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Jim Knopf zum Fünfzigsten

Beginnen wir den Geburtstag von Jim Knopf mit der Inszenierung einer kleinen Diskussion: Wann hat der Junge mit dem roten Pullover nun wirklich seinen 50. Geburtstag? Am 30. Juli 2011 oder war es bereits der 30. Juli 2010, wie es das ZDF oder die in Kulturfragen an sich sehr beschlagene FAZ-Redaktion am 9. August 2010 berichtete?

Sollten wir freihändig entscheiden müssen, welches Datum das richtige ist, so wäre das wohl eine unlösbare Aufgabe. Einzig möglich wäre eine Aussage auf Basis der Erinnerung und die würde im Fall des Verfassers (60+) lauten „Jim Knopf kenn‘ ich seit meiner Kindheit!“. Fragen wir also die, die es wirklich wissen müssen: Die leiblichen Eltern.

Obwohl Jim Knopf in einem Postpaket auf Lummerland angekommen ist und seine Herkunft im Dunkeln zu sein schien, ist es der Redaktion der Bürgerlobby nach aufwändigen Recherchen gelungen, sowohl den Geburtsort wie auch die Eltern des Jim Knopf zu ermitteln. Und damit auch die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Geburtsdatum zu bekommen.

Geboren wurde Jim in der Augsburger Puppenkiste von der einheimischen Bürgersfrau Hannelore Marschall (Tochter des Puppenkisten-Gründers Walter Oehmichen). Lange vor den Diskussionen um pränatale Diagnostik und In-Vitro-Fertilisation hat Jims Mutter eigenständig über Gestalt, Augen- und Haarfarbe entschieden und ihn ins Leben entlassen. Im Gegensatz zur zweifelsfreien Identität der Mutter ist die Frage der Vaterschaft ungeklärt. Als mögliche Väter kommen der Schriftsteller Michael Ende (man weiß ja um die Leichtlebigkeit der Künstler) und der Zeichner Franz Josef Tripp (auch ein Künstler) in Frage. Leider war es uns nicht möglich, die beiden Herren zu einem Vaterschaftstest in der Sat1-Sendung Britt zu bewegen.

Während die Freundschaft zwischen Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, Emma der Lokomotive, Frau Waas und König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften unverändert unverbrüchlich ist, ist die Eintracht der Macher seit einiger Zeit zerplatzt. Statt im Zeitalter von Game Boy und Spielekonsole gemeinsame Zukunftspläne zu entwickeln, streiten sich der Hessische Rundfunk (HR) und die Puppenkistenmacher – ganz menschlich – um DVD-Lizenzen und ausstehende Gebühren.

Das alles aber scheint Urmele, den Kaiser von Mandala und seinen Oberhofkoch Schu Fu Lu Pi Plu oder den Scheinriesen Tur Tur völlig unbeeindruckt zu lassen. Ihnen geht es immer nur darum, Kinderaugen strahlen zu machen und Kinderlachen erklingen zu lassen.

Hoffen wir, dass das für die nächsten 50 Jahre so bleibt.

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