis sind. Ne, ich hab lieber Motivationssprüche geübt. Kannste auch mal üben. So was wie „Meine Vision ist der Ehrensold“ oder so, das macht stark.

Eg.:
Du, Ch., ich hab da noch ne Sache laufen wegen dem Juweliergeschäft…

Zwischenruf Ed.:
Glaub nur nicht dass ich das Collier wieder hergebe.

…und der mit dem ich da zu tun hatte war überraschend zu Besuch gekommen. Ich konnte nicht.

Ch.:
Ja hat denn überhaupt einer….

B.:
Der Ca. meinte ich soll besser auch nicht, die wissen doch alle dass wir zusammen sind. Und wenn da rauskommt, dass ich auch… Naja, da dachte ich mal ich hör auf den Ca.

Ch.:
B. und Du? Sag dass Du wenigstens…

Bevor Ch. seinen Satz vollenden kann, betritt der Mann, den wir als Chef eines Motorradfahrer-Freundeskreises bereits kennen, den Raum. Er geht – ein Handy in der Hand – mit schnellen Schritten auf Ch. zu und sagt „Ein Gespräch für Dich.“

Wie reagiert Ch. auf das mangelhafte Fernsehverhalten seiner Freunde? Was werden die Freunde ihm raten? Was wird mit dem Amt und, wer ist der unbekannte Anrufer? All das erfahren Sie wenn unser nächster Lauschangriff beendet ist.

Wenn Sie wollen! Wollen Sie?