0 Der Christian, seine Freunde und das Amt
Hinter den Kulissen belauscht

Vorbemerkung:
Was Sie jetzt gleich lesen ist nicht wahr.
Es könnte zwar so was ähnliches gelaufen sein, aber dafür haben wir keinerlei Beweise. Unsere Anrufbeantworter waren  und sind leer. „Keine neuen Nachrichten“ lautet die stereotype Antwort wenn man den Knopf (den Diekmann-Knopf nennen wir ihn seit Neuestem) drückt.

Setting 1:
Wir sind in der Scholvinstraße in Hannovers Steintorviertel.
Es ist Mittwoch, 05.01.2012, 22:30 Uhr. Zwei Männer mit hochgeschlagengen Mantelkrägen laufen mit suchenden Blicken die Scholvinstraße auf und ab. Szenekenner werden durch die hochgeschlagenen Kragen nicht irritiert. Sie erkennen die beiden stadtbekannten Männer sofort. Der eine ist der Chef eines Motorradfahrer-Freundeskreises, der andere ein in Sicherheitsfragen bestens ausgebildeter Mitarbeiter der staatlichen Ordnungsbehörden. Nachdem die Männer sicher sind, dass weder Paparrazi noch Chefredakteure in der Gegend sind, greift einer der Beiden zu seinem Handy und führt ein kurzes Telefongespräch.  Unser Lippenleser erkennt etwas folgendes: „Die Luft ist, rein der Marsch kann beginnen, der Christ kann erscheinen und die Engel auch.“

Was zunächst nach einer verspäteten Weihnachtsinszenierung klingt, entpuppt sich bereits kurze Zeit später, als nacheinander mehrer Audi A8 und ein Porsche vorfahren, als ein höchst interessantes Treffen hochgestellter und/oder bekannter Persönlicheiten.

Nacheinander treffen ein Christian (Ch), Carsten (Ca), Egon (Eg), Bettina (B), Veronica (M), Edith (Ed) und verschwinden mit schnellen Schritten in einem der Häuser der Scholvinstraße.

Setting 2:
An einem schlichten Holztisch mit einfachen Stühlen, die den Eindruck machen, als wären sie geschaffen worden damit der auf ihnen sitzende Mensch eine aufrechte Sitzhaltung einnimmt und einhält. Auf dem Tisch mehrere Flaschen Wasser, eine Flasche Champagner und Gläser.

Von rechts nach links sitzen nebeneinander Ch, Ed, Ca, Eg, B und V.

Wir hören:

Ch:
Leute ich hab ein echtes Problem. Der K. ist so ein blöder Hund, der will doch echt meinen Spruch von seinem Anrufbeantworter veröffentlichen. Dabei hat der so viele klasse Fotos von B machen können. Der kann mir hundertmal was von Transparenz erzählen. Ich sag doch auch nix. Gell B.
B:
Mich fotografiert der nicht mehr und ich geh auch nicht mehr auf dem seine Feste.
V:
Ich auch nicht! Die dürfen auch nicht mehr über meine Filme berichten und so.
Ca:
Nana, mal nicht so schnell. Ich hab so lange gebraucht bis ich auch mal wohin eigenladen wurde. Das will ich nicht so einfach wegschmeißen. Sag mal Ch. Du kannst das doch eigentlich machen so lange Du willst. Dir kann doch keiner an den Karren fahren. Und Du, V. stell Dir mal vor wenn die nix mehr über Deine Filme schreiben – wer schreibt denn dann noch was über Dich außer dass Du eine Überalldabei bist.
V:
Hör auf sonst geh ich sofort. Du sollst nicht immer so was sagen.
Eg:
Kinder nu mal langsam. Also erst mal: Der Ca. hat Recht, nicht mal die Angie kann den Ch. aus dem Schloss jagen. Wär ja auch allerhand, jetzt wo Ihr Euch gerade eingerichtet habt. Hat das mit den Möbeln eigentlich geklappt?
Ch:
Hör auf mit den Möbeln. Da haben wir Annahme verweigert und die Sicherheit hat die wieder weggeschickt.
B:
Jetzt mal im Ernst. Was machen wir denn am Besten. Der arme Ch. wird doch überall durch den Kakao gezogen und kann nix dagegen machen. Ist doch Mist mit dieser Pressefreiheit. Wir waren doch vor Kurzem in Oman. Der Qaboos bin Said Al Said der würd sich schlapp lachen wenn er sowas sieht und hört. Echt!
Ch:
B. nun lass mal gut sein. Wir haben hier einfach ein anderes System und ich hab Dir schon letztes Jahr erklärt dass ich an vielen Dingen gar nix ändern kann. Immer wieder fängst Du damit an.
Ca:
Wir können ja mal ne Anzeigenkampagne machen. So wie damals beim G. „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein!“ Machen wir doch so’n Slogan wie „Christian Wulff der Bundespräsident der Integration“ oder so.
Ch. + Eg:
Mensch Ca. hast Du den Schuss nicht gehört? So was geht doch jetzt erst mal gar nicht. Mann!
Ed.:
Und wie wär’s wenn Ihr nach Lourdes fahrt? Da könnte B. mal wieder zeigen wie stilsicher sie ist und Du Ch. könntest einen Kniefall machen, ohne dass einer sagen könnte Du wärst eingeknickt.
Ch.+B. im Chor:
Mensch Ed. das ist ne tolle Idee. Das werden wir vorbereiten. Vielleicht will Angie ja mitkommen.
V.:
Ich komm auch mit, ich spiel demnächst ne Nonne auf pilger. Da passt das gut.
Eg.:
Das müßt Ihr diesmal aber selbst zahlen – oder wollt Ihr auf Steuer fahren?
Ch.:
Nene, Eg. das zahlen wir selbst. Außer wenn Angie mitkommt, dann muss mal mal sehen.
B.:
Mein lieber Ch. ich zahl keinen Cent. Mein Haushaltsgeld ist eh so knapp, dass das mal klar ist.

An dieser Stelle steigen wir für heute aus der Gesprächsrunde aus. Unsere gut versteckten Berichterstatter werden den weiteren Gesprächsverlauf beobachten und wir werden in den nächsten Tagen berichten wie die Besprechung endete.

 

 

 

 

 

 

 

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